"No hay nada ya, en ese lugar, todo es ficticio, nada de realidad"

Barclay James Harvest

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Barclay James Harvest wurde in meinem Geburtsjahr 1967 gegründet und ist somit so alt wie ich!
Der Sound dieser “Progressive Rock-Band” ist orchestral geprägt, Kritiker sagen, es handelt sich um einen dicken Zuckerguss über den Songs.
Mythen ranken sich um die Entstehung des Bandnamens. Les Holroyd sagte dazu im Jahr 2009: “„Wir wollten einfach nicht so einen kurzen, typisch englischen Namen, wie The Who, The Kinks oder so ähnlich. Wir fanden die längeren amerikanischen Band-Namen wie Jefferson Airplane oder Buffalo Springfield einfach schöner und wollten eine englische Version davon. Da wir auf dem Land in einer Farm geprobt haben, war ,Harvest‘ (Ernte) schon vorgegeben, und irgendwie wurde eben ,Barclay James Harvest‘ daraus“.”

Zum Fan der Gruppe wurde ich durch das Album Berlin – A Concert For The People, das 1980 während eines freien Konzerts auf den stufen des Berliner Reichstages aufgenommen wurde. Die dort enthaltene Version von Child Of The Universe wurde im Radio rauf und runter gespielt, auf Feten wurde diese Platte aufgelegt, wenn Klammerblues angesagt war.

Charakteristisch für den Sound von Barclay James Harvest in den 70er Jahren war der Einsatz von Orchestern und des Mellotron, der Vorfahre der Sampler. Dieses Instrument spielte Tonbänder von zuvor aufgenommenen Instrument ab (Geigen, Celli, Flöten, etc.) und gab ein ziemlich leierndes Klangbild ab. Die Flöten aus Strawberry Fields von den Beatles wurden beispielsweise mit diesem Instrument erzeugt.

Der leiernde Sound des Mellotron wich im Laufe der Jahre anderen Synthesizern, was dem Sound ein modernes Gewand verpasste, insbesondere mit dem Album Eyes Of the Universe, das entstand, nachdem Keyboarder Stuart “Wolley” Wolstenholme die Band verließ. Der Sound war hier eindeutig rockiger und zeitgemäßer als auf den Vorgänger-Alben.

Das klangtechnisch beste Album ist meiner Ansicht nach Ring Of Changes aus dem Jahr 1983, das von Pip Williams unter Einsatz eines echten Orchesters auf einigen Stücken produziert wurde. Es war eines der ersten Rock-Alben, die damals auf dem noch jungen Medium “Compact Disc” – CD erschien. Durch den geschickten Einsatz von Synthesizern und Orchester ergibt sich ein sehr luftiges Klangbild.

Im Jahr 1998 trennten sich die Wege von Barclay James Harvest. Les Holroyd machte mit Schlagzeuger Mel Pritchard weiter, John Lees hingegen mit dem Keyboarder aus den 70er Jahren, Stuart “Wolley” Wolstenholme.
Mel Pritchard starb 2004 an einem Herzinfarkt und Woolley Wolstenholme nahm sich 2010 das Leben, nachdem er mehrere Jahre an schweren Depressionen litt.

Meine Lieblingsalben von Barclay James Harvest:


Eyes Of The Universe - 1979
Berlin - A Concert For The People - 1982