Kraftwerk – Pop Art

Der Tod von Kraftwerk Mitbegründer Florian Schneider führt einmal mehr vor Augen, welchen enormen Einfluss die Gruppe aus Düsseldorf auf die Musikgeschichte hatte.
Als Mitglieder des gehobenen Bürgertums in Deutschland suchten Kraftwerk im Nachkriegsdeutschland eine neue Identität und nutzten die Pop-Musik, um die Avantgarde der Jahre vor dem 2.Weltkrieg wiederzubeleben. Futuristische Musik sowie Bilder und Videos aus den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts waren ihr Rezept dazu.

Die Gruppe aus Düsseldorf hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Musiker wie David Bowie, Michael Jackson, OMD, New Order oder Anthony Rother. Ebenso beeinflussten die Musiker aus Düsseldorf die Detroiter Techno- und Houseszene um Juan Atkinson und Derek May, sowie Hip Hop-Künstler wie Afrika Bambaata.

Sehr schön dargestellt wird das in einer Dokumentation des Fernsehsenders arte, die am 29.Mai 2020 um 23:45 Uhr ausgestrahlt wird, jedoch auch über YouTube abrufbar ist.

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Florian Schneider

Mit großer Trauer mußten wir heute erfahren, dass ein Pionier der elektronischen Musik im Alter von 73 Jahren von uns gegangen ist.
Nach Informationen von Kraftwerk Mitbegründer Ralf Hütter hat das heute die Plattenfirma Sony mitgeteilt. Florian Schneider ist demnach einem Krebsleiden erlegen.

Florian Schneider war der Sohn des berühmten Architekten Paul Schneider-Esleben, der unter anderem die gläserne Hainel-Garage in Düsseldorf und das Terminal des Flughafen Köln-Bonn entwarf.
Gemeinsam mit Ralf Hütter gründete er 1968 eine Band namens Organisation, später Kraftwerk.
Das ehemalige Kraftwerk-Mitglied Karl Bartos schrieb über Florian Schneider:
Florian besaß von uns die mit Abstand besten Kenntnisse in Sachen Studiotechnik. Was ihm aber fehlte, war eine fundierte Ausbildung. Ganz zu schweigen von einer professionellen Ausbildung als Toningenieur. Gleichwohl förderte seine unorthodoxe Herangehensweise mitunter erstaunliche Ergebnisse zutage. Das Kling Klang Studio war mit den besten Equalizern, Kompressoren, Phasern, Flangern, Digital Delays, Spectrum Analysern und anderen Zauberkästen ausgestattet, an denen er unentwegt rumfingerte und Sachen ausprobierte.”
Florian Schneider stand jedoch nie im Rampenlicht, nach außen wirkte er sehr introvertiert und äußerst selten gab er Interviews, die immer sehr einsilbig waren. Das Reden überließ er Mitbegründer Ralf Hütter.

Kraftwerk waren die Wegbereiter für viele zeitgenössische Spielarten der Pop-Musik mit elektronischen Einflüssen. Ohne Kraftwerk hätte es kein New Wave wie OMD oder New Order gegeben, kein Techno und vermutlich kein Hip-Hop. Selbst David Bowie war tief beeindruckt von Kraftwerk und Florian Schneider; er widmetet seinen Song V2-Schneider dem großartigen Musiker und Künstler aus Düsseldorf.
Ich kann mich noch an einen Breakdancer auf dem Hollywood-Boulevard erinnern, der seinen Tanz zu Nummern von Kraftwerk zelebrierte. Als ich ihm erzählte, dass ich aus der Nachbarstadt von Düsseldorf stamme und auch wußte, wo sich das legendäre Kling-Klang-Studio der Band befand hat er mich als Messias angebetet.
Ohne Florian Schneider Kraftwerk hätte ich vermutlich nie damit begonnen, Keyboards zu spielen und mich für elektronische Musik zu interessieren …

In Erinnerung noch einmal das Kraftwerk im Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro Brasilien aus dem Jahr 1998
[su_quote cite=”Music Non Stop, Kraftwerk, 1986″]Es wird immer weitergehn, Musik als Träger von Ideen[/su_quote]

Ruhe in Frieden, Florian Schneider …

Was kommt nach dem Tunnel?

Am Ende des Tunnels kommt meistens wieder Licht.
Wir alle hoffen momentan, dass der Tunnel, durch den wir seit Mitte März auf Grund des Corona-Virus gehen, bald ein Ende hat und wir wieder zu Normalität zurückkehren können.

Das Ende des Tunnels wird in diesen Tagen oft herbeigeredet, wirtschaftliche Interessen werden den Gesundheitsinteressen der Bevölkerung gegenübergestellt, was sich meiner Meinung nach verbietet. Momentan jonglieren wir noch mit Tischtennisbällen rund um das Corona-Virus, doch zum derzeitigem sollten wir es unterlassen, die Tischtennisbälle gegen Sägeblätter zu tauschen, sprich: Es bleibt gefährlich, womöglich mit unabsehbaren Folgen.
Da ist es auch nicht sonderlich hilfreich zu sagen, dass die meisten Toten bereits eine Vorerkrankung hatten. Ja nee, iss klar, iss ja nicht so schlimm …
Wir haben im Bekanntenkreis eine junge Frau, die mit 38 Jahren heftigst an Krebs erkrankte und die eine ebenso heftige Chemotherapie hinter sich brachte, die keine Schlittenfahrt war und die Dich auch nicht widerstandsfähiger macht.
OK, … Vorerkrankung, Pech gehabt … – so schwarz kann kein Humor sein.
Aber wehe einer nimmt das böse Wort Triage in den Mund!

Doch was ist die vielbeschworene “Normalität”, in die alle wieder zurück wollen?
Verstopfte Strassen und öffentliche Verkehrsmittel?
Dichtes Gedränge in Einkaufszentren?
Leute, die Dir im Supermarkt mit dem Einkaufswagen in die Hacken fahren?
Einkauf als Familienausflug, inclusive Supermarkt als Spielplatz?
An überfüllten Flugschaltern auf den Beginn der Pauschalreise warten?

Die Liste ließe sich wohl beliebig fortsetzen. Dabei lohnt es wirklich einmal darüber nachzudenken, was uns die momentane Situation an Chancen bietet, die wir ohne diese gar nicht erkannt hätten oder wahrhaben wollen.

Homeoffice

Das Homeoffice, also das Büro zu Hause ist momentan in aller Munde – alle wollen von zu Hause aus arbeiten.
Die Idee ist gar nicht so dumm, wir praktizieren das bei uns auch in Teilen der Firma. Meine Abteilung besteht aus vier Kollegen, die im Büro Arbeiten. Ein Kollege macht Homeoffice, da er auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, was in dieser Zeit ein Risiko darstellt. In Zahlen ausgedrückt: 25% einer Abteilung macht Homeoffice. Unter uns vier Kollegen läßt sich das durchaus praktikabel in der Zukunft so organisieren.
In Büros mit überwiegend administrativen Tätigkeiten sollte das also kein Problem darstellen.
Die Folge: theoretisch 25% weniger Menschen, die täglich unterwegs sind. Anstatt, wie bei uns in NRW üblich, 300km Stau pro Tag also “nur” 225 km Gedränge.
Auch muss man nicht nach New York, Rio, Tokyo zu einem Meeting fliegen; das kann man, wie die Praxis zeigt, durchaus mit Skype, FaceTime oder ähnlichem Gedöns bewerkstelligen.
Wäre zu überlegen …

Digitales Lernen

Warum muss ein Kind/Jugendlicher tagtäglich in die Schule/Universität gehen? Lernen kann man auch zu Hause in seiner gewohnten Umgebung. Nur 2 von 5 Tagen in der Woche zu Hause lernen hätte ganz erhebliche Folgen für den Straßenverkehr, bzw. die öffentlichen Verkehrsmittel.
Natürlich geht das nicht pauschal, schließlich muss auch an die häusliche Betreuung der Kinder gedacht werden. In Konjunktion mit dem Home-Office der Eltern ergeben sich Möglichkeiten. Diese Möglichkeit sollte freiwillig sein; es gibt Eltern, die können kein Home-Office machen oder für eine entsprechende Betreuung der Kinder sorgen. Schulpflicht sollte nicht bedeuten, dass man jeden Tag in die Schule gehen muss.
Vorausgesetzt ist jedoch eine entsprechende Netzinfrastruktur, die das Lernen am Rechner/Tablet zu Hause erlaubt. Davon sind wir jedoch noch ein Stück entfernt. Der Ausbau der Netze und das Aufgeben alter Denkmuster zum Unterricht wären dazu dringend erforderlich!
Wäre zu überlegen …

Reisen

Die Freiheit, hinzugehen, hinzufahren oder hinzufliegen, wohin man möchte ist ein hohes Gut und darf keinesfalls zu Debatte stehen.
Es gilt jedoch einmal zu überlegen, wo ich meinen Urlaub verbringen kann/möchte. Zur Zeit ist es nicht möglich, selbst im eigenen Land in einer Ferienunterkunft unterzukommen, da diese schlicht und ergreifend geschlossen sind. Das einzige, was man noch machen kann, ist sich in seiner Umgebung aufzuhalten.
Das ist jedoch auch eine Chance, die nahe Umgebung kennenzulernen!
Für uns gesprochen bedeutet das, dass wir uns für mein Auto einen Fahrradträger zugelegt haben, den man auf der Anhängerkupplung in wenigen Handgriffen montieren kann. Damit ist man mobil und kann Radstrecken erreichen, die man ohne Auto nicht entdecken würde. Für uns als passionierte Radfahrer ein wirklich adäquater Urlaubsersatz.  So entdeckt man Kleinode in der nahen Umgebung, von deren Existenz man nicht einmal etwas geahnt hätte. Das Gute liegt oft näher, als man glaubt und bietet einem die Chance darüber nachzudenken, wie man seine Freizeit, bzw. seinen Urlaub gestalten kann. Und wenn Du dann noch eine Papiertüte hast, auf der Heimatshopper steht, dann bist Du ganz weit vorne!
Wäre zu überlegen …

Autokino

In meiner Jugend gab es zwischen Ratingen und Essen ein Autokino.
Das war ein Erlebnis! Rauf auf die Autobahn, Hungry Heart vom Springsteen läuft, tolle Filme gucken, Popcorn essen, Cola trinken, ein Tête à Tête mit der Freundin, und so weiter und sofort. Man war für sich und doch nicht allein.
Doch irgendwann gab es tolle Multiplex-Burgen mit mehr Kinos als man Finger an der Hand hat und alle fanden es geil. Ins Autokino wollte keiner mehr..

Nun fordert die Corona-Krise auch hier ihren Tribut. Das Multiplex-Kino des Vertrauens hat nämlich die Zugbrücken hochgezogen.
Die Stadt Willich hat sich jedoch der glorreichen Zeit erinnert und auf dem Schützenplatz ein Autokino eingerichtet. Der Ton kommt einfach via UKW-Radio in die Kutsche, Karten gibt’s nur online und Popcorn und Cola gibt’s leider auch nicht – kann man aber selbst mitbringen. DAS ist Ideenreichtum! Hoffentlich überdauert diese Idee den Sommer.
“Everybody’s got a Hungry Heart…”
Wäre zu überlegen …

Einkaufen

Wer ärgert sich nicht über lange Schlangen an Supermarkt-Kassen, dichtes Gedränge zwischen den Regalen und Kinder, die den Unterschied zwischen Supermarkt und Spielplatz nicht kennen?
Was spricht dagegen, den Zugang zu Geschäften zu regeln? Nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern vor allem deshalb, weil es viel entspannender ist!
Was spricht dagegen, dass Einkaufswagen auch weiterhin nach dem Gebrauch desinfiziert werden?
Es müssen dabei keinerlei Freiheiten aufgegeben werden, aber eventuell einmal ein paar Regeln überdacht werden. Ich würde mich in einem Geschäft, gleicher welcher Art, das diese Maßnahmen praktiziert, durchaus wohler fühlen.
Wäre zu überlegen …

Onlinehandel

Das ist ein ganz heikles Thema! Natürlich möchte jeder das, was er kauft, auch gerne sehen, probieren, anfassen. Ich würde bei weitem nicht alles online kaufen, bestimmte Dinge erwerbe ich grundsätzlich nur im Fachhandel (meine Fotoausrüstung).
In der momentanen Situation ist festzustellen, dass immer mehr Restaurants und Geschäfte einen Lieferservice anbieten, von denen man das zuvor nicht erwartet hätte.
Warum muß ich beispielsweise für jeden Sack Kartoffeln oder jede Tüte Chips in den Supermarkt fahren? Warum kann man keinen Lieferservice in Anspruch nehmen, der einem das ganze Gereffel nach Hause bringt. Dadurch würden viele der oben genannten Punkte deutlich entspannter.
Online-Bestellungen müssten dann jedoch so einfach sein, wie beispielsweise bei Amazon. Derartige Möglichkeiten sehe ich bei Supermärkten beispielsweise noch nicht.
Umgekehrt ist zu überlegen, ob ich mir jede einzelne Briefmarke oder Druckerpatronen bis an die Haustür liefern lassen muss. Dazu kann es Abholstationen geben, wie es vereinzelt schon praktiziert wird. Das Kleinzeug kann man sich ohne weiteres auf dem Weg von der Arbeit nach Hause abholen (wenn man kein Homeoffice macht …).
Wäre zu überlegen …

Systemrelevante Berufe

Das wird wahrscheinlich das Wort des Jahres 2020 werden.
Im Grunde ist jeder Beruf systemrelevant. Das Problem ist nur, dass einige fürstlich bezahlt werden und andere nicht dazu geeignet sind, überhaupt den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Dazu gehören beispielsweise Pflegepersonal, Reinigungskräfte, Verkäufer/innen und LKW-Fahrer. Da hilft es auch nichts, dass es in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn gibt.
Die Corona-Krise führt uns vor Augen, wie wichtig insbesondere diese Menschen sind (“halten den Laden am Laufen” – noch ein Wort für die Phrasenkiste).
Ich wünsche mir qualifiziertes und motiviertes Pflegepersonal, wenn ich es einmal brauche. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Land das Personal kommt! Ich möchte Verkaufspersonal, dass sich mit seiner Ware identifiziert und mich fachlich fundiert beraten kann. Ich möchte, dass die Menschen, die unsere Waren transportieren, dafür geachtet werden, dass sie tagelang nicht zu Hause sind und im Sommer wie im Winter in einer engen Fahrerkabine leben müssen.
Brauchen wir irrwitzig hohe Boni für Manager (die das Gegenteil, den Malus überhaupt nicht kennen), brauchen wir wirklich ein 13.Monatsgehalt, Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld? Oder verzichten wir nur zu einem kleinen Teil darauf, um oben genannte Personengruppe nur ein wenig gerechter zu entlohnen?
Wäre zu überlegen …

Jede Krise bietet immer eine Chance. Es ist nicht dienlich, plötzlich andere oder verschärfte Regeln zu begroßschautzen oder Angst zu haben, dass wir in einer Diktatur stalinistischen Ausmaßes landen werden.
Die momentanen Regeln schützen jeden Einzelnen von uns, egal ob jung oder alt, krank oder gesund, schwarz oder weiß, Jude, Christ oder Moslem. Es darf keiner Unterscheiden geben.
Dienlich für alle ist es jedoch, einfach einmal ein paar Gedanken daran zu verschwenden, wie es nach der Corona-Krise im täglichen Leben weitergeht.
Dazu ist es gut, dass es ein breite öffentliche Diskussion gibt, die auch diejenigen identifiziert, die aus dieser Krise einfach nur Kapital schlagen wollen; siehe Adidas oder Galeria (Kaufhof), die meinten, sie brauchen plötzlich keine Miete für ihre Ladenlokale abzudrücken. Im Falle Galeria besonders pikant, da die meisten Immobilien einer firmeneigenen Holding gehören (kann man sich nicht ausdenken).
Am Ende des Tunnels wird nicht derjenige weit vorne sein, der den meisten Profit aus der Krise geschlagen hat, sondern derjenige, der mit den innovativsten Ideen um die Ecke gebogen kommt, die uns weiterbringen.

Enkelkind

Wer jetzt auf niedliche Bilder von süßen Enkelkindern wartet, der wird enttäuscht werden, obwohl ich mittlerweile in einer Altersklasse bin, wo dieses Thema nicht so ganz abwegig wäre. Was soll hier jetzt also über Enkelkinder stehen?

Es sind nicht die eigenen Enkelkinder gemeint, sondern die “Kriegsenkel”. Wir alle kennen “Kriegskinder” – das ist die Generation unserer Eltern, also den Menschen, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren worden. Die “Kriegsenkel” – das ist die Generation, die folgte, also in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren wurden. Dazu zähle auch ich.

Auf dieses Thema bin ich durch ein Buch von Sabine Bode gestossen. Der Titel lautet “Kriegsenkel – Die Erben der vergessenen Generation”.
Ich habe es eher beiläufig in einer Buchhandlung gefunden, als ich auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen Freund war (der das Buch dann auch geschenkt bekommen hat).

Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation
Kriegsenkel: Die Erben der vergessenen Generation
Entwickler: Unbekannt
Preis: Unbekannt

Wir alle aus der oben genannten Generation aus den Jahren 1960 bis 1970 kennen die Worte unserer Eltern: “Ihr sollt es einmal besser haben!”, “Du hast so viel mehr als wir damals.”, “Wir meinten es doch nur gut.” , “Sei nicht so undankbar.”
Dabei ist jedoch einiges schief gelaufen. Meine Generation ist halb in der sichtbaren Welt des materiellen Wohlstandes und halb in der Welt der verschwiegenen Nöte aufgewachsen.

Über den zweiten Weltkrieg haben wir unser Wissen nur aus Erzählungen von Eltern und Großeltern. Die meisten Eltern oder Großeltern redeten nicht gerne über diese Zeit, um das Erlebte zu verdrängen oder wegzusperren. Doch auch wenn in vielen Familien über das Erlebte kaum gesprochen wurde, ist es nicht verschwunden.

Erst seit einigen Jahren gibt es ein Bewusstsein dafür, dass sich die Traumata der Eltern und Großeltern in den Nachkriegsgenerationen fortsetzen und verschiedenste Symptome produzieren können.

Ich habe dieses Buch verschlungen; die 304 Seiten hatte ich innerhalb einer Woche hinter mich gebracht. Ich denke, jeder aus meiner Generation wird sich darin in irgendeiner Form wiederfinden.
Meine Generation ist in einer Zeit aufgewachsen, in der es materiell im Grunde an nichts gefehlt hat und wir in Sicherheit leben konnten. Wir konnten uns satt essen, wir hatten genug Spielzeug, wir hatten die sagenhafte Auswahl an drei Fernsehprogrammen, wir konnten sagen, was wir denken.
Auch brauchten wir keine Angst zu haben, dass unsere Eltern von irgendwelchen Schlapphüten in Ledermänteln abgeholt wurden, noch hatten wir keine Angst, dass unsere Väter unvermittelt in den Krieg ziehen müssen und dass uns die Dächer weggebombt wurden. Und hätte zu der Zeit irgend jemand auf den Knopf gedrückt, dann wären einstürzende Dächer das kleinste Problem gewesen.

In vielen Passagen aus dem Buch, in dem eine Vielzahl von Menschen meiner Generation über ihre Kindheit berichten, habe ich mich selbst erstaunt wiedergefunden. Es kamen Dinge zu Tage, über die ich nie besondere Gedanken verschwendet habe.

Als ich zu schreiben begann, tat ich das mit der linken Hand!
Meinen Eltern mißfiel das aus mir nicht erklärlichen Gründen. Ich konnte doch bereits einige Worte schreiben (und Kreuzworträtsel lösen!), dennoch musste ich lernen, mit der rechten Hand zu schreiben. Das hat mich einige Mühe gekostet, mehr jedoch hat es in mir das Gefühl aufkommen lassen, das etwas mit mir falsch ist!

Mich hat Politik und Geschichte schon sehr früh interessiert, ich war neugierig und wollte alles wissen.
Über die Zeit des Krieges erfuhr ich fast ausschließlich von meinem Vater. Er hat es mir seine Jugend im dritten Reich sehr bildlich nahegebracht, ich konnte mir viel von dem Leben damals vorstellen. Ich wußte Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre sogar, wer damals in meiner Heimatstadt die größten Nazis waren (obwohl es die ja eigentlich gar nicht gab).

Von meiner Mutter, die eine Flucht aus Schlesien über Sachsen und Thüringen bis nach Berlin hinter sich hatte, erfuhr ich leider so gut wie gar nichts. Ich erfuhr sogar recht beiläufig, dass sie einen Bruder hatte, der kurz vor Ende des Krieges an Trisomie-21 verstorben ist. Es gibt leider nur ein einziges Foto, auf dem er zu sehen ist. Ich hätte sehr gerne mehr über ihn erfahren, aber es wurde nie darüber geredet. Es war schließlich mein Onkel, auch wenn ich ihn nie gekannt habe …

In den 70er Jahren wurde die Bundesrepublik durch die RAF terrorisiert. Es herrschte eine seltsame Stimmung der Angst im ganzen Land, die immer spürbar war. Mir wurde nur beigebracht, dass man sich “in Acht nehmen” soll …
Wovor? Warum hätte Andreas Baader oder Ulrike Meinhof aus Stammheim ausbrechen sollen und ausgerechnet in unserer Wohnung aufkreuzen sollen? Was hätten sie dort wollen  können? Ich verstand damals den ganzen Almauftrieb nicht, der da veranstaltet wurde. Es ging sogar soweit, dass Nachbarn von uns, die vom Aussehen heute einfach nur “Ökos” wären, argwöhnisch beobachtet wurden, da sie lange Haare und Bärte trugen (und bestimmt nichtmals die SPD gewählt hätten).

Warum das alles so war, wie es war habe ich mir selbst in Büchern angeeignet.
Was ist in meinem Geburtsjahr in Berlin passiert, warum waren die alle so böse auf den Schah von Persien mit seiner wundeschönen Gattin? Wer war Benno Ohnesorg? Warum wurde er umgerbacht? Ebenso Rudi Dutschke?
Es gab einfach keine Antworten!

Alles das hatte seine Ursachen im zweiten Weltkrieg und der nicht aufgearbeiteten Vergangenheit.  Es ging allen besser, man “war wieder wer” und lud auf der anderen Seite Despoten in die Berliner Oper ein, prügelte Menschen nieder, die dagegen demonstrierten  und nahm kritiklos die Entlaubung von Vietnam durch unsere amerikanischen Freunde hin.
Selbst in der Schule war das alles kein Thema, geschweige denn, dass ich mit meinen Eltern oder Verwandten, also der Familie darüber reden konnte. Ich wollte einfach nur wissen, warum das so war, ich wollte es verstehen.

“Kriegsenkel” von Sabine Bode hat mir geholfen, es letztendlich, mit über 50 Jahren doch etwas zu verstehen.
Es liegt schlicht und ergreifend an der Generation unserer Eltern, die im Krieg schreckliches erlebt haben und es zu großen Teilen irgendwo tief im Inneren vergraben haben. Es sollte auch nie mehr ans Tageslicht kommen. Ängste und Sorgen werden so natürlich nicht verarbeitet und kommen auch nie ans Tageslicht.
Diese unterschwelligen Nöte, Sorgen und Ängste haben sich auf meiner Generation übertragen. Es zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen.

Ich bin vor 4 Jahren selbst an “Burn-Out”, oder besser gesagt an Depressionen erkrankt. Ich fühlte nicht überfordert und manchen Situationen nicht gewachsen. In den “landläufigen” Therapien lernt man dann, dass man sich abgrenzen soll und auf sich achten soll. Das geht nur zu einem gewissen Grad.
Nach der Lektüre des Buches bin ich der festen Überzeugung, dass ich Ursachen meiner damaligen Krankheit unter anderem auch aus meiner Kindheit herrühren. Nicht auffallen, vorsichtig sein, nicht anecken, nicht alles hinterfragen. Letzter fiel mir mit meiner angeborenen Neugier besonders schwer!
All dessen muss man sich bewusst werden. Vor allem muss man sich bewußt sein, das man nicht falsch ist!
Wir müssen schauen, dass wir mit diesem Erbe leben können.

Zehn kleine Ignoranten

Zeitgemäße Abwandlung des amerikanischen Liedes Ten Little Injuns aus dem Jahr 1868. Der Text wurde von Eva Puma ins Netzt gestellt.

 

Ein kleiner Ignorant, der war nicht gern allein, da lud er alle Kumpel zur Corona-Party ein.

Zehn Ignoranten grillten an im Park, für Neune wars ein geiler Tag, der Zehnte hustet stark.

Neun Ignoranten, die Masken halfen nicht, Achten geht es prima, der Neunte ging ins Licht.

Acht Ignoranten besuchen Omilein, Der Achte brachte Kuchen und Viren mit herein.

Sieben Ignoranten shoppen dicht an dicht, Sechse komm' gesund heraus, der Siebte schafft es nicht.

Sechs Ignoranten, am Spielplatz hart gechillt, Fünf von ihnen gehn nach Haus, den sechsten hat's gekillt.

Fünf Ignoranten hamstern Klopapier, Geholfen hat es ihnen nicht, da waren's nur noch vier.

Vier Ignoranten wuschen nicht die Hände, Dreien ist nicht viel passiert, doch war's des Vierten Ende.

Drei Ignoranten, ein Haarschnitt muss jetzt sein, Zweie sehen stylisch aus, der Dritte der ging ein.

Zwei Ignoranten fühl'n sich fit und stark, Der eine der lag richtig, der andre liegt im Sarg.

Ein kleiner Ignorant, ist wieder all alone, Mach Du es bitte besser und #staythefuckathome

- Eva Puma

Happy Birthday Roger Hodgson

An dieser Stelle meinen herzlichsten Glückwunsch an den Sänger und Komponisten Roger Hodgson zu seinem 70.Geburtstag!

Roger Hodgson wurde am 21.März 1950 in Portsmouth, Hampshire, England geboren, war von 1969 bis 1983 Mitglied von Supertramp und war im Anschluß daran bis heute als Solokünsteler unterwegs. Die Alben der Band, insbesondere Breakfast in America, Even In The Quietest Moments und Paris waren meine Lieblingsalben, die sich unentwegt auf meinem Plattenteller drehten. Seine anschließenden Solo-Alben zeigten, wie gewichtig sein Beitrag zu Supertramp war.

 

Take The Long Way Home, Supertamp 1979, Paris Pavillon

[su_youtube url=”https://www.youtube.com/watch?v=RsYfeMMeNVg” title=”Take The Long Way Home”]

[su_quote cite=”Supertramp, 1979″]Does it feel that your life’s become a catastrophe? Oh, it has to be for you to grow, boy[/su_quote]

Diese Passage aus “Take The Long Way Home” ist mein Lebensmotto und hat mir bis dato aus jeder Lebenslage geholfen.

Danke Roger, … und ich wünsche mir noch viel Musik von Dir!

Der Chilli-Tester

NOTIZEN EINES UNERFAHRENEN CHILI-TESTERS WÄHREND SEINES URLAUBS IN TEXAS

Kürzlich wurde mir die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb teilzunehmen, Der ursprüngliche Punktrichter war kurzfristig erkrankt und ich stand gerade in der Nähe des Punktrichterstandes und erkundigte mich nach dem Bierstand, als die Nachricht über seinen Ausfall eintraf. Die beiden Punktrichter (beides gebürtige Texaner) versicherten mir, dass die zu testenden Chilis nicht allzu scharf sein würden. Außerdem versprachen sie mir Freibier während des ganzen Wettbewerbs.

Hier sind die Bewertungskarten des Wettbewerbs:

 

Chilli Nr.1 Maniac Mobster Monster Chili
  • Richter 1: Etwas zu tomatenbetont, amüsanter Kick
  • Richter 2: Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma, sehr mild.
  • Ich: Ach Du Scheiße! Was ist das für ein Zeug? Damit kann man getrocknete Farbe von der Autobahn lösen! Brauchte zwei Bier, um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das Übelste. Diese Texaner sind echt bescheuert.

Chilli Nr.2 McArthurs Nachbrenner-Chili
  • Richter 1: Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Pepperonibetonung.
  • Richter 2: Aufregendes Grill-Aroma, braucht mehr Pepperoni, um ernst genommen zu werden.
  • Ich: Schließt das Zeug vor den Kindern weg. Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollen mir Erste Hilfe leisten und schleppen mehr Bier an, als sie meinen Geichtsausdruck sahen.
Chilli Nr.3 Fred’s berühmtes “Brennt die Hütte nieder”-Chilli
  • Richter 1: Exzellentes Feuerwehrchili! Mordskick. Brauch mehr Bohnen.
  • Richter 2: Ein bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter Pfefferschoten.
  • Ich: Ruf den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden. Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder, was zu tun ist; bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!
Chilli Nr. 4 Bubba’s Black Magic
  • Richter 1: Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend.
  • Richter 2: Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili.
  • Ich: Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich, einen Tester auszubrennen?
Chilli Nr.5 Lisa’s legaler Lippenentferner
  • Richter 1: Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Cheyennepfeffer fügt einen bemerkenswerten Kick hinzu. Sehr beeinruckend.
  • Richter 2: Hackfleisch-Chili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muss zugeben, dass der Cheyennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterlässt.
  • Ich: Meine Ohren klingeln. Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Musste furzen und vier Leute hinter mir mussten von einem Sanitäter behandelt werden. Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, dass ich von dem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe. Sally goß Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind?
Chilli Nr.6 Vera’s sehr vegetarisches Chilli
  • Richter 1: Dünnes, aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zischen Chilis und anderen Gewürzen.
  • Richter 2: Das beste bis jetzt! Aggressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. Superb!
  • Ich: Meine Därme sind gerade ein Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen, als ich furzen musste und ich fürchte, es wird sich durch Hose und Suhl fressen. Niemand traut sich mehr, hinter mir zu stehen. Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe gerade das dringende Bedürfnis, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen.
Chilli Nr.7 Susanne’s “Schreiende Sensation”-Chilli
  • Richter 1: Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpepperoni.
  • Richter 2: Ahhm, … schmeckt, als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Pepperoni hineingeworfen. Ich mache mir Sorgen um Richter 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und fluchtvöllig unkontrolliert.
  • Ich: Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen, ich würde nicht einen Mucks fühlen. Auf einem Auge sehe ich gar nichts mehr und die Welt hört sich wie ein rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, das mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit lava-artigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd. Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren, was mich getötet hat. Habe beschlossen, das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll’s, ich bekomme keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch das große Loch in meinem Bauch einsaugen.
Chilli Nr.8 Helena’s Mount Saint Chilli
  • Richter 1: Ein perfekter Ausklang – ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug, um auf seine Existenz hinzuweisen.
  • Richter 2: Der letzte Bewerber ist ein gut ausbalanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf. Bedauerlich ist nur, dass das meiste davon verloren ging, als Richter 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt. Armer Kerl, ich frage mich, wie er auf ein scharfes Chili reagiert hätte …

Groove Dub Techno Mix

Die CD und/oder Alben sind out – es lebe die Playlist.
Bisweilen kommt es vor, dass man sich einfach nur ein wenig von der Musik “bedudeln” lassen möchte, sei es im Auto, im Flieger oder einer Zugfahrt inclusive der dazugehörigen Verspätungen.
Dazu sind nie enden wollende Playlists das Mittel der Wahl.

Für mich, dessen Jugend in der 90er Jahren bereits ihren Zenit überschritten hat, ist Techno die Musik der Wahl!
Das ganze natürlich ein wenig “smooth” und weniger “Hyper, Hyper”.
Dazu habe ich einen wunderschönen Kanal auf YouTube gefunden, der von dem Kanadier Harrison Divecha betreut wird. Herausragend sind dabei seine “Groove Techno Mixes”.
Leider sind die letzten Beiträge bereits aus dem Jahr 2017, … und vielleicht gibt’s irgendwann mal eine Fortsetzung.
Los geht’s:

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Der Corona-Virus

Der Corona-Virus, genauer gesagt SARS/CoV2, bestimmt zur Zeit unser Tagesgeschehen.
Wir lesen reißerische Schlagzeilen in der Boulevard-Presse, die eine Pandemie orakeln. Zu sehen sind Sondersendungen auf jedem Sender im Fernsehen.
Abseits dessen gibt es jedoch auch sinnvolle Maßnahmen, zum Beispiel an meinem Arbeitsplatz (Aufklärung, Bereitstellung von Hygienematerialien).

Zum Vergleich ein paar Zahlen:

  • An Masern sind 9,8 Millionen Menschen erkrankt, davon 1,4 Millionen mit tödlichem Ausgang. Gleichwohl laufen einige Eltern Sturm gegen eine Impfpflicht bei Masern!
  • 38 Millionen Menschen sind mit dem HIV-Virus infziert, jährlich gibt es 2,3 Millionen neue Fälle. Trotz dieser Tatsache sieht sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung genötigt, Werbung für die Nutzung von Kondomen zu machen!
  • In der “Grippesaison” 2017/2018 sind 1674 Menschen alleine in Deutschland an der Influenza laborbestätigt verstorben. Die konservativen Todesfälle ohne Laborbestätigung liegen bei über 25.000 Toten. Gleichwohl sind auch hier die Menschen skeptisch, was Impfungen anbelangt!
  • Stand 28.02.2020, 9.00 Uhr sind hierzulande 49 Menschen laborbestätigt mit dem COVID-19-Virus infiziert, von denen jedoch 1/3 bereits offiziell als geheilt bestätigt sind. Als Folge bricht in Deutschland eine Angst apokalyptischen Ausmaßes aus!

Die Realität:

Als ich am Samstag, wie an jedem Wochenende, unsere Einkäufe erledigte, konnte ich mir selbst ein Bild machen.
In der Schlange beim Bäcker erzeugt ein leichtes Husten meinerseits bereits gefühltes Unwohlsein der umstehenden Kunden.
Nicht besser wurde es beim ALDI , denn bereits vor dem Parkplatz bildete sich eine Autoschlange. Ich wage mir gar nicht auszumalen, was in dem Geschäftsraum abging.
Weiter ging es zum NETTO. Wenigstens war der Parkplatz befahrbar. Im Geschäftsraum hatte man zunächst den Eindruck, man betritt hier einen HO-Laden aus finstersten DDR-Zeiten – blanke Regale!
Die Kunden räumten mit geübten Rollgriffen alles in den Einkaufswagen, was nicht niet- und nagelfest war. Die Auswahl an Nudeln war nicht existent, die Auswahl an Konserven höflich gesagt überschaubar und Milch gab es nicht mehr.
Die gefühlt einzigen Artikel, die reichlich vorhanden waren, waren Hygieneartikel wie Seife und Duschzeug – genau mein Humor!
Gerade ausgiebiges und gründliches Händewaschen, das mindestens 20 Sekunden in Anspruch nehmen sollte, ist laut Bundegesundheitsministerium die beste Prophylaxe gegen das Virus.

Die Zahlen sind von Statista, BZgA sowie dem Robert-Koch-Institut.

Des Teufels General

In Tagen wie diesen, in denen immer die Worte “Rassismus” und “Fremdenfeindlichkeit” fallen, kommt mir immer der großartige Film “Des Teufels General” nach dem gleichnamigen Drama von Carl Zuckmayer mit Curd Jürgens in der Hauptrolle in den Sinn.

Deutschland im Dezember 1941 – ein junger Leutnant hat Sorge, dass sein Ariernachweis nicht lupenrein ausfallen wird, da es in der Linie der Großmutter vermutlich jüdisch-gläubige Vorfahren gibt.

Curd Jürgens in der Rolle des General Harras hält dazu eine Ansprache an den jungen Leutnant, die heutige aktueller ist den je:

[su_quote]Schrecklich. Diese alten verpanschten rheinischen Familien! … (lacht vor sich hin) Stell’n Se sich doch bloß mal ihre womögliche Ahnenreihe vor: da war ein römischer Feldherr, schwarzer Kerl, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Dann kam ‘n jüdischer Gewürzhändler in die Familie. Das war ‘n ernster Mensch. Der ‘s schon vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Dann kam ‘n griechischer Arzt dazu, ‘n keltischer Legionär, ‘n Graubündner Landskecht, ein schwedischer Reiter…und ein französischer Schauspieler. Ein…böhmischer Musikant. Und das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen, gesungen und…Kinder jezeugt. Hm? Und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der … Matthias Grünewald. Und so weiter, und so weiter. … Das war’n die besten, mein Lieber. Vom Rhein sein, das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das is Rasse. Sei’n Sie stolz drauf, Leutnant Hartmann, und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter auf den Abtritt! [/su_quote]

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen!