Wired To The Moon New
Wired To The Moon / Chris Rea
aus dem Jahr 1984
Chris Reas unterschätztes Kleinod aus den Achtzigern
Wenn man an Chris Rea denkt, kommen einem meist sofort „The Road to Hell“ oder die winterliche Hymne „Driving Home for Christmas“ in den Sinn. Doch wer sich abseits der großen Hits durch seine Diskografie hört, stößt auf echte Perlen – und „Wired to the Moon“ aus dem Jahr 1984 gehört definitiv dazu.
Ein Album voller Mut zum Experiment
„Wired to the Moon“ war Chris Reas sechstes Studioalbum, aufgenommen zwischen August und Dezember 1983 und im April 1984 über das Label Magnet veröffentlicht. Was das Album so besonders macht, ist sein erfrischender stilistischer Facettenreichtum. Statt sich auf eine Formel zu verlassen, wagt Rea hier einen bunten Streifzug durch verschiedene Klangwelten.
Gleich der Opener „Bombollini“ überrascht mit treibenden, südamerikanisch inspirierten Percussion-Rhythmen und Panflöten-Klängen – ein mutiger, atmosphärischer Einstieg, der zeigt, dass Rea sich nicht scheute, über den Tellerrand des klassischen Soft-Rock hinauszublicken. Direkt danach folgt mit „Touché d’Amour“ ein charmanter Ausflug in den Reggae, gesungen auf Französisch – ein echtes Kuriosum in seinem Werk und ein Beweis für seine musikalische Neugier.
Die Herzstücke: Balladen mit Tiefgang
Natürlich kommen auch die Fans seines gewohnten Sounds nicht zu kurz. Stücke wie „Shine Shine Shine“ und „Holding Out“ sind genau die Art von gefühlvollen, warmen Balladen, für die Rea bekannt und geliebt wird – getragen von seiner unverkennbar rauchigen Stimme und diesen sehnsuchtsvollen Gitarrenlinien, die seit jeher sein Markenzeichen sind. Der Titeltrack „Wired to the Moon“ selbst und das abschließende „Winning“ runden das Album mit eingängigem, songwriterisch starkem Soft Rock ab, der zum Träumen einlädt.
Ein Album zum Wiederentdecken
Auch wenn „Wired to the Moon“ kommerziell nicht an Reas spätere Welterfolge anknüpfen konnte, ist genau das der Reiz dieses Albums: Es ist ein Zeitdokument eines Künstlers, der mitten in seiner kreativen Entwicklung steckte und bereit war, Risiken einzugehen. Die Singles „I Don’t Know What It Is But I Love It“, „Touché d’Amour“ und „Ace of Hearts“ zeigen zudem, wie vielseitig einsetzbar Reas Songwriting bereits damals war.
Für alle, die Chris Rea nur über seine großen Radiohits kennen, lohnt sich ein Abtauchen in „Wired to the Moon“ umso mehr. Es ist ein Album, das Geduld belohnt – mit warmer Produktion, ehrlicher Handwerkskunst und jener unverwechselbaren Wärme, die Reas Musik bis heute so zeitlos macht. Ein echter Geheimtipp für Fans und Neuentdecker gleichermaßen!
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