Paris New
Paris / Supertramp
aus dem Jahr 1980
Es gibt Live-Alben, die einfach nur ein Konzert dokumentieren – und es gibt Meisterwerke, die eine ganze Ära einfangen. Zu Letzteren gehört ohne Zweifel „Paris“ von Supertramp, aufgenommen im Jahr 1979 im legendären Pavillon de Paris und veröffentlicht im September 1980. Bis heute gilt dieses Doppelalbum als eine der absolut besten Live-Platten der Rockgeschichte.
Einzigartige Sound-Ästhetik und Spielfreude
Was „Paris“ so besonders macht, ist die unglaubliche Perfektion, mit der Supertramp ihre komplexen Studioarrangements live auf die Bühne brachten – und dabei noch eine Portion mehr Energie und Seele einhauchten.
Die perfekte Balance: Die Band schaffte das schier Unmögliche: Sie klangen live so präzise wie auf ihren Meisterwerken Breakfast in America oder Crime of the Century, ließen aber gleichzeitig den Raum für eine emotionale Live-Dynamik, die das Publikum bis heute mitreißt.
Gänsehaut-Vocals: Der Kontrast und die Harmonie zwischen den markanten Stimmen von Rick Davies und Roger Hodgson verleihen jedem Song eine unglaubliche Tiefe. Ob Hodgsons glasklare, zerbrechliche Töne oder Davies‘ bluesige, erdige Vocals – jede Note sitzt perfekt.
Die Höhepunkte des Albums
Das Setlist-Design von Paris ist ein echtes Best-Of der goldenen Jahre der Band. Jedes Lied strahlt in einem neuen, lebendigen Licht:
- „The Logical Song“: Schon nach den ersten Tönen des elektrischen Pianos und der ikonischen Saxofon-Melodie ist man gefangen. Live hat der Song eine dringliche, mitreißende Energie, die sofort unter die Haut geht
- „Dreamer“ und „School“: Diese Klassiker entfalten vor einem frenetischen Publikum eine ganz eigene Magie. Die jugendliche Auflehnung von School mit seinen Mundharmonika-Klängen und dem treibenden Rhythmus ist purer Live-Rock.
- „Bloody Well Right“: Hier zeigt die Band ihre bluesige, kraftvolle Seite. Rick Davies dominiert den Song mit genialem Klavierspiel auf dem markanten Wurlitzer E-Piano und einer Lässigkeit, die man einfach bewundern muss.
- „Fool’s Overture“: Ein epischer Abschluss, der mit Soundcollagen, Kirchenglocken, Zitaten von Winston Churchill und bombastischem Keyboard-Arrangement den perfekten Schlusspunkt unter ein unvergessliches Konzerterlebnis setzt.
Ein Denkmal für eine Band auf dem Höhepunkt
Paris ist mehr als nur eine Ansammlung guter Songs. Es ist ein akustisches Zeitdokument, das die absolute kreative Blütezeit von Supertramp einfängt. Die Interaktion mit dem französischen Publikum, der warme, druckvolle Mix dank des genialen Soundtechnikers de Band, Russel Pope und die schier unendliche Spielfreude machen das Anhören zu einer echten musikalischen Reise.
Wer die Augen schließt, während die ersten Akkorde von Breakfast in America oder Hide in Your Shell erklingen, steht plötzlich mitten in Paris im Jahr 1979.
Fazit: Supertramp haben mit Paris ein unsterbliches Denkmal für die Live-Musik geschaffen. Eine Platte, die zeigt, wie zeitlos großartige Kompositionen und handwerkliche Perfektion sind – pure Lebensfreude für die Ohren!
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