Building The Perfect Beast New

Building The Perfect Beast / Don Henley

aus dem Jahr 1984

Wie Don Henley 1984 seinen eigenen Weg fand

Als Don Henley 1984 sein zweites Soloalbum veröffentlichte, hatte er längst bewiesen, dass er auch ohne die Eagles Musikgeschichte schreiben kann – aber mit Building the Perfect Beast gelang ihm der endgültige Durchbruch als eigenständiger Künstler. Am 19. November 1984 bei Geffen Records erschienen, wurde das Album zu einem der prägenden Werke des Jahrzehnts und zeigt bis heute, warum Henley zu den großen Songwritern seiner Generation zählt.

Eine neue kreative Partnerschaft

Nach seinem Solodebüt I Can’t Stand Still fand Henley in Danny Kortchmar einen kongenialen Mitstreiter. Gemeinsam verbrachten sie fast zwei Jahre im Studio, entwickelten einen unkomplizierten Arbeitsprozess und ließen sich Zeit, jeden Song bis ins Detail auszuarbeiten. Diese Sorgfalt ist dem Album in jeder Sekunde anzuhören: Nichts wirkt hier hastig zusammengeschustert, jeder Track hat seinen eigenen Charakter.

Was die Platte zusätzlich besonders macht, ist die beeindruckende Riege an Gastmusikern. Lindsey Buckingham von Fleetwood Mac, Mike Campbell und Benmont Tench von Tom Petty and the Heartbreakers, Belinda Carlisle, Steve Porcaro und David Paich von Toto sowie Randy Newman gaben sich die Klinke in die Hand – ein Line-up, das seinesgleichen sucht und dem Album eine enorme klangliche Bandbreite verleiht.

Der Sound: Zeitgeist trifft Songwriting-Handwerk

Musikalisch bewegt sich Building the Perfect Beast zwischen Rock, Synth-Pop und New Wave und setzt bewusst auf die damals modernen Synthesizer- und Drumcomputer-Sounds. Statt sich davon treiben zu lassen, nutzte Henley diese Werkzeuge, um seine Geschichten über Beziehungen, das Älterwerden und gesellschaftliche Beobachtungen noch eindringlicher zu erzählen. Der Titeltrack etwa spielt mit dem Gedanken an Klonen und technologischen Fortschritt – Themen, die 1984 hochaktuell waren und heute erstaunlich zeitlos wirken.

Die Hits, die bis heute nachwirken

Kaum ein Album der 80er hat so viele Singles hervorgebracht, die bis heute im Radio laufen:

  • „The Boys of Summer“ – gemeinsam mit Mike Campbell geschrieben, wurde der Song mit seinem unverwechselbaren Video zur Lead-Single und zu einem der definierenden Stücke der Dekade.
  • „All She Wants to Do Is Dance“ – von Kortchmar komponiert, erreichte Platz 9 der Billboard Hot 100 und Platz 1 der Rock-Charts.
  • „Sunset Grill“ – atmosphärisch und nachdenklich, ein Fanliebling bis heute.
  • „Not Enough Love in the World“ und „Drivin‘ with Your Eyes Closed“ rundeten die Single-Auskopplungen ab.

Jeder dieser Songs zeigt eine andere Facette von Henleys Songwriting, und genau diese Vielseitigkeit macht das Album auch nach über vierzig Jahren noch hörenswert.

Anerkennung, die für sich spricht

Der Erfolg von Building the Perfect Beast war überwältigend: Das Album erreichte Platz 13 der Billboard-200-Charts, verkaufte sich über drei Millionen Mal und wurde mit einem Grammy sowie vier MTV Video Music Awards ausgezeichnet. Der Rolling Stone listete es später unter den 100 besten Alben der 1980er-Jahre – eine verdiente Würdigung für ein Werk, das Anspruch und Zugänglichkeit auf seltene Weise miteinander verbindet.

Fazit

Building the Perfect Beast ist mehr als nur eine Sammlung großartiger Singles. Es ist ein Album, das zeigt, wie ein Künstler mit den Mitteln seiner Zeit arbeitet, ohne seine Identität zu verlieren. Wer die 80er-Jahre lieben – oder einfach nur ausgezeichnetes Songwriting schätzen –, findet hier ein Album, das auch heute noch jede Menge zu bieten hat. Ein echter Meilenstein in Don Henleys Karriere und ein Muss für jede gute Plattensammlung.


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