Aus und vorbei
Was würde wohl ein gestandener, eloquenter Experte wie Mario Basler zum Aus der Deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA sagen? Mit Sicherheit nichts Nettes, jedoch viel Wahrheit.
„Wir dürfen jetzt nicht alles schlecht reden, so schlecht waren wir nämlich gar nicht. Wir waren nur miserabel.“
Mario Basler
Deutschland ist raus. Und ganz ehrlich: Wer da von Pech redet, der hat die Spiele nicht gesehen. Das war keine unglückliche Niederlage, das war Arbeitsverweigerung. Da war nix! Kein Feuer, kein Wille, kein gar nix. Schon beim Warmmachen war klar: „Oh je, das wird wieder ein Wellness‑Kick und grünem Tee in der Hydration Break.“
Man gewinnt den Eindruck, die Spieler laufen, als hätten sie einen Schrittzähler, der bei 5.000 Schritten sagt: genug für heute! Da geht keiner mal über die Schmerzgrenze.
Da haut keiner mal dazwischen. Fußball ist ein Kampfsport – aber wir spielen, als wär’s ein ein Tanztee im Grand Hotel des Bains am Lido aus Viscontis „Tod in Venedig“ um 16.00 Uhr nachmittags.
Man kann es jedoch auch so sehen wie unser Bundeskanzler Friedrich Merz, wobei man sich wahlweise fragen kann, ob er das Spiel überhaupt gesehen hat, sein Social-Media Team grenzdebil oder er, respektive vorgenanntes Team sturzbetrunken oder auf Droge waren:
„Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“
Friedrich Merz auf X
Und so stolperte das Team durch die Gruppenphase wie ein Tourist, der zum ersten Mal in New York versucht, die Subway zu verstehen.
- Spiel 1: Hoffnungsvoll gestartet, als hätte man die Fußballweisheit neu erfunden.
- Spiel 2: Ein bisschen wackelig, aber hey, es ist ja noch alles drin.
- Spiel 3: Und dann der Moment, in dem man merkt: Oh. Wir sind ja schon fast draußen.
Natürlich wird jetzt wieder alles fein säuberlich seziert, wie eine Wasserleiche in der Pathologie, frei dem Motto Mortui vivos docent:
- „Die Taktik war falsch.“
- „Der Trainer hat nicht richtig gewechselt.“
- „Die Spieler waren müde.“
- „Der Ball war zu rund.“
- „Die Zeitverschiebung.“
- „Fast-Food statt Dinkel-Müsli.“
Aber seien wir mal ehrlich: Deutschland bei einer WM ist inzwischen wie ein Blockbuster, dessen Trailer äußerst verheißungsvoll aussieht – und dann kommt der Film raus und man denkt sich: Das war’s? Wirklich? Hoffentlich gibt’s keine Fortsetzung …
Immerhin: Die Mannschaft hat die amerikanische Gastfreundschaft erlebt.
- Großartige Stadien
- Perfekte Hotdogs
- Und die Gewissheit, dass man spätestens vor dem Achtelfinale wieder Zeit für Sightseeing hat
Vielleicht war es ja sogar Absicht. Schließlich ist ein früher Rückflug günstiger, und wer möchte nicht ein paar Tage länger in Los Angeles oder Miami verbringen?
Alle reden wieder über Systeme. 4‑3‑3, 3‑4‑3, 4‑2‑irgendwas. Leute, das ist doch Brainfuck! Wenn du keine Typen hast, kannst du auch mit 8‑1‑1 spielen, das bringt überhaupt nix. Wir haben Spieler, die sehen aus wie Hochglanzmodelle – aber spielen wie Statisten.
Man ist geneigt festzustellen, dass die Jungs mehr mit Selfies beschäftigt waren als mit dem Gegner. Da wird nach dem Spiel gefragt, wo’s die besten Burger gibt. Freunde, ihr seid bei einer WM! Nicht bei „Deutschland sucht den besten Foodtruck“.
Es kommt nun wieder, wie es kommen muss:
- Es wird wieder eine Taskforce gebildet (Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis – was in der Wirtschaft hilft, hilft auch beim Fußball).
- Es wird wieder ein Papier geschrieben.
- Es wird wieder gesagt: „Wir müssen uns weiterentwickeln“.
Wir wollen Spieler sehen, die nach dem Spiel aussehen, als hätten sie einen Kampf gegen einen Rasenmäher verloren. Was wir nicht wollen, sind Spieler, die nach 90 Minuten aussehen, als kämen sie frisch aus der Gesichtsbehandlung oder aus’m Barbershop.
Deutschland ist raus – verdient.
Aber wir können’s besser.
Wir müssen’s nur endlich wieder wollen. Wie das geht, haben Ecuador und Paraguay vorgemacht!
Und wenn wir das hinkriegen, dann reden wir wieder über Titel.
Bis dahin: Malochen. Nicht posen.
Und trotzdem werden wir 2030 wieder sagen:
„Diesmal aber wirklich. Ganz sicher. Hundertprozentig.“

… und wenn jetzt irgendjemand eine Trainerdiskussion lostreten will, … Peter Neururer soll heute bereits vor der DFB-Zentrale in Frankfurt gesichtet worden sein. 🤣
Er sei bereit, sofort zu übernehmen …
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