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Reha in der Eifelklinik

„Well, we’re scared, but we ain′t shakin′
Kinda bent, but we ain’t breakin’“

The Long Run, Eagles, 1979

Einleitung


Das Frühjahr 2026 wird mir noch lange in guter Erinnerung bleiben. Nach einer anstrengenden Zeit im Alltag durfte ich vom 20.März bis 8.Mai sieben Wochen in der Eifelklinik Manderscheid verbringen – eingebettet in die wunderschöne Natur der Vulkaneifel. Rückblickend war dieser Aufenthalt nicht nur eine medizinische und psychologische Maßnahme, sondern eine echte Chance, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen.

Es kann sein, dass der Text etwas länger wird, für einen kurzen fehlte mir leider etwas die Zeit. Es kann ebenfalls sein, dass das eine oder andere nicht ganz ernst oder ironisch gemeint ist, das Leben ist bisweilen trist genug!

Wenn mir Anfang des Jahres jemand gesagt hätte, dass ich das Frühjahr 2026 damit verbringen würde, meinen Körper zu beugen, meine Seele zu lüften und über die Kunst des richtigen Atmens zu philosophieren, hätte ich vermutlich laut gelacht. Aber tja: Manderscheid und die Eifelklinik hat mich eines Besseren belehrt.

Zunächst beantragte ich auf Anraten meiner Hausärztin nach erneutem Auftreten psychosomatischer Symptome bei der Deutschen Rentenversicherung eine Reha; nach wenigen Wochen kam ein Schreiben, dass die Reha genehmigt wurde und dass ich auserwählt wurde, diese in der Eifelklinik zu Manderscheid zu verbringen. Das war meine Wunschklinik, da ich dort im Jahr 2017 bereits eine Reha absolviert hatte und es mir dort sehr gut gefallen hat.

Zu einem späteren Zeitpunkt bekommst Du dann Bescheid, wann Du die Reha beginnen kannst. Männliche Rehabilitanden (wie wir fortan heißen), die in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgewachsen sind, erinnern sich zwangsläufig an den Einberufungsbescheid zur Bundeswehr. Man bekommt gesagt, wann man sich wo einfinden soll, was man mitbringen muss und was man zu Hause lassen soll. Kleiner Geheimtipp: Man sollte sich daran halten.

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Ankunft

Irgendwann ist dann soweit: Der Tag der Anreise ist da. Nach der Ankunft meldet man sich an der Rezeption und nach einem kurzen Moment wird man von der Patientenaufnahme in Empfang genommen. Das ist in der Regel Frau Otten, der gute Geist der Eifelklinik. Sie nimmt Dir mit ihrer humorvollen Art sofort die Angst, dass es in dieser Klinik zugeht , wie in einem alten Edgar Wallace-Film. Es kommen weder Heinz Drache als knochiger Chefarzt, noch Elisabeth Flickenschild als strenge Oberschwester und schon gar nicht Klaus Kinski als schizophrener Assistenzarzt durch eine knarzende Tür auf Dich zu.

Du bekommst anschließend kurz die Topographie der Klinik erklärt, die aus mehreren Häusern besteht (es gibt die Häuser 2 bis 10, kein Haus 1 und zu den Häusern 11 und 11 1/2 kommen wir später). Dein Zimmer wird Dir gezeigt und einen Plan in die Hand gegeben, wie Dein erster Tag zunächst abläuft. In der Regel wirst Du mittags in das Klinikrestaurant geführt, dort wird Dir gezeigt, wie alles funktioniert und wie Du täglich aus drei Mittagsmenus mit nur einer digitalen Chipkarte an einem Bildschirmterminal auswählen kannst. Vom Fleischfresser bis zum Veganer wird hier jeder fündig werden, und das für eine Klinik in äußerst guter Qualität. In den sieben Wochen meines Aufenthaltes gab es nicht einmal das gleiche Gericht.

Anschließend geht’s zum Onkel Doktor, der die ärztliche/medizinische Aufnahme durchführt, hauptsächlich Wiegen und Blutdruck messen.

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Therapie

Ein Aufnahmegespräch bei Deinem Bezugstherapeuten oder Therapeutin folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Dort wird Dir aufgezeigt, welche Behandlungspfade neben der Gruppentherapie und Einzelgesprächen für Dich in Betracht kommen, z.B. Achtsamkeit und Meditation (in meinem Fall), Mut und Freiheit oder Lebensfreude, speziell auf die Diagnose abgestimmt, weswegen Du in der Reha bist.

Ein „Pflichtfach“ für alle ist, neben den wöchentlichen Einzelgesprächen mit Deinem Bezugstherapeuten die Gruppentherapie und die Einführung in diverse Entspannungstechniken, erstere zweimal wöchentlich für spielfilmtaugliche 90 Minuten, letztere einmal wöchentlich im Zeitrahmem einer Vorabendserie, also ca. 60 Minuten, in beiden Fällen ohne Werbeunterbrechung oder Produktplatzierungen. Alle Therapeuten, die ich kennenlernen durfte haben einen extrem kompetenten Eindruck hinterlassen, was auch für die Therapeuten in den jeweiligen, oben genannten Behandlungspfaden gilt. Insbesondere sei hier Franziska Schellen-Heck hervorgehoben, die alleine mit ihren einzigartigen „Signature-Sätzen“ ein Highlight meiner Reha waren:

Wer A sagt, … der muss einen Scheiß

Nein Punkt ist ein ganzer Satz“

Das ist jetzt aber ein richtiger Brainfuck

„Warum: „eigentlich“?“ (eigentlich gehe ich gerne ins Kino)

So was vergisst man nicht und die Sätze sind in meiner Welt extrem alltagskompatibel!

Ein paar Worte noch zur Gruppentherapie, da viele hier vermutlich mit zwiespältigen Gefühlen hinein gehen. Grundsätzlich gilt dort das Motto eines jeden ordentlich geführten Swinger-Clubs: „Alles kann, nichts muß“. Du kannst Dich mit Deinen Themen der Gruppe öffnen, Du kannst es genauso gut sein lassen. Niemand wird Dich jemals zu irgendetwas zwingen, was Du nicht möchtest! Man sitzt im Kreis, schaut sich an und denkt zunächst: „Oh je, was mache ich hier?“ Drei Wochen später jedoch teilt man in der Regel seine tiefsten Geheimnisse mit Menschen, die man gefühlt schon ein halbes Leben kennt und denen man vertraut. Du solltest Dich darauf einlassen …! Zu den Gruppenthemen besteht grundsätzlich Schweigepflicht außerhalb der Gruppe und ich habe es während meines Aufenthalts in keiner Form mitbekommen, dass dieses „Schweigegelübde“ gebrochen wurde, gleich ob Personal oder Rehabilitand/in. Weiterhin ist positiv zu berichten, dass ausnahmslos jeder versucht, Dir Hilfestellung bei Deinen Themen zu leisten.

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Sport

Da es sich um einen psychosomatische Reha handelt, gibt’s nicht nur was für die Seele, sondern auch für den Körper. Für alle gibt es ein sog. MTT (medizinisch-technisches Training), was individuell auf Dich abgestimmt wird. Wer ein Fitness-Studio kennt, wird sich sofort zu Hause fühlen. Wer das nicht kennt, braucht keine Angst zu haben, es ist keine „Mucki-Bude“, in der Du zum Body-Double von Arnie Schwarzenegger mutieren wirst. Es dient der Wiederherstellung der Beweglichkeit. Nicht mehr, nicht weniger. Weiterhin kannst Du darüber hinaus auch noch andere sportliche Aktivitäten auswählen, z.B. Nordic Walking (ja, meine Damen und Herren, auch bei Schnee, Regen und Hagel!), achtsamkeitsbasierte Bewegungstherapie, Wassergymnastik, Rückenfit oder einfach nur Sport & Spiel. Dort ist der Name Programm, nach einer kurzen Aufwärmphase wird dort gespielt, z.B. Volleyball, Tischtennis oder Badminton oder es wird Dir gezeigt, welch wundersame Dinge ein einfaches Gerät wie eine Faszienrolle bewirken kann!

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Vorträge

Darüber hinaus gibt es einige interessante Vorträge rund um das Thema Reha, z.B. Ernährung, Sport, Nachsorge, Soziale Rahmenbedingungen, etc. Diese werden von Mitarbeitern der Klinik durchgeführt, denen es neben fachlichen Kenntnissen nicht an Unterhaltungswert mangelt! Es darf dabei tatsächlich bisweilen auch gelacht werden: Vortrag über Sport mit dem sympathischen Sporttherapeuten Dennis Kauth, der auf jeden Einwurf seitens der Zuhörer in allen denkbaren Situationen einen locker sitzenden Spruch bereithält – der Grad der Schwere des Spruches ist bei ihm grundsätzlich proportional zur Qualität des Einwurfes, bzw. der Frage. Praktisches Beispiel: Anfrage eines jungen, motivierten Rehabilitanden: „Nutzen Sie Supplements?“ (für die Fremdsprachler unter uns: Nahrungsergänzungsmittel). Da ich Dennis Kauth und seine Einstellung dazu bereits aus meiner letzten Reha kannte, nahm ich mein Popcorn und lehnte mich zurück:

Wenn Du auf tschechische Eiweißprodukte aus ’ner ehemaligen Kolchose stehst, wenn Du Pickel auf’m Rücken wie bei einem 15-jährigen toll findest und wenn Du 3 Meter gegen den Pumakäfig stinken willst, dann sind diese Sachen das richtige Zeug für Dich!

Ende Gelände! Das sitzt. Das merkst Du Dir, da hast Du was gelernt. Und einmal herzhaft gelacht, obwohl es hier womöglich etwas an political correctness mangelt, aber man sollte nicht jedes Wort sofort auf die Goldwaage legen.

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Der Therpieplan

Alle Deine Aktivitäten werden in einem Therapieplan festgehalten, der wöchentlich gilt und einem individuellen Postfach zu finden ist. Gelegentlich wird dieser Plan geändert und man sollte wenigstens morgens einmal in sein Postfach schauen. Das hört ich jetzt ein wenig nach Stundenplan an einer OGS (offene Ganztags-Schule) an, aber es regelt Deinen individuellen Tagesablauf. Von einigen hört man zuweilen, dass ihnen die Pläne auf die Nerven gehen, weil „zu viel drauf steht“. Dazu sei angemerkt, dass es sich bei einer Reha grundsätzlich nicht um ’ne Pauschalreise in einem 5-Sterne Hotel mit Chill-Faktor und livrierten Lakaien, die um Dich rumtanzen handelt, sondern um Maßnahmen, die Deiner Gesundung dienen! Nimm es an, auch wenn es bisweilen anstrengend ist, aber Dir wird geholfen! Man muss auf Grund des Therapieplans versuchen, sich seinen Tag einzuteilen, was meines Erachtens durchaus gut möglich ist und auch einen gewissen Lernfaktor beinhaltet. Sollte es wider Erwarten doch zu eng werden, kann man jederzeit in die Terminplanung gehen und versuchen, den Plan zu ändern, was in der Regel keine Schwierigkeit darstellt.

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Freizeit

Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo Du Feierabend hast. Was kann man alles mehr mit seiner Zeit anfangen, als um 17.15 Uhr zum Abendessen zu gehen und damit den Tag zu beenden? Vorausgeschickt sei, dass Du im Handumdrehen sehr viele Leute kennenlernen wirst, mit denen Du Deine Freizeit ganz oder in Teilen verbringen kannst und/oder willst. Für mich ist es immer von besonderer Wichtigkeit, in derartigen Situationen keinen Freizeitstress aufkommen zu lassen, getreu dem Motto des letzen deutschen Entertainers Harald Juhnke: „Keene Termine und immer leicht einen zu sitzen“.

Damit kommen wir ganz unmittelbar zu einem sehr wichtigen Punkt. Der Genuß von Alkohol ist während der gesamten Reha-Zeit untersagt. Ist so und braucht nicht diskutiert zu werden – die Ampel ist rot und Du bleibst stehen. So einfach ist das. Die Klinik behält sich vor, Alkohol-Tests durchzuführen (wie bei beliebten Alkoholkontrollen durch die Polizei). Meiner Ansicht nach geht es auch ohne Alkohol, ich hatte in den sieben Wochen meines Aufenthaltes kein Problem und ich habe niemanden getroffen, der das als Stimulanz für gute Laune (die es durchweg gibt) brauchte.

Die Klinik selbst bietet eine Fülle von Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Fitnessraum zur Nutzung in der Freizeit, Billard, Kicker, einen Spieleraum oder eine Cafeteria (seit April 2026 mit den Herzensmenschen Deniz und Murat Erkan als Betreiber. Das Suçuk-Bruschetta war eine der besten Achtsamkeitsübungen – Du vergißt in wenigen Augenblicken alles um Dich herum!). Es werden auch viele Veranstaltungen in der Klinik und in Manderscheid angeboten (Wanderungen, Stadt- und Burgführungen, kulturelle Veranstaltungen, unter anderem auch unter Beteiligung der Chef-Ärztin Sabine Ziegler), Infos dazu gibt es auf verschiedenen Monitoren im Haus und im Foyer. Unterhalb der Klinik gibt es sogar einen Grillplatz und im Haus eine Kegelbahn, die jedem zur Nutzung zur Verfügung stehen. Langweilig sollte es also niemand werden. Weiterhin gibt es ein Schwimmbad und eine Sauna zur Benutzung in der Freizeit. Um hier gleich eventuell aufkommenden Animositäten oder auch Hoffnungen entgegenzuwirken : Der Saunabesuch ist strikt nach Männlein und Weiblein zu unterschiedlichen Zeiten getrennt.

Natürlich gibt es auch einen Platz für Freunde des Tabakgenusses. Bei meinem letzten Aufenthalt 2017 war der Raucherbereich neben der Cafeteria, heute ist er in einem Zelt unterhalb der Cafeteria und Haus 9. Um hier in der Nomenklatur der Klinik zu bleiben, wurde dieses Zelt von den Rauchern zweckmäßiger Weise in „Haus 11“ umbenannt. Hier bekommst Du in der Regel unmittelbaren Anschluß. Es gab sogar Nichtraucher, die wegen der hervorragenden Stimmung, die dort herrscht, auch ihre Zeit im Raucherbereich verbracht haben. Der Therapie-Ansatz ist ebenfalls bemerkenswert , denn die Nutzer des „Hauses 11“ sind verpflichtet, dort in Eigenverantwortung Ordnung zu halten, der Roomservice ist hier nicht Teil des All-In Paketes! Will heißen: Du musst Aschenbecher leeren, Tische putzen, sonntags die Mülleimer leeren und die Müllsäcke an die Straße bringen, weil montags die Müllabfuhr kommt. Außerdem gibt es für die reiche einheimische Ornis, sprich die Vogelwelt am Raucherbereich ein spezielles „Haus 11 1/2“, ein Futterhäuschen, das von den Rauchern ebenfalls betreut wird und mit regelmäßig Futter zu versorgen ist.

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Einkaufsmöglichkeiten

Kommen wir nun zu den reichhaltigen Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Es gibt eine Tankstelle. Die hat so lange auf, wie der Besitzer Bock darauf hat. Kommste zu spät, haste Pech gehabt. Weiterhin gibt es eine Apotheke und einen Geschenkladen, sowie ein paar Bäckereien und einen Blumenladen.

An der Ausfallstrasse Richtung Großlittgen und Himmerod befindet sich die eigentliche Shopping-Mall von Manderscheid, die derzeitig leider nur einen Penny-Markt beheimatet, der jedoch für die Bedürfnisse in der Reha ausreichend sortiert ist. Einen internationalen Stern gewinnt der Markt, da es dort Pasteis de Nata, eine portugiesische Spezialität gibt. Für diejenigen, die jetzt beginnen, hektisch bei Google danach zu suchen: Es handelt sich um Blätterteiggebäck mit Cremefüllung. Fußläufig ist der Supermarkt in knapp 20 Minuten zu Fuß zu erreichen. Vorausgesetzt ist jedoch eine halbwegs gute Kondition, da es hinter der Klinik zunächst steil den Berg hinauf geht. Diejenigen, die es etwas kommoder mögen oder nicht gut zu Fuß sind, können sich zweimal wöchentlich von der Klinik aus mit einem Taxi dorthin chauffieren lassen, die Kosten hierfür betragen einen schlanken Euro pro Fahrt. Wen es darüber hinaus etwas in die Urbaniät zieht – die Kleinstädte Daun und Wittlich sind in 15 Minuten mit dem Auto zu erreichen, wer es etwas mondäner mag, dem seien Trier und Luxemburg ans Herz gelegt.

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Nachtruhe

Täglich ab 22.30 Uhr herrscht Nachtruhe im Klinikum und sämtliche Türen werden verschlossen, Wochenendaußnahmen gibt es nicht. Diskussionen darüber ebenfalls nicht. Einige „freiheitsliebende“ Zeitgenossen bezeichnen das als „Einschluß“, wie es dem ein oder anderen womöglich aus einer Justizvollzugsanstalt bekannt vorkommen dürfte.

Nochmals: Wir befinden uns in einer Klinik, die die Gesundheit fördern soll und nicht am Ballermann oder im Sauerlandstern, wo es Rock around the clock oder Beach and Booze-Parties gibt, oder wie es früher üblich war, als eine Reha noch Kur hieß: Morgens Fango, abends Tango. Dafür genießt man hier die Rundum-Betreuung durch ein Pflegeteam, wenn man es braucht, also quasi betreutes Wohnen, wie es uns womöglich im Alter ereilt.

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Die Gemeinschaft

Die Gemeinschaft unter den Patientinnen und Patienten war überraschend angenehm. Trotz unterschiedlicher Altersstruktur und Lebensgeschichten entstand schnell ein Gefühl von gegenseitigem Verständnis, Vertrauen und Unterstützung. Viele Gespräche beim Essen, in den Pausen, beim gemeinsamen Sport, auf dem Flur, im Raucherbereich oder während der gemeinsamen Freizeitgestaltung waren sehr bereichernd und äußerst motivierend, vielfach albern und lustig oder wenn es drauf ankommt, auch mal tiefgreifend. Hier hat man den Eindruck, dass jeder für jeden da ist! Insbesondere dann, wenn Du neu in der Klinik bist. Neulinge erkennt man grundsätzlich an ihrem Plan in der Hand und suchenden Augen, die scheinbar aus dem Kopf hervortreten, da die Topographie des Hauses trotz Beschilderung der einzelnen Gebäude und dorthin bisweilen für Verwirrung sorgt. Jeder, der Dich in einer solchen Situation vorfindet, wird Dir ohne zu Zögern seine Hilfe anbieten. Allein dadurch kommt man schnell in ein Gespräch und Du merkst, dass Du nicht alleine auf dem Planeten Eifelklinik bist!

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Die Lage der Klinik

Die wunderschöne Lage der Klinik unmittelbar am Wald lädt natürlich zu ausgedehnten Wanderungen ein. Insbesondere im Frühling und im Herbst sei dem geneigten Wandervogel festes Schuhwerk empfohlen, im Wald kann es bisweilen sehr feucht sein und die Wege können matschig sein. Wir befinden uns hier in der Vulkaneifel und es gibt hier im Wald tatsächlich Felsformationen. An der Klinik beginnt der sog. Achtsamkeitspfad durch den Wald, den jeder einmal beschreiten sollte. Dort gibt es mehrere Stationen, auf denen Du Deine Achtsamkeit trainieren oder wiedererlangen kannst. Du kannst barfuß durch die Kleine Kyll waten, in einer Hängematte chillen, auf Steinen sitzen und dem Rauschen der Wälder oder der Kleinen Kyll zuhören oder in einem ausgehöhlten Stein Deine Stimme mit dem Echo des Waldes hören. Das ist weder lachhaft noch esoterischer Hokuspokus, sondern macht wirklich Spaß. Am Achstsamkeitspfad gibt es unter anderem ein Glockenspiel, das ich mir mit dem Telefon aufgenommen habe. Daraus habe ich mir zu Hause ein Instrument gesampelt, mit dem ich Musik machen kann und was mich immer an diesen tollen Weg erinnert.

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Was bleibt am Ende?

Als ich am am Vorabend des 8. Mai meine Koffer packte, war das Gefühl ein völlig anderes als im März. Der Akku ist wieder voll, der Kopf ist sortiert und ich habe gelernt, dass „Nein“ ein vollständiger Satz ist und wie ein Außerirdischer unsere Natur wahrnimmt (kein Witz!) – danke, Franziska Schellen-Heck, das ich an diesem „Trip“ während der Achtsamkeitstherapie teilnehmen durfte! So sehr ich mich auf zu Hause gefreut habe, war ich auch ein wenig traurig, diesen Ort der Ruhe und die große Anzahl an Herzensmenschen, die ich kennenlernen durfte zu verlassen.

Macht’s gut, Manderscheid! Ich werde die Ruhe und die vielen Herzensmenschen, die ich kennenlernen durfte, vermissen.


Life is a series of hellos and goodbyes
I’m afraid it′s time for goodbye again

Say Goodbye To Hollywood, Billy Joel, 1976

Mein Fazit: Psychosomatische Reha ist kein Urlaub – es ist harte Arbeit an sich selbst. Aber in der Eifelklinik Manderscheid wird einem diese Arbeit verdammt angenehm gemacht. Mit einer gehörigen Portion Humor, tollen Therapeuten und Mitpatienten, (sorry: Rehabilitanden) die zu Freunden wurden, war diese Zeit ein absolutes Geschenk.

Hier noch ein kleines Video mit ein paar achtsamen Eindrücken aus Manderscheid, der Umgebung und dem wunderbaren Bauerngarten von Anita Steinbach:

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