Unterwegs

Train Station Olhão
Bahnhof Olhão, Algarve,Portugal

“Touristen wissen nicht, wo sie waren; Reisende wissen nicht, wohin sie gehen.”

Paul Theroux

Es gibt Momente, da spürt man das Leben am deutlichsten, wenn man unterwegs ist. Nicht unbedingt im Ankommen, sondern im Dazwischen. In dem Gefühl, dass alles möglich ist und nichts muss. Vielleicht ist es genau dieses Schweben zwischen Start und Ziel, das das Unterwegssein so besonders macht.

Es geht nicht um das Ziel. Den perfekten Ort. Den nächsten Meilenstein. Aber wenn wir unterwegs sind merken wir, dass die Magie oft im Moment liegt, in dem man noch nicht weiß, was kommt.

Es ist der Kaffee am Bahnhof, der seltsam gut schmeckt, obwohl er aus dem Automaten kommt. Es ist das Gespräch mit einem Fremden, das einen unerwartet lange beschäftigt. Es ist der Blick über die Landschaft und die Gedanken, die plötzlich leicht werden.

Ich glaube, wir sollten öfter unterwegs sein – nicht nur geografisch, sondern auch innerlich. Raus aus der Komfortzone, hinein in das Ungewisse, das vielleicht nicht sicher, aber lebendig ist. Denn unterwegs zu sein, bedeutet nicht, verloren zu gehen. Es bedeutet, auf dem Weg zu sein – zu etwas, zu jemandem oder einfach nur zu sich selbst.