Touch the Mac

Am 27.Oktober 2016 lud die Firma Apple unter dem Motte „Hello again“ zur Präsentation neuer Mac Hardware.
Soweit, so gut, viele behaupteten, es wurde Zeit, insbesondere da Microsoft tags zuvor ein neuen Desktop Computer vorstellte, der designmäßig nicht ganz von der Hand zuweisende Parallelen zum iMac hat. Selbstverständlich läßt sich das komplette Teil mit Touch Gesten bedienen. Über SInn und Zweck dieser Geschichte braucht man keine Worte zu verlieren, da dieses Teil für mich, insbesondere auf Grund Windows 10 nicht im Geringsten in Betracht gezogen wird.

Wer nun von den Apfelbauern einen neuen iMac, Mac mini oder gar einen neuen Mac Pro erwartet, der wurde aufs Bitterste enttäuscht. Es gab nur MacBooks. Pro. Dünner, leichter, schneller, kraftvoller. Und anfaßbar.
Was muss man sich darunter vorstellen? Schließlich bekam das Wort „Touch“ an diesem Abend eine inflatioäre Bedeutung.
Nun, dem neuen MacBook Pro wurden die Funktionstasten kastriert. Substituiert werden sie von einem „Surprise and Delight“-Feature namens Touch Bar.
Das ist ein kleine Bildschirmleiste im Retina-Format, die kontextabhängig Funktionstasten zur Verfügung stellt und auf den Namen „Touch Bar“ hört. Das mutet zunächst relativ unspektakulär an, von einigen ist diese Touch Bar auch schon als „Emojicon Bar“ degradiert worden.
Craig Federighi spielte damit zunächst etwas in den Apple eigenen Programmen herum und man bekam einen ersten Vorgeschmack.
Ernst wurde es, als dann die „Pro“-Vorführung begann. Eine Dame von Adobe, die vom Outfit her eher zu „Bauer sucht Frau“ gepaßt hätte, zeigte jedoch auf eindrucksvolle Art, was man mit dieser Touch Bar in Photoshop anfangen kann. Man malt beispielsweise mit dem im Verglich zu den Vorgängermodellen doppelt so großen Touch Pad und über die Touchbar justiert man die Farbe nach. Man kann also richtig malen mit dem Teil.
Im Anschluß daran gab es noch eine Vorführung mit einem DJ-Programm. Die Touch Bar macht aus dem Programm und dem Mac dann ein richtiges Instrument, mit dem man „performen“ kann, wie man heute sagt.

Natürlich müssen die Programme auf diese Touch Bar angeglichen werden, ich male mir gerade aus, wie das in Garage Band oder gar Logic aussieht, bzw. wie es sich anhört. Dann kann aus dem MacBook Pro in der Tat ein Instrument werden.
Oder ein Malbuch, oder ein Schnittplatz mit ordentlicher Haptik für’s Urlaubsvideo.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dererlei mit einem Surface möglich ist …

Mich hat diese ganze Vorstellung schon ziemlich begeistert. Es gibt immer noch Leute, die ein Laptop mit der Maus bedienen. Das war bei den alten MacBooks mit Touch Pad schon obsolet. Mit der Touch Bar erfährt man eine ganz andere Haptik! Meiner Ansicht nach um Längen besser als ein Windows-System auf Mobilgeräten, was „einfach“ nur mit den Fingern bedient wird. Das geht meiner Meinung nach nur schief …

Auch wurden bei den neuen Macs wieder ein paar alte Zöpfe abgeschnitten. Zunächst einmal ist der Apfel im Deckel nicht mehr beleuchtet. Gut, dieses Phallus-Symbol braucht nicht jeder. Viel schwerwiegender erscheint das der Wegfall des MagSafe-Anschlusses für das Ladekabel. Aber mal erhlich, wer sitzt am MacBook und hat das Ding am Stromnetz hängen. Das mag bei Geräten mit 4 Stunden Batterielaufzeit ein Argument sein. Mein MacBook Pro aus 2012 schafft 6 Stunden Hardcore-Lightroombearbeitung locker. Nebenbei dudelt dann auch noch iTunes und Fazebook in der Menuleiste. Darüber hinaus gibt es nur noch USB-C Anschlüsse – die Adapterindustrie wird’s freuen. In ein paar Jahren kräht danach wahrscheinlich kein Hahn mehr. Das einzige Teil, das ich an mein MacBook hängen muß, ist dann ein Kartenleser, da auch dieser beim neuen MacBook Pro wegfällt.

Enttäuscht wurden die Desktop-Fraktion. Außer dem MacBook nix Neues aus Kalifornien.

Die Frage, die ich mir stelle, muß ich jetzt enttäuscht sein?

Ich finde, ich muß es nicht. Ich halte nichts von dem Hype, jedes Jahr ein neues Gerät rauszuhauen. Wer soll das alles kaufen? Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass mein iMac mittlerweile fünfeinhalb Jahre auf dem Buckel hat. Ich kann mich nicht erinnern, in meiner Windows-Zeit so lange einen Rechner benutzt zu haben, vor allem im Hinblick auf Systemupdates. Auf meinem alten Windows Rechner hat Windows 10 die halbe Windows 7 Installation zerschossen, ganz zu schweigen, dass die Netzwerkkarte und das DVD-Laufwerk nicht mehr erkannt werden und ich keinen Bock habe, da stundenlang dran herumzufummeln.

Mein iMac wurde seit OS X 10.7 Lion mit brachialer Konsequenz bis zu macOS Sierra 10.12 lediglich aktualisiert. Kein „Clean-Install“, einfach nur die Aktualisierung drüberbügeln.
Lediglich bei 10.12 zeckte der Treiber für mein Steinberg Audio-Interface. Die anschließende Treiberneuinstallation schaffte hier jedoch kurzfristig Abhilfe. Das ganze System, das wie oben beschrieben jedes Jahr neu gestichen wird, funktioniert anstandslos wie beim ersten Anschließen. Gut, die mechanische Festplatte merkt man, insbesondere, wenn ich vorher am MacBook Pro mit einer SSD gearbeitet habe. Aber auch hier besteht die Möglichkeit, anstatt einer HDD eine SSD zu verwenden, zumal die Preise weit von dem entfernt sind, was vor 2 Jahren aufgerufen wurde. Natürlich ist das bei einem iMac nicht so ein einfaches Unterfangen wie in einem Windows-Rechner. Aber einen Ferrari lasse ich auch in einer Fachwerkstatt warten und reparieren und versuche es gar nicht erst selbst.

Wenn man sich die Preise für die Hardware anschaut, ist das natürlich starker Tobak. Ein iMac, der meinen Vorstelltungen entspricht (27’ Retina mit 2 TB Fusion Drive) kostet stolze 2.500 Kopeken. Da kommt man natürlich ins Grübeln, insbesondere, weil „der Alte“ noch so rüstig ist, trotz des Retina-Displays, dass wohl irgendeinen unsichtbaren Schriftzug mit „Kauf mich doch bitte“ enthalten muss, wenn man es sich im Laden staunend anschaut.

Da gibt es Leute, die bemängeln, dass es den MacPro in seiner momentanen Form bereits seit 2013 gibt. Derjenige, der so ein Gerät braucht, ist schnell bei einem Anschaffungspreis jenseits der 5.000 Euronen angelangt. Auch wenn es professionelle Grafiker oder Musiker sind, die so ein Teil nutzen, so werden sie bestimmt nicht jedes Jahr diese Summe raushauen, um ein nigelnagelneues Gerät zu kaufen, dessen Mehrwert an neuen Features den Preis bestimmt nicht wettmacht. Es gibt `ne Menge Musikstudios, die immer noch mit dem alten MacPro arbeiten und damit rundum zufrieden sind.

Das einzige, was mir auf der Präsentation gefehlt hat, ist eine externe Tastatur mit Touch Bar für die Deskotp Macs. Das Ding hätte ich blind bestellt, Preis egal, Lieferzeit egal.




OS X Yosemite

Die Yosemite Falls gehören zu den höchsten und bekanntesten Wasserfällen der Welt. Sie befinde sich im Yosemite-Nationalpark in der Sierra Nevada in den USA.
Soviel zur Allgemeinbildung.

Yosemite heißt auch das neue Betriebssystem für den Mac. Seit Donnerstag nacht ist es über den Mac App-Store kostenfrei zu beziehen.
Willy Brandt hat beim Mauerfall 1989 gesagt, dass jetzt zusammenwächst, was zusammen gehört.
Nicht anders sieht es hier aus, bei OS X 10.10, Codename Yosemite. Die enge Verzahnung zum mobilen Betriebssystem iOS 8 ist unübersehbar.

Als bekennender Apple-Stalinist sind unsere mobilen Geräte selbstverständlich schon auf dem neuesten Stand.
Zeit also, die Macs aufzufrischen.
Wie bei Apple gewohnt, geht diese Prozedur äußerst entspannt vonstatten. So entspannt, dass ich mir für den ganzen Fackelzug unseren Wellness-Freitag mit Sauna und Massage ausgesucht habe.
Einfach gesagt, zwischen 2 Saunagängen und der anschließenden Massage wurden MacBook Pro und iMac mit dem neuen Betriebssystem gefüttert. Beim MacBook Pro geht das erfahrungsgemäß um Welten schneller als bei unserem iMac, da das kleine Notebook eine SSD-Festplatte hat, also nix Mechanisches.
Der große iMac ist hat da eher die Mentalität eines großen Strassenkreuzers und hat die Sache etwas gemütlicher angehen lassen.

Doch auch er war nach einer knappen Stunde (inclusive 5,6 GB Download!) wieder am Start, in schöner, neuer Pracht.
Das erste auffallende Merkmal nach dem Start ist das flachere Design. keine Knöpfe mehr, an “denen man lutschen möchte”, wie Steve Jobs es bei der Einführung der Aqua-Oberfläche einmal formuliert hat. Auch die neue Schrift in den Menus wirkt sehr simpel, dennoch edel.

Die Frage, die sich nach einem Betriebssystem-Update stellt ist, ob alles wie gewohnt funktioniert. Die Frage ist mal wieder mit einem ganz klaren “ja” zu beantworten! Alles läuft, keine Geschwindigkeitseinbußen, keine Inkompatibilitäten, keine Treiber-Probleme.
Einzig den iMac habe ich noch einmal neu gestartet, was prinzipiell ungewöhnlich ist. Doch danach lief er wirklich rund, immerhin hat er schon 3 Jahre und 3 Betriebssystem-Updates hinter sich.

Zeit, die Neuerungen auszuprobieren. iCloud hat jetzt eine richtige Ordnerstruktur analog Dropbox und läuft perfekt. Continuity und Hands-Off heissen die neuen Zauberwörter.
Will heissen, ich schreibe an einem Text auf meinem iPad und ich habe keinen Bock mehr und will am Mac weiterarbeiten. Kein Problem. Mein “Pages” wartet schon im Dock auf mich. Anrufen vom MacBook aus, wenn ich auf der Terasse sitze – kein Problem, solange das iPhone in Reichweite ist. Einfach aus dem Adressbuch die Nummer wählen, dass Höhrer-Symbol anknipsen und los geht’s.

So stellt man sich ein Betriebssystem-Update vor. Ohne Probleme, ohne Schmerzen.
Dass es auch anders geht, hat sich am selben Tag auf der Arbeit gezeigt. Hier haben wir es mit Windows 7 zu tun. Ich musste mein Dell-Notebook dringend mit Sicherheits-Updates versorgen. Das funktioniert in einer großen Firma mit einem Net-Installer. In der Zeit, in der dieser die Patches gesucht hat, haben meinem Macs ein ganzes Betriebssystem heruntergeladen. In der Hälfte der Zeit, in denen das Dell-Laptop die endlich gefundenen Patches installiert hat, haben sich beide Macs aktualisiert.

Gut, dass ich mir so etwas zu Hause nicht mehr antun muss …




OS X Mavericks

Nach der Keynote am 22.10.2013 war es endlich verfügbar, das neue OSX Mavericks. Kurz nach Ende der Präsentation hat mein iMac bereits das Update angezeigt.
Zuerst wurde mein MacBook Pro aktualisiert. Das ging verhätlnismässig schnell, da wohl niemand direkt nach der Keynote den Finger auf dem Download-Knopf hatte. In knapp anderthalb Stunden war die gesamte Prozedur beendet. Mein iMac hat sich die Nacht über Zeit genommen, da der Ansturm auf die Apple-Server wohl etwas höher war.

Auch hier war die Installation ein Kinderspiel. Zwar riet Steinberg (Hersteller meiner Musik-Software) vom Update erst einmal ab, aber was soll’s – “No risk, no fun”. Die Bedenken waren unbegründet; Programm und Audio-Interface liefen wie gewohnt (perfekt).

Nach der Installation ging der Update-Fackelzug allerdings noch weiter; die iLife – und iWork-Programme wurden ebenfalls einer Frischzellenkur unterworfen. iWork ist jetzt noch einfacher und die Dokumente sehen auf dem Mac endlich so aus wie auf dem iPad und umgekehrt. Beim Kauf eines neuen iOS-Gerätes oder eines Mac sind die Programme kostenlos, verbunden mit einem herzlichen Gruß an das 99$-Jahresabo an Office 365 von M$ aus Redmond.
iPhoto ist noch schlichter, benutzt die Apple-Karten und iMovie erlaubt es endlich, Filme in die Cloud zu laden. Peferkt. Der Knaller ist für mich das iCloud-Schlüsselbund, dass alle meine Passwörter (die ich mir nicht merken kann) für alle meine Geräte in der iCloud speichert. Sicher, die NSA wird das alles auf dem Weg zu den Servern in Cupertino mitlesen, aber dann sparen sie sich wenigstens den Anruf bei Google, Dropbox und anderen Verdächtigen, damit die mein Passwort rausrücken. Man ist behilflich, wo man kann. Selbst Mutti Merkel kann augenscheinlich nicht mehr ungestört mit ihrem Gatten Konversation betreiben ,,,

Die ganze Installations-Arie dauerte zwar, aber ging so problemlos von Statten, wie man sich das bei Apple wünscht und auch gewohnt ist.
Was ist nun so toll an Mavericks? Sieht doch aus wie OS X 10.8 Mountain Lion?
Mein MacBook ist dank SSD eh pfeilschnell, doch mein iMac scheint noch eine Ecke schneller zu laufen. Das MacBook glänzt dagegen mit einer spürbar längeren Akku-Laufzeit, die ohnehin schon ihres Gleichen sucht. Der iMac fühlt sich an wie ein neues Gerät. An der Optik wurde bis auf ein paar Icons und am Kalenderdesign wenig bis gar nichts getan; es ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig.
Unter der Haube wurde viel gebastelt; Energieffezienz heißt das Zauberwort, was sich vor allem bei den MacBooks bemerkbar macht. Aber auch der iMac fühlt sich an, als hätte er wesentlich mehr RAM zur Verfügung. Laut Apple sollen spezielle Kompressionsalgorithmen dafür verantwortlich sein.

Sei es wie es ist, das “fortschrittlichste Desktop-Betriebssystem” wurde mal wieder noch besser gemacht. Hier hat man nicht, wie bei DOS das Gefühl, dass die Karre nach jedem Update langsamer wird. Vor allem funktionierenn die Updates; mein alter DOS-7 Rechner hat bisweilen die Angewohnheit, das Installieren von Updates mit Fehlermeldungen zu quittieren.

Zu erwähnen bleibt noch, dass Mavericks (und wohl auch alle zukünftigen Apple-Betriebssysteme) kostenlos ist. Gut, der eine oder andere wird sagen, dass das bei den Mondpreisen für die Hardware ein schlechter Witz ist. Ein geniales Verkaufsargument ist das trotzdem, den M$ verdient beispielsweise ausschließlich damit die Kohle. Wenn die das machen müssten, könnten die wahrscheinlich demnächst die Pension für den durchgeknallten Steve Ballmer nicht mehr aufbringen. Aber so ist das Leben. Der Punkt geht nach Cupertino zu Apple ins sonnige Kalifornien.

Ein ebensolcher Frontalschuß zu Microsoft nach Redmond ist die kostenlose iWork-Suite. Na, … aber die kann ja wohl nicht mit Office mithalten. Kann sie nicht, will sie auch nicht. Wenn ich Word aufmache, um einen einfachen Brief zu schreiben oder Excel öffne, um mir meine Spritkosten mal eben zu berechnen, überfordert mich das kolossal. Die einfachsten Dinge sind geschickt in irgendwelchen Untermenüs versteckt und geben einem die Gelegenheit, das Programm erst einmal eine Stunde zu konfigurieren, um damit anschließen 10 Minuten zu arbeiten. Das braucht nun wirklich kein Mensch.
Für mich ist iWork da wesentlich besser geeignet. Im Geschäftsleben mag das anders aussehen.
Warum soll ich als Privatanwender für etwas bezahlen, wo ich nicht mit umgehen kann? Die Frage werden sich die Damen und Herren bei Apple auch gestellt haben und sind dann zu dem vernünftigen Entschluss gekommen, das ganze Zeugs zu verschenken.

Wenn man diese Punkte einmal berücksichtigt und sich bei namhaften Online-Dealern mal einen PC gleichen Umfangs konfiguriert, wird man sehr schnell erstaunt feststellen, dass die oben genannten Mondpreise in Wirklichkeit gar keine sind. Abgesehen von dem Spaß, den es einfach macht, mit einem Mac zu arbeiten. Der ist unbezahlbar.
Abschließend ist alles auf die Formel von Heraklit zurückzuführen: “Panta rhei” – alles fliesst.
Und ich bin mal wieder restlos begeistert …