Warum ich in der Audioproduktion lieber einen Mac benutze

Oder: Warum ich beim Musikmachen lieber Musik mache, als Computer zu verwalten

Es gibt diese Momente im Leben eines Musikers, in denen man sich eine ganz einfache Frage stellt: Will ich heute Musik machen – oder möchte ich mich mit meinem Computer beschäftigen?

Für mich ist die Antwort ziemlich eindeutig. Ich möchte Musik machen. Und genau deshalb bin ich irgendwann beim Mac gelandet.

Nicht, weil Windows-Rechner grundsätzlich schlecht wären. Ganz im Gegenteil: Moderne Windows-PCs können in der Audioproduktion enorm leistungsfähig sein. Sie bieten eine riesige Auswahl an Hardware, Prozessoren und Konfigurationsmöglichkeiten.

Aber genau da liegt für mich auch das Problem. Ich möchte keinen Computer zusammenstellen. Ich möchte einen Song produzieren.

Der Mac als musikalisches Werkzeug

In der Audioproduktion ist der Computer längst nicht mehr nur ein Werkzeug neben dem Mischpult. Er ist das Mischpult, das Tonbandgerät, der Synthesizer, der Sampler, das Effekt-Rack und manchmal sogar das komplette Studio. Wenn ich Logic Pro öffne, möchte ich nicht darüber nachdenken, ob irgendein Treiber gerade ein Eigenleben entwickelt. Ich möchte ein Instrument laden, einen Synthesizer auswählen, ein Mikrofon anschließen, Aufnehmen. Und loslegen.

Genau diese Kombination aus Hardware und Betriebssystem empfinde ich beim Mac als ausgesprochen angenehm.

1. Hardware und Betriebssystem aus einer Hand

Ein großer Vorteil des Mac-Konzepts ist die enge Verbindung zwischen Hardware und Betriebssystem. Apple entwickelt Rechner, Betriebssystem und große Teile der Systemarchitektur gemeinsam. Das bedeutet nicht, dass ein Mac niemals Probleme macht. Natürlich kann auch ein Mac abstürzen oder ein Plug-in Ärger verursachen.

Aber das Gesamtsystem wirkt auf mich sehr geschlossen.

Bei einem klassischen Windows-PC kann die Situation deutlich heterogener sein: unterschiedliche Mainboards, Chipsätze, USB-Controller, Grafikkarten, Treiber und Peripheriegeräte. Das ist einerseits eine fantastische Freiheit. Andererseits kann genau diese Freiheit auch bedeuten:

„Warum funktioniert das gestern noch funktionierende Audio-Interface heute plötzlich nicht mehr?“

Und dann beginnt die Suche.

  • Treiber installieren.
  • Treiber aktualisieren.
  • Treiber wieder deinstallieren.
  • Neustart.
  • Noch ein Neustart.

Und irgendwann sitzt man vor dem Rechner und fragt sich, ob man eigentlich gerade Musik produziert oder einen Informatik-Abschluss macht.

2. Core Audio – ein kleines Stück digitaler Gelassenheit

Ein Punkt, den ich in der Audioproduktion besonders schätze, ist Apples Core-Audio-System. Audio-Hardware lässt sich unter macOS vergleichsweise unkompliziert in das Betriebssystem integrieren. Viele Geräte funktionieren nach dem Anschließen direkt oder benötigen nur wenig zusätzliche Konfiguration. Das ist gerade dann angenehm, wenn man verschiedene Audioanwendungen benutzt.

  • DAW öffnen.
  • Audiointerface auswählen.
  • Puffer einstellen.
  • Musik machen.

Diese Einfachheit ist für mich mehr wert, als sie auf den ersten Blick klingt. Denn Stabilität und Zuverlässigkeit sind im Studio keine spektakulären Features. Sie sind einfach die Dinge, die man erst bemerkt, wenn sie fehlen.

3. Logic Pro – ein komplettes Studio im Rechner

Ein weiterer Grund für meine Mac-Liebe ist natürlich Logic Pro. Logic Pro ist für mich eines dieser Programme, bei denen irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem man sich fragt:

Was brauche ich eigentlich noch? Drums, Sampler, Synthesizer, virtuelle Instrumente, Effekte, Mixing-Werkzeuge und eine riesige Auswahl an Sounds gehören bereits zum Paket. Und das Entscheidende: Logic fühlt sich für mich nicht wie eine Ansammlung von Einzelprogrammen an. Es fühlt sich wie ein Studio an.

Natürlich gibt es auf Windows hervorragende DAWs wie Ableton Live, Cubase oder Studio One. Die Auswahl ist großartig. Aber wenn man einmal tief im Apple-Ökosystem steckt, ist die Kombination aus Mac und Logic einfach verdammt bequem.

4. Apple Silicon: Leistung ohne Studio-Heizung

Mit Apples eigenen Prozessoren hat sich das Verhältnis zwischen Leistung und Energieverbrauch noch einmal verändert. Die Apple-Silicon-Chips bieten inzwischen eine enorme Rechenleistung bei vergleichsweise geringer Leistungsaufnahme.

Für die Audioproduktion bedeutet das vor allem:

  • Viele virtuelle Instrumente.
  • Viele Effekte.
  • Viele Spuren.

Und trotzdem bleibt der Rechner erstaunlich ruhig. Gerade bei längeren Sessions ist das angenehm. Früher war ein leistungsfähiger Rechner im Studio manchmal auch akustisch präsent. Heute kann ein Mac während einer komplexen Session nahezu unauffällig vor sich hin arbeiten. Und genau das gefällt mir. Ein guter Studiorechner sollte möglichst wenig Aufmerksamkeit verlangen.

5. Weniger Konfiguration bedeutet mehr Kreativität

Das ist wahrscheinlich mein wichtigster Punkt. Ich möchte mich beim Musikmachen mit Musik beschäftigen.

Nicht mit:

  • BIOS-Einstellungen
  • Chipsatztreibern
  • USB-Problemen
  • Energieprofilen
  • DPC-Latenzen
  • Treiberkonflikten
  • Windows-Updates
  • unbekannten Hintergrundprozessen

Natürlich kann auch ein Mac Probleme verursachen. Und natürlich kann man auch einen Windows-Rechner perfekt für Audio konfigurieren. Aber der Mac nimmt mir einen Teil dieser technischen Entscheidungen ab. Und genau das empfinde ich als Vorteil. Weniger Entscheidungen über den Computer bedeuten mehr Entscheidungen über die Musik.

6. Das MacBook: Studio im Rucksack

Besonders deutlich wird der Unterschied für mich beim mobilen Arbeiten. Ein MacBook kann heute gleichzeitig mobiles Studio, Aufnahmegerät, Synthesizer, Sampler und Mischpult sein.

  • Kopfhörer anschließen.
  • Audiointerface anschließen.
  • MacBook aufklappen.

Und das Studio ist da. Keine große Studiomaschine. Kein Tower. Kein Kabelsalat. Keine Frage, ob die Hardwarekonfiguration auch wirklich mitgenommen werden kann. Das ist für Musiker, die häufig unterwegs arbeiten, ein enormer Vorteil.

7. Und was ist mit Windows?

Jetzt könnte man natürlich sagen:

„Moment mal. Windows kann das doch genauso!“

Und ja. Das stimmt. Ein gut konfigurierter Windows-Rechner ist ein hervorragendes Werkzeug für Audioproduktion. Windows bietet eine enorme Auswahl an Hardware und Software. Wer maximale Erweiterbarkeit, bestimmte Hardware oder ein bestimmtes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, kann mit einem Windows-PC sehr glücklich werden.

Auch viele professionelle Studios arbeiten problemlos mit Windows. Deshalb würde ich niemals behaupten:

Mac gut, Windows schlecht. Das wäre schlicht falsch. Für mich lautet die Frage vielmehr:

Wie viel Computer möchte ich beim Musikmachen eigentlich sein? Und meine Antwort lautet: Möglichst wenig.

Der eigentliche Vorteil: Ruhe im Kopf. Am Ende geht es für mich gar nicht um Benchmark-Werte. Es geht um Workflow.

Wenn ich eine Idee habe, möchte ich sie möglichst schnell aufnehmen können. Wenn mir eine Melodie einfällt, möchte ich nicht erst darüber nachdenken, ob irgendeine Systemkomponente gerade ein Update benötigt. Wenn ich einen Synthesizer öffnen möchte, möchte ich einen Synthesizer öffnen. Und wenn ich einen Song mischen möchte, möchte ich einen Song mischen.

Der Computer soll dabei möglichst unsichtbar werden. Das ist für mich der größte Vorteil eines Macs in der Audioproduktion: Er lässt mich häufiger vergessen, dass ich überhaupt mit einem Computer arbeite.

Fazit

Der Mac ist nicht automatisch der bessere Audiorechner. Aber er kann der angenehmere Audiorechner sein. Vor allem für Menschen, die ein möglichst geschlossenes, gut integriertes System möchten und keine Lust haben, ihren Rechner permanent zu optimieren.

Windows bietet Freiheit.
Der Mac bietet Integration.
Windows lässt mich sehr viel konfigurieren.
Der Mac nimmt mir vieles davon ab.

Und irgendwann habe ich für mich festgestellt: Ich möchte beim Musikmachen nicht darüber nachdenken, warum mein Computer funktioniert. Ich möchte einfach froh sein, dass er funktioniert.

Denn am Ende zählt im Studio nicht, welches Betriebssystem auf dem Rechner läuft. Sondern das, was aus den Lautsprechern kommt.

Und wenn der Mac dabei einfach still seinen Dienst verrichtet, während ich meinen nächsten Song baue, dann ist das für mich genau die Art von Technik, die ich haben möchte.

Technik, die sich zurücknimmt, damit die Musik nach vorne kommt.




Warum ich nicht wissen will, warum mein Mac funktioniert

Es gibt eine kleine Weisheit aus den Tiefen des digitalen Netzwerks, die die drei großen Computer-Kulturen treffender nicht beschreiben könnte:

Windows-Benutzer wissen nicht, warum am Computer etwas nicht funktioniert.
Linux-Benutzer wollen wissen, warum am Computer etwas nicht funktioniert.
Mac-Benutzer wollen gar nicht erst wissen, warum ihr Computer funktioniert.

Wer sich gelegentlich mit Achtsamkeit und dem Streben nach innerem Frieden beschäftigt, erkennt schnell: In dieser Anekdote verbirgt sich eine tiefe philosophische Wahrheit über den Umgang mit unserer Lebenszeit. Ich bin Mac-Nutzer. Und ich fühle mich ertappt. Aber auch sehr entspannt.

Es gibt drei Arten, einen Computer zu erleben

Windows-Nutzer leben in einer Welt voller Überraschungen. Sie drücken einen Knopf, und plötzlich wird ein Update installiert. Sie schließen ein Fenster, und drei neue öffnen sich.

Sie wollen einen Drucker hinzufügen und landen nach 45 Minuten in einem Forumseintrag aus dem Jahr 2007, in dem jemand namens „Druckerking_87“ empfiehlt, den Treiber rückwärts im abgesicherten Modus zu deinstallieren, während man gleichzeitig die linke Alt-Taste gedrückt hält.
Windows lehrt Demut. Täglich. Mehrfach.

Linux-Nutzer sitzen vor ihrem Rechner und fragen: „Warum geht das nicht?“ Und dann wollen sie es wirklich wissen. Sie lesen Logs, kompilieren Kernel, diskutieren in Foren über Wayland, X11 und die Seele des Systems. Respekt. Ich kenne Leute , die sehen nach einem Wochenende mit einem Treiberproblem aus wie nach einem dreitägigen Boot-Camp mit Gunnary Sgt. Hartman aus Full Metal Jacket.

Mac-Nutzer sitzen vor ihrem Rechner und fragen: „Warum geht das?“ Und dann antworten sie sich selbst: „Egal. Es geht.“ Ich will nicht wissen, warum mein Mac funktioniert. Ich vermute, tief drin arbeiten Unix, Wärmeleitpaste und ein Apple-Ingenieur mit perfektem Haar. Aber ich will es nicht genauer wissen. Denn Wissen führt zu Schrauben. Schrauben führen zu Linux.
Und genau darin – das würde ich behaupten, während ich gelassen einen Schluck Kaffee trinke, dessen Röstgrad ich ebenfalls nicht hinterfrage – liegt die höchste Form der Achtsamkeit, die die Technikwelt zu bieten hat.

Wartung? Meine Routine in fünf Schritten

  1. Mac aus dem Ruhezustand holen.
  2. Benutzen.
  3. Mac in den Ruhezustand versetzen.
  4. Gelegentlich ein Update installieren, wenn Apple freundlich daran erinnert.
  5. Staub wischen. Aber nicht zu oft, sonst wirkt es wie ein Hobby.

Das ist meine Wartung. Kein Registry-Cleaner. Kein Defragmentieren. Kein Terminal. Kein sudo – außer ich habe mich versehentlich in einem Forum verlaufen. Time Machine macht ein Backup, für gewöhnlich still und leise im Hintergrund. Ich muss nicht dabei zusehen. Ich muss nicht verstehen, wie es funktioniert. Ich muss nur wissen, dass es da ist. Wie ein guter Freund, der nicht redet, aber im Notfall die Kisten trägt.

Fehlermeldungen: eine seltene Spezies

Auf dem Mac gibt es Fehlermeldungen. Aber sie sind höflich. „Passwort falsch“ – ja, mein Fehler. „Speicher voll“ – ja, zu viele Fotos von Katzen. „App reagiert nicht“ – dann warte ich kurz oder starte neu. Keine blauen Bildschirme. Keine Treiber-Hölle. Keine 47 Dialoge, die mich fragen, ob ich wirklich sicher bin, dass ich sicher bin.

Der Mac meckert nicht. Er seufzt höchstens. Und ich seufze zurück. Dann läuft es wieder. Das ist keine Magie. Das ist gutes Design. Und ein bisschen Bequemlichkeit.

Achtsamkeit ohne Räucherstäbchen

Achtsamkeit bedeutet nicht, den Mac zu segnen, den Akku zu streicheln oder dem Prozessor gute Gedanken zu schicken. Achtsamkeit bedeutet: Ich bemerke, dass ich seit zwei Stunden arbeite, ohne an den Rechner zu denken. Ich atme. Ich speichere. Ich mache Kaffee. Der Mac macht derweil Mac-Dinge.

Das ist keine Esoterik. Das ist Aufmerksamkeitsökonomie. Jede Minute, die ich nicht mit Fehlersuche verbringe, ist eine Minute für echtes Leben. Oder fürs Kaffeetrinken. Auch echt.

Wenn der Mac doch mal hakt, atme ich dreimal. Beim dritten Atemzug ist der bunte Ball meistens weg. Wenn nicht: Neustart. Das ist keine Meditation. Das ist Erfahrung.

Mein Mac weiß auch, dass er mich beim arbeiten nicht stört. Am iPhone habe ich im Hauseingang schon den korrekten Fokus, Unterbrechungen reduzieren, eingestellt. Dann klingelt es nicht, am iPad werden keine neuen Katzenvideos auf YouTube angekündigt und der Mac weiß das alles schon und läßt mich in Ruhe meine Oldtimer-Bilder bearbeiten, die ich gerade aufgenommen habe.

Warum ich nicht wissen will, warum er funktioniert

Weil Neugier bisweilen gefährlich ist. Wenn ich anfange zu verstehen, warum mein Mac stabil läuft, will ich ihn womöglich optimieren. Ich installiere Tools, putze Caches, lese Foren. Plötzlich bin ich Linux-Nutzer mit absurd teurem Gehäuse. Nein, danke.

Ich lasse das Betriebssystem in Ruhe. Es lässt mich in Ruhe. Das ist der Deal. Ein friedlicher Nichtangriffspakt zwischen mir und Cupertino.

Fazit

Windows-Nutzer wissen nicht, warum etwas nicht funktioniert. Linux-Nutzer wollen wissen, warum etwas nicht funktioniert. Mac-Nutzer wollen nicht wissen, warum ihr Computer funktioniert.

Ich bin Mac-Nutzer. Und ich will es auch gar nicht wissen. Ich will nur, dass er leise ist, selten meckert und mich arbeiten lässt. Wenn er doch mal zickt: zuklappen, aufklappen, Kaffee.

Sollte tatsächlich einmal etwas nicht funktionieren – es kommt vor, selten, wie eine Sonnenfinsternis –, öffne ich kein Terminal. Ich gehe zur Genius Bar. Dort hört mir jemand zwei Minuten lang zu, tippt kurz auf einem eigenen Gerät herum und sagt dann Dinge wie „Alles klar, das war’s”. Ich frage nicht, was „das” war. Ich bedanke mich und gehe.
Das ist keine Unterwerfung. Das ist Übergabe im Sinne der Achtsamkeitslehre: das Loslassen der Kontrolle an eine höhere, freundlichere Instanz mit Namensschild.




20 Jahre Apple

Ende diesen Jahres ist es 20 Jahre her, dass ich zum Apple-Fanboy mutiert bin. In der Welt der Technik gibt es kaum eine Marke, die so polarisiert wie Apple. Für die einen ist es eine Lifestyle-Marke, für die anderen ein Synonym für Qualität, Innovation und Nutzerfreundlichkeit. Doch was genau macht Apple-Geräte so besonders? In diesem Beitrag gibt es einen Blick auf die Vorteile, die iPhones, Macs, iPads & Co. zu beliebten Begleitern im Alltag machen. Bei mir fing zunächst ganz harmlos mit einem einzelnen Gerät, dem iPod mini an. Mittlerweile besteht unser Haushalt mit allem, was zur Gattung Computer und Mobile Devices gehört, nur aus Geräten der Firma Apple. Warum um alles in der Welt betreibt man einen derartigen gear porn, insbesondere, da die Produkte aus Cupertino nicht in dem Ruf stehen, billig zu sein? Ist es das erhabene Gefühl, im nächsten Starbucks mit dem Apple-Logo auf dem ultra-dünnen MacBook ein kreatives Leuchtfeuer zu entfachen und wenigstens für einen Creator gehalten zu haben? Ich gehe nicht zu Starbucks und mir ist es seit geraumer Zeit völlig egal, was die Leute von mir halten. Ich möchte mich auf wesentliche Dinge konzentrieren und im digitalen Bereich ist für mich hier Apple nach wie vor das Maß der Dinge. Aber nun alles einmal hübsch der Reihe nach.

iPod

Wir schreiben das Jahr 2005. Napster war in aller Munde, es gab keine CD, die man dort nicht „kostenlos“ herunterladen konnte und als Reaktion darauf ersann die Musikindustrie immer abstrusere Kopierschutzmaßnahmen für CDs, die zur Folge hatten, dass so einige CDs nicht einmal im CD-Spieler des Autos hörbar waren. Steve Jobs und Apple schufen iTunes und sie schafften es, die Musikindustrie mit ins Boot zu holen. Musikdownloads waren nicht mehr illegal und zudem erschwinglicher als ein physischer Datenträger. Das Medium der Wahl war natürlich Apples eigener iPod. 1.000 Songs in der Hosentasche war der Werbeslogan der Stunde. Natürlich gab es auch vor dem iPod MP3-Player – der iPod war im Grunde keine bahnbrechende Erfindung. Ich besaß auch so ein Teil mit wilden 256MB Speicherplatz. Die Bedienung war ein grausiges Erlebnis. Am einfachsten war es, auf Play zu drücken und den ganzen Speicher runterlaufen zu lassen. Einzelne Titel oder Alben zu suchen war eine Katastrophe. Dann kam der iPod. Mit seinem Klick Wheel war es ein Kinderspiel, durch die Listen der Interpreten, der Alben oder der selbst angelegten Playlisten zu scrollen. Der 2005 erworbene iPod mini war für mich das Gerät der Wahl. Es war sehr klein, bot ausufernde 4 GB Speicher und war recht günstig – ideal für unseren damaligen Skiurlaub. Überall Musik auf der Piste …

Zum Befüllen des iPods war die Software iTunes das Mittel der Wahl. Simpel in der Benutzung und für Windows verfügbar. Ein cleverer Schachzug von Apple. Zu diesem Zeitpunkt war Windows definitiv der Platzhirsch, da es fast nur Desktop-Computer gab. Windows XP lief halbwegs stabil und Windows 7, für viele heute noch das beste Microsoft-Betriebssystem, stand in den Startlöchern.

Ein Apple Desktop-Rechner, der coole iMac, war schon immer mein Traum gewesen, schied jedoch auf Grund meiner damaligen finanziellen Möglichkeiten aus.

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iPad

Es sollte bis 2011 dauern, bis das nächste Apple-Gerät zu uns ins Haus kam. Es handelte sich um das 2010 erschienen iPad. Zur Kategorie der Tablets gehörend, war dieses Gerät etwas ganz Neues. Man konnte in iPhoto seine Bilder fast wie am Mac bearbeiten, man konnte Texte in Pages schreiben und Tabellenkalkulationen in Numbers erstellen, freilich nicht so komfortabel wie heute. Es war eine willkommene Ergänzung zu einem Desktop-Rechner, erlaubte das iPad eine gewisse Mobilität. Später konnte man es sogar mit SIM-Karten kaufen und man war nicht mehr auf ein WLAN angewiesen. Mittlerweile haben iPads fast mehr Rechenleistung als im Jahr 2010 ein MacPro. Es gibt wenig, was man heute nicht auf dem iPad erledigen kann, und mit iPadOS 26 ist gar ein richtiges Fenstermanagement angekündigt.

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iMac & MacBook

Irgendwann im Jahr 2009 habe ich in einem Musikmagazin bei einem Preisausschreiben eine komplette Pro-Tools Ausrüstung gewonnen, also Profi-Software zum Musikaufnehmen und ein komplettes Mischpult incl. FireWire-Audiointerface. Damals besaß ich noch einen Rechner mit Windows 7, ich glaube er war von MediaMarkt. Der hatte zwar FireWire, aber es war ein stetiger Kampf mit Abstürzen und BlueScreens. Der Erwerb eines eigens für den Audio-Bereich in einem renommierten Kölner Music Store bracht da wenig Abhilfe. Das Audiointerface stürzte in der Regel alles zwei Tage ab und ließ sich nur durch einen Neustart wieder zum Laufen überreden. Des Weiteren schaffte ich mir eine Drucker/Scanner Kombination an, die über WLAN ansteuerbar war. Das Drucken funktionierte tadellos, doch unter Windows ließ sich das Gerät partout nicht zum Scannen überreden. Selbst mit meinem 2011 erworbenen iPad war das ein Kinderspiel!

All das bewog mich Anfang 2012 dazu, von meinem Windows-Rechner zu einem iMac zu wechseln. Es wurde die Variante mit 27-Zoll Bildschirmgröße. Größtes Manko: Der ganze schöne Hauptgewinn mit ProTools-Hardware und Software war auf absehbare Zeit wertlos, da Digisdesign, der damalige Hersteller von ProTools die Hardwareunsterstützung für das Mischpult auf ziemlich absehbare Zeit abgekündigt hatte. Auf Grund der Tatsache, dass ich für das ganze Gedöns keinen Pfennig bezahlt habe, war das verschmerzbar. Für schlanke 270 Euro erwarb ich vom Softwarehersteller Steinberg die „Cubase Artist“-Version. Da ich das Programm bereits unter Windows nutzte, brauchte ich nicht umlernen. In der Mac-Version war jedoch ein Bug, der bei der Step-Eingabe von Noten das Programm zum Absturz brachte. Vom Support von Steinberg kam dann eine ziemlich arrogante Antwort, ich solle doch bitte alle Komponenten wie Betriebssystem und die Software aktuell halten, dann würde Cubase auch ordnungsgemäß funktionieren. Ja nee, iss klar. Hier stand ein flammneuer iMac mit der aktuellsten Software …

Zeit, sich der Alternative aus dem Haus Apple zu widmen, dem Programm Logic. Das war damals für schlanke 199 EUR im Apple Store erhältlich. Ich habe es bereits einige Jahre zuvor einmal benutzt, es jedoch zu Gunsten von Cubase wieder verworfen. Ich war überrascht, wie benutzerfreundlich das Programm sich nach so vielen Jahren anfühlte. Nachdem das Hamburger Unternehmen Emagic die Software Anfang der 2000er Jahre an Apple verkauft hat, ist hier augenscheinlich eine Menge passiert. Logic nutze ich bis heute, einmal gekauft und nie wieder für Updates, die streckenweise grandios sind, bezahlt. Hier merkt man deutlich, wie sie Apples Integration von Hardware und Software auszahlt.

Beiläufig erwähnt werden soll noch, dass mein Drucker/Scanner ca. 3 Minuten zur Einrichtung am Mac brauchte und BIS HEUTE seinen Dienst verrichtet, sogar mit der neuen Generation der Apple Silicon Prozessoren.

Der iMac mit seinem Betriebssystem, damals noch OS X genannt, war ein traumhaftes Erlebnis. Das Gerät lief wesentlich flüssiger als ein Windows Rechner und eine Wartung fand schlicht und ergreifend nicht statt. Systemoptimierung wie Defragmentieren der Festplatte, Aufräumen der Registry und Rumspielen mit Virenscannern und Firewalls fand schlichtweg nicht statt. Lediglich das Firewall-Programm Little Snitch ist von Anfang an dabei, hindert es einfach und wirkungsvoll ausgesuchte Programme daran „nach Hause“ zu telefonieren und verdächtige Netzwerkaktivitäten zu melden. Updates bei einem Mac laufen ebenfalls sehr simpel und geräuschlos über das Internet ab. Grundsätzlich sind alle Updates kostenfrei; es gibt keine Home-, Special-, Professional-, oder was weiß ich was für Versionen mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Mein 2012 erworbener iMac war bis 2017 im Einsatz – nicht ein einziges mal wurde das Betriebssystem neu installiert! Alle Updates wurden gnadenlos darüber installiert und es kam zu keiner Störung! 2017 kam dann ein neuer iMac aus dem Apple Refurbished-Store, also ein Gebraucht-Gerät. Auch hier funktionierte alles klaglos und er tat bis Ende 2023 seinen Dienst!

Natürlich leckt man bei so einer grandiosen Kombination Blut, deshalb musste im Jahr 2013 ein mobiler Mac her – ein MacBook Pro, das BIS HEUTE tadellos seinen Dienst verrichtet, bis auf einen Batterietausch im Jahr 2017, der im Apple Store kurz und schmerzlos über die Bühne ging.

Ende 2023 unterstütze mein iMac von 2017 keine neuen Betriebssystem-Updates mehr, so dass er weichen musste. Leider vernachlässigt Apple den iMac seit Einführung der Silicon-Prozessoren sträflich! Es gibt nur noch eine 24-Zoll Variante, auch leistungsmäßig bin ich nicht fündig geworden. Die Alternative ist jedoch der macMini- früher tatsächlich als Mini-Version belächelt. Mein neuer macMini M2 Pro ist jedoch lediglich auf die physische Größe betrachtet mini. Ich weiß nicht, wie viele Prozessor-Kerne das Ding hat, es ist mir auch herzlich egal. Mit 32 GB RAM und einer 1 TB SSD-Festplatte ist Leistung im Überfluss da. Der neueste Rechner ist immer auch der schnellste, aber diese kleine Mac schlägt dem Fass den Boden aus! Er startet gefühlt schneller als ein iPhone, ruckelt nicht, gibt keine Geräusche von sich und erledigt selbst anspruchsvolle Aufgaben mit Bravour.

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iPhone

Das 2007 erschienen iPhone war ein Meilenstein, vereinigte es doch drei Geräte in einem: ein Telefon, einen iPod und einen Webbrowser. Das konnten damals bereits Geräte von Motorola, Nokia und Blackberry, doch keines so simpel und benutzerfreundlich wie das iPhone. Keine Rumgefrickel auf einer Mäusetastatur, sondern mit einem eleganten Touchscreen. Es hatte natürlich seinen Preis. Um im Jahr 2009 in die Welt der Smartphones einzutauchen, war ein iPhone natürlich eine Option, aber es gab sie zunächst nur für Telekom-Kunden. Da ich seit 1998 Vodafone-Kunde war, entfiel also diese Option.

Alternative damals im Jahr 2011 war ein günstiges Samsung Galaxy. Na ja, irgendwie sah es ja ein wenig aus wie ein iPhone. Mit diversen Softwarehacks sah die Oberfläche dann tatsächlich aus wie ein iPhone. Dennoch war das Gerät eine einzige Katastrophe. Es wurde sehr schnell sehr langsam und man konnte beispielsweise die Facebook-App nur dann starten wenn man alle anderen Apps zuvor geschlossen hatte. Wehe, es rief dann auch noch jemand an …

Im Jahr 2013 ging mir das Gerät so dermaßen auf die Nerven, das ich beschloss, mir ein iPhone zuzulegen. Ich war verwöhnt von der Bedienung der Apple-Geräte und von ihrer nahtlosen Integration untereinander, die damals freilich noch in den Kinderschuhen steckte. Mittlerweile liefen die Geräte bei allen gängigen Mobilfunkanbietern, so auch bei meinem Provider Vodafone. Es wurde ein iPhone 5 mit heute ironisch anmutenden 16 GB Speicherplatz. Auch hier, wie am iMac und am iPad ging alles flüssig und geschmeidig von Statten, keine Abstürze, keine Haken.

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Fazit

Im letzten Jahr bat mich ein Freund, ihm unter Windows 11 einen Drucker zu installieren. Mein Ehrgeiz war geweckt, doch ich stand wie der Ochse vor dem Berg. Was muss ich hier machen? Es war ein Fackelzug ohne Ende, Treiber herunterladen, Zusatzprogramme des Herstellers installieren, die mehr schlecht als recht funktionieren und die Tatsache, dass man bei JEDER Benutzung des Scanners diesen über das Betriebssystem suchen lassen muss. Das Gerät ließ sich nicht in der Systemkonfiguration speichern! Wie sollen wenig computer-affine Menschen mit so etwas klarkommen?

All das kenne ich nicht mehr, seit ich Apple-Geräte benutze. Scanner, Drucker, Audio-Interface, MIDI-Interface, CD-Player, Kamera – alles wird einfach angeschlossen und nach wenigen Augenblicken funktioniert es!

Eine geniale Funktion am Mac ist die Time Machine: Man schließt einfach eine Festplatte an den Mac an, die in der Time Machine als Backup-Laufwerk zugewiesen wird. Fortan speichert diese Software das Betriebssystem, die Programme und sämtliche Daten als Backup. Löscht man versehentlich irgendetwas vom Mac, holt man sich in der Time Machine Software über einen virtuellen Zeitstrahl die entsprechende Datei zurück. Den Gipfel erlebt man jedoch, wenn man sich einen neuen Mac zulegt. Dazu wird das Time Machine Laufwerk mit einer aktuellen Sicherung des alten Systems einfach an den neuen Mac angeschlossen und dieser gestartet. Der Mac fragt sodann, ob er neu konfiguriert werden soll oder ob Benutzerkonten, Programme und Dokumente Audi einem Time Machine Backup übertragen werden sollen. Diese Abfrage bestätigt man, geht eine Runde spazieren, Fahrrad fahren oder Eis essen, je nach Gusto und wenn man zurückkommt, sieht der neue Mac aus wie der alte. Er öffnet sogar zuvor auf dem alten Mac nicht geschlossene Programmfenster. Das ist Benutzerfreundlichkeit, die ihres Gleichen sucht!

Alle Apple Geräte sind mittlerweile so verzahnt und vernetzt, dass man nahtlos von einem Gerät auf das andere wechseln kann. Telefongespräche vom iPhone kann man ohne komplizierte Einstellung am iPad, am Mac oder an der Apple Watch entgegennehmen. Man beginnt am iPad im hauseigenen Textverarbeitungsprogramm Pages mit einem Text, den man später am Mac öffnet und weiter bearbeitet. Eine Tabellenkalkulation in Numbers beginnt man am Mac und kann diese problemlos auf dem iPhone während einer Zugfahrt bearbeiten (vorausgesetzt, die Deutsche Bahn bekommt ein stabiles WLAN auf die Kette).

Dreh- und Angelpunkt ist bei allen Geräten die iCloud, in der alle diese notwendigen Daten gespeichert werden. Die gesamte Fotoverwaltung erfolgt ebenfalls über die iCloud. Eine Fotosammlung auf allen Geräten. In der iCloud lassen sich iPhone- und iPad-Backups speichern. Die Einrichtung eines neuen Mobile Device geht dabei genau so geschmeidig von Statten wie zuvor beim Mac beschrieben. Sogar die Zwischenablage funktioniert über die iCloud. Wenn man ein PDF-Dokument auf dem iPad hat, und daraus eine Passage kopiert, kann man es über diese Funktion auf dem iPhone in eine WhatsApp Nachricht kopieren.

Gegenüber Windows und Android muss man sich zunächst auf die Logik der Apple Geräte einlassen. Ich finde, diese ist einfach zu erlernen und sie funktioniert gnadenlos gut. Ich habe es noch nie erlebt, dass beispielsweise die iCloud nicht erreichbar ist oder meine Geräte sich untereinander „verloren“ haben!

Es gibt einen schönen Spruch: „ Windows Benutzer wissen nicht, warum es nicht funktioniert; Linux Benutzer wollen wissen, warum es nicht funktioniert. Apple Benutzer wollen gar nicht erst wissen, warum es funktioniert“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Bis auf Betriebssystem-Updates ist alles extrem wartungsfrei und man muss sich um nichts kümmern. Ein einziges Mal in fast 15 Jahren Mac musste ich in den Recovery Modus wechseln, weil Apple bei einem Update einen Fehler bei Audio Plug-Ins „verbrochen“ hat.

Über CarPlay läßt sich bei kompatiblen Geräten das iPhone auf dem Display des Gerätes anzeigen. Das funktioniert kabelgebundenen oder drahtlos. Dadurch habe ich noch nie den CD-Spieler des Autos oder das eingebaute Navigationssystem verwendet. In Apple Karten speichert man einfach seinen favorisierten Orte und ruft sie im Auto ab. Hat man im Kalender einen Termin mit Ortsangabe hinterlegt, kann man im Auto einfach den Kalender öffnen, das Ereignis antippen und schon startet die Navigation.

All das ist auch mit Windows- und Androidgeräten mittlerweile möglich. Mit ist jedoch niemand bekannt, der da nicht über irgendwelche Hürden klagt. Im Apple-Kosmos funktioniert alles, wie bereits oben geschrieben. Die Zeit, die ich früher mit Pflege, Wartung und Spielereien an den Geräteeinstellungen verbracht habe, ist seit dem Gebrauch von Apple-Geräten fast gegen Null geraten. Natürlich haben die Geräte ihren Preis, konfiguriert man sich jedoch ein professionelles Windows-System, ist das auch nicht ganz ohne. Der Wiederverkaufswert von Apple-Geräten ist beträchtlich! Zudem bietet Apple für jedes Bedürfnis ein passendes Gerät. Vom kleinen iPad, dass man lediglich zum ebook-Lesen, Email checken oder Websurfing verwendet bis zum High-End Desktop-Rechner für professionelle Aufgaben wie Musik erstellen oder Video-Editing ist hier alles in unterschiedlichen Preiskategorien verfügbar. im Apple-Store kann man sich die Geräte nach eigenen Bedürfnissen einrichten und erklären lassen – der Service ist hervorragend!

Zudem sind die neuen Apple-Silicon Prozessoren in den Desktop-Rechnern und den Mobilgeräten einfach konkurrenzlos effizient und leistungsfähig. Mein 2023 erworbener macMini ist bis jetzt auch bei den anspruchsvollsten Aufgaben wie Musikaufnahmen, Bildbearbeitung und Videoschnitt nicht ein einziges Mal in die Knie gegangen. Ich bin mir noch nicht einmal sicher , ob in dem Gerät überhaupt ein Lüfter verbaut ist. Er ist in allen Situationen absolut geräuschlos. Panta rei – alles fließt …

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WWDC 2017 Keynote

Am 5.Juni war es wieder so weit. Anlässlich der WWDC gab es auch wieder eine Keynote von Apple, die es in sich hatte. Besonders hervorzuheben sind der neue iMac Pro und die Vorschau auf iOS 11, die einiges verspricht. Seht selbst, es lohnt sich.

 




Hallo, ich bin ein Mac

 

Vor zehn Jahren startet Apple die Kampagne “Get a Mac” – “Hallo, ich bin ein Mac” und “Hallo, ich bin ein PC”.
Diese Clips zeigten auf humorvolle Weise, warum ein Mac dem PC voraus ist. Entscheidend war auch der Zeitpunkt, da Windows XP durch Windows Vista ersetzt wurde und der Kampagne dadurch zu noch mehr Erfolg verhalf.

Ich glaube, die Kampagne wäre schon ein oder zwei Jahre früher zu Ende gewesen, wenn Vista nicht so ein absoluter Mist gewesen wäre. Da war ja wirklich eine Sache schlechter als die andere und gab uns noch viel Futter.

Jason Sperling, Creative Director

Im nachfolgenden knapp 37-minütgen YouTube-Clip kannst Du sämtliche Folgen der Kampagne in englischer Sprache sehen. Auch nach zehn Jahren noch sehenswert.




OS X “El Capitan”

Am 30.September 2015 war es endlich soweit: Apple hat Version 12 des Betriebssystems OS X veröffentlicht; Codename „El Capitan“. Die Vorfreude war groß, wurde es doch von vielen Betatestern als Turbo für ein langsame OS X „Yosemite“ angebpriesen.
Die Neuerungen halten sich in Grenzen, Veränderungen fanden fast ausschließlich unter der Haube statt. Diese jetzt aufzuzählen, spare ich mir, wer die noch nicht kennt, der googlet mal schnell oder klickt im Finder -> Hilfe -> Neues in OS X.

Ende September, also kurz vor dem Erscheinen von „El Capitan“ flogen dann die Hiobsbotschaften in mein Email-Postfach.

Die Software von Native Instruments funktioniert nicht unter Logic und Steinberg’s Cubase wurde erst gar nicht für „El Capitan“ freigegeben. Ebenso äußerte sich der französische Hersteller für Softwareinstrumente, die Firma Arturia.
Da fragt man sich allen Ernstes, was diese Firmen während der fast viermonatigen Testphase getestet haben. Verstehen könnte man es, wenn es sich um Freeware handeln würden, aber das KOMPLETE-Paket von Native Instruments kostet immernhin knapp stolze 1.000 Euro und nicht wenige Leute schwören immer noch auf den Mac als Audio-Workstation. Da kann einem wirklich jeglicher Sinn für Humor abgehen.
Immerhin gibt es im Internet entsprechende Kniffe, wie es dann doch funktioniert. Dazu später mehr.

Schaut man sich im App-Store und im Internet entsprechende Berichte an, kommen noch mehr Hiobsbotschaften. Von abgebrochenen Installationen bis zum völligen Versagen ist hier teilweise die Rede. Das Verasgen äußert sich bei manchen Benutzern darin, dass der Mac mit „El Capitan“ nach einem Neustart nicht wieder hochfährt. Abhilfe schafft hier nur ein Backup aus der Time Machine, was einen wieder bei OS X „Yosemite“ landen läßt. Bravo!
Andererseits gibt es überwiegend positive Reaktionen, vor allem was die Geschwindigkeit und Stabilität des Systems anbelangt.

Den Mutigen gehört die Welt, also drückte ich am Samstag Nachmittag im App Store einfach mal auf aktualisieren.
Der iMac war nun für den Rest des Tages beschäftigt. Der Download des ca. 6 GB großen Installationspaketes zog sich wie Wagner’s „Ring der Nibelungen“. Nach zweieinhalb Stunden war der Rechner dann soweit und verlangte nach einem Neustart, um „El Capitan“ zu installieren. Ich gab grünes Licht und der iMac startete neu.
Der Installationsbildschirm sieht nun etwas ander aus. Der graue Apfel erscheint und darunter weist ein Balken darauf hin, wie lange die Installation noch dauert. Erst einmal tat sich minutenlang überhaupt nichts, was mich schon Böses erahnen ließ. Dann tauchte der Balken auf und meinte, in 30 Minuten wäre „El Capitan“ bereit zum Auslaufen. Aus den 30 Minuten wurden nach einer halben Stunde dann 47 Minuten und nach einer Stunde sind wir erst einmal auf eine Geburtstagsparty gegangen.

Gegen 00:30 Uhr waren wir wieder zu Hause und mein iMac präsentierte den Log-In Screen, auf dem schon „El Capitan“ in seiner ganzen Pracht durchschimmerte. OK, das war schon mal der erste Schritt – die Installation hat also geklappt.
Beim ersten Durchprobieren hat alles funktioniert, lediglich Mail brach bei dem Versuch ab, die Datenbank zu migrieren. Ein erneuter Start des Programms startete einen neuen Versuch, der von Erfolg gekrönt war. Lediglich sämtliche Passwörter für die diversen Postfächer mussten neu eingegeben werden. Wenn das alle ist, ist es ok.

Am Sonntag Morgen kam dann der „Elchtest“. Rechner ausschalten und neu starten und schauen, ob sich o.g. Problem bei meinem iMac auch zeigt. Schließlich ist dieser bereits 4 Jahre alt und sämtliche Betriebssystem-Updates wurden einfach gnadenlos auf die bestehende Installation (OS X „Lion“) „drübergebügelt“. Kein „Clean-Install“, kein gar nix.
Der Start von einen mechanischen Festplatte dauert beim Mac immer seine Zeit, so auch hier. Nach einer kurzen Zigarettenlänge war der iMac jedoch wieder da, wo ich ihn vor ein paar Minuten ausgeschaltet habe.
Wunderbar. Alles ist gut.

Spielt man ein wenig mit dem Rechner herum und ruft ein paar Programme auf gelangt man schnell zu der Überzeugung, dass man hier vor einem neuen Rechner sitzt. Wie gesagt, der iMac ist 4 Jahre alt und mit seinen 2,7 GHz bestimmt nicht der schnellste. Was sich hier jedoch an Performance offenbarte, habe ich bis dato bei noch keinem Update erlebt. Flott, zügig, alles ohne Ruckeln. Vom Allerfeinsten! Respekt, Apple. Es muß nicht immer das letzte Gimmick mit den neuesten Killer-Features sein. Zuweilen hilft es auch, dem System einfach ein wenig Beine zu machen. Die Überlegung, einen neuen Mac zu kaufen, werde ich wohl erst einmal auf Eis legen, solange diese Performance anhält.

Natürlich wollte ich nun wissen, ob sich meine Sammlung von Native Instruments-Synthesizer und Effekten unter „El Capitan“ wieder an den Start bringen läßt.
Im Audio-Programm „Logic Pro X“ werden alle Plug-Ins mit einem sog. Plug-In Manager geprüft. Prompt veragten auch alle Native Instruments-Plug-Ins ihren Dienst. War auch nicht anders zu erwarten.

Es gibt jedoch eine Lösung. Der Überltäter sitzt tief im System und heißt „auvaltool“, zu finden im Verzeichnis „usr/bin“.
Bevor man auf „El Capitan“ aktualisiert, sollte man sich aus dem alten System eine Kopie dieses Progrämmchens sichern. Dazu geht man in den Finder und klickt in der Menüleiste auf „Gehe zu“ und dann auf „Gehe zum Ordner“, Tastenjunkies drücken alternativ Umschlag-CMD-G. Anschließend gibt man in dem Dialogfeld „usr/bin“ (ohne Anführungszeichen) ein und gelangt zu dem gewünschten Ordner. Ich habe mir einfach das „auvaltool“ auf den Desktop gezogen.

Anschließend startet man den Mac im Recovery-Modus. Nach dem Einschalten wird dazu einfach die Tastenkombination CMD+R gedrückt. Der Mac startet nun im Wiederherstellungsmodus. Ist dieser geladen, ruft man über die Menuleiste das Terminal ein und gibt folgenden Befehl ein:
csrutil disable

Dieser Befehl schaltet die „System Inegrity Protection“ aus. Danach startet man den Rechner neu.
Anschließend wird das vom alten System kopierte „auvaltool“ in den o.g. Ordern “/usr/bin“ kopiert. Sicherheitshalber sollte man sich das neue „auvaltool“ aus „El Capitan“ auf irgendwo hinkopieren, damit man im Zweifelsfall wieder dran kommt.
Abschließend sollte man die „System Inegrity Protection“ tunlichst wieder einschalten. Dazu startet man wieder im Recovery Modus, ruft das Terminal auf und gibt folgenden Befehl ein:
csrutil enable

Nach einem Neustart ruft man dann Logic auf und validiert einfach die zuvor abgelehnten Plug-Ins. Idealerweise funktioniert das auch mit Plug-Ins der Firma Arturia, die, wie oben erwähnt, auch davon abrieten, auf „El Capitan“ zu aktualisieren.
Das ist zwar jetzt alles ein ganzes Stück Windows-Like (Basteln IM Rechner anstatt AM Rechner zu arbeiten, wie Mac-Benutzer es gewohnt sind) – es führt aber letztendlich zum Erfolg. Vielleicht gibt es von Apple beim nächsten Update eine Korrektur des „auvaltool“, damit man sich nicht immer einer solchen Bastelei hingeben muss.
Das bin ich, seit ich den Mac benutze, nämlich überhaupt nicht mehr gewohnt.

Nach diesem Installationsmarathon war nun unser MacBook Pro Retina 13 Zoll an der Reihe, immerhin auch schon 2 Jahre alt. Um auf Nummer Sicher zugehen, lief bereits am Samstag auf dem kleinen Kistchen ein Time Machine Backup.

Der Download auf dem MacBook ging gefühlt doppelt so schnell und die Installation ebenfalls. Auch hier gab es keine Probleme, selbst Mail zeckte nicht herum, fuhr sofort hoch und hatte alle benötigten Email-Konten am Start.
Da das MacBook über eine SSD-Platte verfügt, ist hier der gefühlte Geschwindigkeitszuwachs natürlich nicht so groß wie bei einem Rechner mit mechanischer Festplatte. Das MacBook ist und bleibt einfach pfeilschnell!

Alles in allem ist „El Capitan“, soweit ich es nach ein paar Stunden beurteilen kann, das bisher gelungenste Update auf unseren Macs. Auch wenn man beispielsweise von „Snow Leopard“ auf den Kapitän aktualisiert, wird sich jeder unmeittelbar zurechtfinden und mit dem Mac arbeiten können. Das ist leider, wie ich selbst erfahren musste, bei Windows komplett anders. Wenn man von XP nach Windows 10 aktualisiert, dann trifft einen erst einmal der Schlag und man wird sich vermutlich überhaupt nicht mehr zurechtfinden. Fairerweise muss man aber sagen, dass Windows 10 meinen 5 Jahre alten Rechner ebenso befeuert, wie der Kapitän meinen Mac.




OP-X für den Mac

Den einzigen Wermutstropfen, den der Wechsel von Windows zum Mac hinterlassen hat war, dass ich meinen OP-X Synthesizer der schweizer Firma Sonicprojects nicht mehr nutzen konnte. Es gab ihn nur für Windosen. Zwar gab es einen Workaround dafür, aber der war kompliziert, wenig benutzerfreundlich und richtig Windows-like.

Was ist überhaupt der „OP-X“?
Das ist ein Plug-In für alle gängigen Audio-Workstations, der den legendären OB-X von Oberheim emuliert. Und das richtig gut! Er trieb mir die Tränen in die Augen. Wer den OB-X nicht kennt, der hört sich einfach mal das Intro von Van Halen’s „Jump“ an.
Da hängt der Hammer.
Auch Barclay James Harvest haben das Gerät auf Ihrem Anfang der 80er Jahre erschienenen Album „Turn Of The Tide“ bis zum Erbrechen eingesetzt.

Das Ding ist nichts für knackige Percussion-Sounds, da die Hüllkurven einfach zu lahm sind, aber bei Flächenklängen und schneidenden Sync-Sounds ist das Ding der Knaller.

Jetzt hatten die Entwickler ein Einsehen und haben dieses wunderschöne Stück Software endlich für Mac OS X herausgebracht. Ich könnte heulen vor Freude. Einfach zum Niederknien …




Zehn Unwahrheiten über den Mac

Ein Mac läuft stabiler als ein Windows-System

Die Aussage ist grundsätzlich falsch. Beide Systeme laufen in ihrer Grundkonfiguration nahezu störungsfrei und stabil. Je mehr man an den Systemen “bastelt” desto anfälliger werden sie, wobei hier bei Windows-Systemen die Gefahr größer ist, da man sich jede Menge Programme installieren kann, die das System angeblich entschlacken und beschleunigen. Bei Windows können Registry-Cleaner und Defragmentierungsprogramme helfen, beim Mac sind sie komplett sinnfrei.

Ein Mac ist zu teuer

Freilich muss man für Rechner der Firma Apple tief in die Tasche greifen. Man erhält jedoch ein absolut hochwertiges Produkt, das perfekt verarbeitet ist. Es fängt schon bei der Verpackung an. Keine braunen Pappkartons und Kabelbinder – alles wird formvollendet und perfekt in einer hochwertigen Verpackung geliefert. Weiterhin ist der Wiederverkaufswert eines Mac um ein vielfaches höher als bei PC’s. Mein 4 Jahre alter iMac erzielt bei eBay immer noch um die € 700,-. Dafür bekommt man mindestens einen leistungsfähig gleichwertigen PC.

Ein Mac ist schneller

Das ist mittlerweile kompletter Unsinn. Sowohl Windows- als auch Mac-Rechner verwenden Intel-Prozessoren und sind leistungsmäßig gleich auf, zumindest was die technischen Werte betrifft. Dass ein leistungsmäßig ebenbürtiger Mac sich schneller “anfühlt” liegt meistens an der Auswahl der verbauten Komponenten, die auf das Betriebssystem abgestimmt wurden.

Für den Mac gibt es weniger Programme

Das ist grundsätzlich richtig. Bei Windows-Programmen gibt es unzählige Free- und Sharewareangebote, die einfach schlecht oder Ramsch sind und im Zweifelsfall das System instabil machen. Alle Programme, die man für den Alltag benötigt, gibt es auch für den Mac, allen Voran alles von Adobe. Sogar Microsoft Office gibt es für den Mac, dessen Gebrauch aber eine gehörige Portion Masochismus voraussetzt. Zu träge und langsam sind die Programme, allen voran Excel. Es macht keinen wirklichen Spaß damit zu arbeiten. Apple bietet mit iWorks eine eigenen Office-Suite, die von den Funktionen zwar nicht an das Microsoft-Pendant heranreicht, aber leicht und flüssig zu bedienen ist. Um einen einfachen Brief zu schreiben oder den Verbrauch des Autos zu kalkulieren ist iWorks die eindeutig bessere Wahl.

Ein Mac ist sicherer

Auch für Apple Rechner gibt es Schadsoftware oder Hintertüren, die einem Angreifer die Kontrolle über das System erlauben. Jedoch hinkt hier ein Vergleich mit Windows-Systemen. Dort ist die Schadsoftware eindeutig in der Überzahl, was mit Sicherheit auch an der Verbreitung von Windows liegt. Es ist veritabler, für Windows Schadsoftware zu programmieren als für Apple-Systeme. Android hat übrigens das gleiche Problem.

Ein Mac ist nicht individuell konfigurierbar

Auch das ist eine Halbwahrheit. Im Apple-Store kann man sich einen Mac nach den gewünschten Kriterien zusammenstellen. Allerdings ist dieser Rahmen eng gesetzt. Das hat mit der perfekten Abstimmung von Hard- und Software zu tun. Alle Komponenten inclusive Software unterliegen einem perfekten Zusammenspiel, was der Stabilität des Systems zu Gute kommt. Einen PC hingegen kann man sich nach allen Wünschen zusammenbauen – jede Komponente ist auswählbar, was jedoch meistens zu Lasten der Stabilität geht.

Der Mac ist nicht erweiterbar

Diese Aussage ist nur zum Teil wahr. Bei fast allen Macs kann man wenigstens den Arbeitsspeicher erweitern. Darüber hinaus verfügen alle Macs, ausser dem neuen Mac Book über schnelle Thundebolt-Schnittstellen, an denen man alles nur erdenkliche Equipment anschließen kann. Und mal Hand aufs Herz, wer baut in einem Mercedes einen anderen Motor oder ein anderes Getriebe ein? Vermutlich niemand und wenn, macht es die Fachwerkstatt, in unserem Falle der Apple-Store.

Am Mac muss ich mich umstellen

Natürlich muss man sich ein wenig umstellen, wenn man von windows oder Linux kommt. Die Bedienung des Mac ist allerdings denkbar einfach, viele Dinge sind selbsterklärend und leicht verständlich. Die Oberfläche des Mac OS ist weniger konfigurierbar als beispielsweise Windows. Grundsätzlich schließt man einen Mac an, startet ihn und kann nach wenigen Klicks mit dem Gerät arbeiten. Ein Mac kommt mit keinerlei kostenpflichtigen Zusatzsoftware von Drittanbietern, wie beispielsweise Backup-Programmen, Virenscannern oder irgendwelchen Toolbars für den Browser.

Der Mac ist elitär

Macs werden von eiltären Leuten wie Grafikdesignern benutzt und dienen als Statussymbol. Die Aussage trift auf die Benutzer aber nicht auf das Statussymbol. Alle Macs sind designtechnische Meisterstücke, was grundsätzlich seinen Preis hat. Es werden keine minderwertigen Materialien oder veraltete Komponenten verbaut. Hard- und Software sind perfekt aufeinander abgestimmt, was hohe Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit bietet.

Der Mac ist nur für Amateure

Es gibt ausreichend „Profi-Software“ für den Mac, beispielsweise „Final Cut Pro“ für die Videobearbeitung und „Logic Pro X“ für die Musikbearbeitung. Viele Programme, wie iWorks oder Fotos sind für den Gebrauch unter OS X und iOS abgestimmt, diese funktionieren nahtlos auf jedem Apple-Gerät. Die iWorks Programme Pages, Numbers und Keynote sind weniger umfangreich als die Pendants, Word, Excel und Powerpoint von Microsoft, dafür sind sie um Längen einfacher und intuitiver zu bedienen.




Fotos für OS X

Mitte April erschien die dritte Version von Apples Mac-Betriebssystem Yosemite, Yosemite 10.10.3. Kernpunkt des Updates ist die neue Foto-Software „Fotos für OS X“. Diese ist der Nachfolger von iPhoto, die Profisoftware Aperture wurde mit dem Erscheinen von „Fotos für OS X“ beerdigt und ist nicht mehr im App-Store erhältlich.

Aperture war einmal ein hervorragender RAW-Konvertierer, aber leider wurde das Programm von Apple über die Jahre nicht mehr sonderlich gepflegt. Enorm waren auch die Katalog-Funktionen, weswegen das Programm eigentlich noch auf meinem Mac war. Zur Bearbeitung der RAW-Dateien von meiner Kamera verwende ich schon seit geraumer Zeit DxO Optics Pro – meiner Meinung nach holt dieses Teil das Beste aus meinen Bildern heraus. Leider gibt es dort keinerlei Verwaltungsfunktionen, aber dafür gab es ja Aperture. iPhoto habe ich zuweilen nur benutzt um Kalender oder Fotobücher zu erstellen. Die Ergebnisse sind qualitativ das Beste, was ich bis dato in den Händen hielt.

Nun schickt sich Fotos für OS X an, diese Aufgaben zu übernehmen. Kann es das? Die weitere Frage ist, will es das?

Beide Fragen kann man getrost mit Nein beantworten. Es ist kein waschechter RAW-Konverter und die Verwaltungsfunktionen hinken Aperture auch hinterher. Es gibt beispielsweise keine Sterne-Wertung mehr, man kann Bilder nur als Favorit markieren. Gut gelöst ist die Verschlagwortung. Einfach die gewünschten Bilder markieren, CMD+I drücken und im Infofenster die gewünschten Schlagworte angeben. Anstatt einer Sterne-Wertung kann man beispielsweise Zahlen von 1-5 als Schlagworte verwenden. Daraus kann man sich bei Bedarf ein „intelligentes Album“ erstellen, das nur Bilder mit dem oder den gewünschten Schlagworten enthält.

Ebenfalls entfallen ist die Möglichkeit, den Fotos Ortsinformationen hinzuzufügen. Diese werden, soweit vorhanden, lediglich angezeigt. Zur Ortsverwaltung gibt es jedoch haufenweise Programme im Netz, teilweise kostenlos. Ich benutze geotag, ein kleines Java-Progrämmchen, das sehr umfangreich und komfortabel ist, sowie den Exif-Editor. Damit bleiben eigentlich keine Wünsche offen, der Profi hat hier sowieso diverse Tools. Fotos vom iPhone haben sowieso schon Ortsangaben.

Natürlich kann man auch RAW-Fotos berabeiten, jedoch nicht so umfangreich wie in Aperture. Von Aperture übernommen sind die Bildbearbeitungs-Funktionen, die bei fertigen jpg.-Bildern eine hervorragende Arbeit leisten und weit über den Möglichkeiten und der Qualität von iPhoto liegen.

Fakt ist, dass das iPhone eine der weltweit beliebtesten Kameras ist. Im Zusammenspiel zwischen diesem und Fotos für OS X ergeben sich hier ganz neue Möglichkeiten. Wenn man es möchte, wird nämlich mit Fotos für OS X die gesammte Foto-Bibliothek über die iCloud synchronisiert. Fotos, die mit dem iPhone gemacht werden, finden sich ein paar Augenblicke später auf dem Mac. Umgekehrt natürlich auch. Will heißen, ich kann meine gesammte Foto-Bibliothek über all dort, wo ich mit dem iPhone Empfang habe anschauen. Mit dem iPad natürlich auch, ebenso wie mit dem MacBook. Mit den 5GB Gratis-Cloud-Speicher kommt man natürlich nicht weit. Wir haben ca. 11.000 Fotos in unserer Bibliothek, dazu buchte ich 200GB iCloud-Speicher für €3,99/Monat hinzu. Das ist zukunftssicher, da hier gerade einmal ein Viertel der vorhandenen Kapazität verbraucht wird.

Die aus iPhoto bekannten Ereignisse gibt es auch nicht mehr, die Fotos werden jetzt in Momenten/Sammlungen/Jahre einsortiert. Das schafft mehr Übersicht als die ganze Ereigniss-Verwaltung und ist mit dem Pendant in iOS identisch.

Wichtigster Vorteil von Fotos für OS X ist also, dass die Verwaltung und Bearbeitung auf allen Apple-Geräten gleich ist – gleich einfach. Bearbeitet man auf einem Gerät ein Foto, sind die Änderungen augenblicklich auf allen anderen Geräten synchron.

Es macht Spaß, mit Fotos für OS X zu arbeiten, nach kurzer Zeit vermisst man nichts mehr. Der größte Vorteil: Das Programm ist auch auf meinem 4 Jahre alten Mac pfeilschnell, da es von Grund auf neu programmiert wurde. Selbst mit unserem Datenbestand von über 11.000 Fotos „spielt“ das Programm. Hervorragand!




OS X Mavericks

Nach der Keynote am 22.10.2013 war es endlich verfügbar, das neue OSX Mavericks. Kurz nach Ende der Präsentation hat mein iMac bereits das Update angezeigt.
Zuerst wurde mein MacBook Pro aktualisiert. Das ging verhätlnismässig schnell, da wohl niemand direkt nach der Keynote den Finger auf dem Download-Knopf hatte. In knapp anderthalb Stunden war die gesamte Prozedur beendet. Mein iMac hat sich die Nacht über Zeit genommen, da der Ansturm auf die Apple-Server wohl etwas höher war.

Auch hier war die Installation ein Kinderspiel. Zwar riet Steinberg (Hersteller meiner Musik-Software) vom Update erst einmal ab, aber was soll’s – “No risk, no fun”. Die Bedenken waren unbegründet; Programm und Audio-Interface liefen wie gewohnt (perfekt).

Nach der Installation ging der Update-Fackelzug allerdings noch weiter; die iLife – und iWork-Programme wurden ebenfalls einer Frischzellenkur unterworfen. iWork ist jetzt noch einfacher und die Dokumente sehen auf dem Mac endlich so aus wie auf dem iPad und umgekehrt. Beim Kauf eines neuen iOS-Gerätes oder eines Mac sind die Programme kostenlos, verbunden mit einem herzlichen Gruß an das 99$-Jahresabo an Office 365 von M$ aus Redmond.
iPhoto ist noch schlichter, benutzt die Apple-Karten und iMovie erlaubt es endlich, Filme in die Cloud zu laden. Peferkt. Der Knaller ist für mich das iCloud-Schlüsselbund, dass alle meine Passwörter (die ich mir nicht merken kann) für alle meine Geräte in der iCloud speichert. Sicher, die NSA wird das alles auf dem Weg zu den Servern in Cupertino mitlesen, aber dann sparen sie sich wenigstens den Anruf bei Google, Dropbox und anderen Verdächtigen, damit die mein Passwort rausrücken. Man ist behilflich, wo man kann. Selbst Mutti Merkel kann augenscheinlich nicht mehr ungestört mit ihrem Gatten Konversation betreiben ,,,

Die ganze Installations-Arie dauerte zwar, aber ging so problemlos von Statten, wie man sich das bei Apple wünscht und auch gewohnt ist.
Was ist nun so toll an Mavericks? Sieht doch aus wie OS X 10.8 Mountain Lion?
Mein MacBook ist dank SSD eh pfeilschnell, doch mein iMac scheint noch eine Ecke schneller zu laufen. Das MacBook glänzt dagegen mit einer spürbar längeren Akku-Laufzeit, die ohnehin schon ihres Gleichen sucht. Der iMac fühlt sich an wie ein neues Gerät. An der Optik wurde bis auf ein paar Icons und am Kalenderdesign wenig bis gar nichts getan; es ist meiner Ansicht nach auch nicht nötig.
Unter der Haube wurde viel gebastelt; Energieffezienz heißt das Zauberwort, was sich vor allem bei den MacBooks bemerkbar macht. Aber auch der iMac fühlt sich an, als hätte er wesentlich mehr RAM zur Verfügung. Laut Apple sollen spezielle Kompressionsalgorithmen dafür verantwortlich sein.

Sei es wie es ist, das “fortschrittlichste Desktop-Betriebssystem” wurde mal wieder noch besser gemacht. Hier hat man nicht, wie bei DOS das Gefühl, dass die Karre nach jedem Update langsamer wird. Vor allem funktionierenn die Updates; mein alter DOS-7 Rechner hat bisweilen die Angewohnheit, das Installieren von Updates mit Fehlermeldungen zu quittieren.

Zu erwähnen bleibt noch, dass Mavericks (und wohl auch alle zukünftigen Apple-Betriebssysteme) kostenlos ist. Gut, der eine oder andere wird sagen, dass das bei den Mondpreisen für die Hardware ein schlechter Witz ist. Ein geniales Verkaufsargument ist das trotzdem, den M$ verdient beispielsweise ausschließlich damit die Kohle. Wenn die das machen müssten, könnten die wahrscheinlich demnächst die Pension für den durchgeknallten Steve Ballmer nicht mehr aufbringen. Aber so ist das Leben. Der Punkt geht nach Cupertino zu Apple ins sonnige Kalifornien.

Ein ebensolcher Frontalschuß zu Microsoft nach Redmond ist die kostenlose iWork-Suite. Na, … aber die kann ja wohl nicht mit Office mithalten. Kann sie nicht, will sie auch nicht. Wenn ich Word aufmache, um einen einfachen Brief zu schreiben oder Excel öffne, um mir meine Spritkosten mal eben zu berechnen, überfordert mich das kolossal. Die einfachsten Dinge sind geschickt in irgendwelchen Untermenüs versteckt und geben einem die Gelegenheit, das Programm erst einmal eine Stunde zu konfigurieren, um damit anschließen 10 Minuten zu arbeiten. Das braucht nun wirklich kein Mensch.
Für mich ist iWork da wesentlich besser geeignet. Im Geschäftsleben mag das anders aussehen.
Warum soll ich als Privatanwender für etwas bezahlen, wo ich nicht mit umgehen kann? Die Frage werden sich die Damen und Herren bei Apple auch gestellt haben und sind dann zu dem vernünftigen Entschluss gekommen, das ganze Zeugs zu verschenken.

Wenn man diese Punkte einmal berücksichtigt und sich bei namhaften Online-Dealern mal einen PC gleichen Umfangs konfiguriert, wird man sehr schnell erstaunt feststellen, dass die oben genannten Mondpreise in Wirklichkeit gar keine sind. Abgesehen von dem Spaß, den es einfach macht, mit einem Mac zu arbeiten. Der ist unbezahlbar.
Abschließend ist alles auf die Formel von Heraklit zurückzuführen: “Panta rhei” – alles fliesst.
Und ich bin mal wieder restlos begeistert …