20 Jahre Apple

Ende diesen Jahres ist es 20 Jahre her, dass ich zum Apple-Fanboy mutiert bin. In der Welt der Technik gibt es kaum eine Marke, die so polarisiert wie Apple. Für die einen ist es eine Lifestyle-Marke, für die anderen ein Synonym für Qualität, Innovation und Nutzerfreundlichkeit. Doch was genau macht Apple-Geräte so besonders? In diesem Beitrag gibt es einen Blick auf die Vorteile, die iPhones, Macs, iPads & Co. zu beliebten Begleitern im Alltag machen. Bei mir fing zunächst ganz harmlos mit einem einzelnen Gerät, dem iPod mini an. Mittlerweile besteht unser Haushalt mit allem, was zur Gattung Computer und Mobile Devices gehört, nur aus Geräten der Firma Apple. Warum um alles in der Welt betreibt man einen derartigen gear porn, insbesondere, da die Produkte aus Cupertino nicht in dem Ruf stehen, billig zu sein? Ist es das erhabene Gefühl, im nächsten Starbucks mit dem Apple-Logo auf dem ultra-dünnen MacBook ein kreatives Leuchtfeuer zu entfachen und wenigstens für einen Creator gehalten zu haben? Ich gehe nicht zu Starbucks und mir ist es seit geraumer Zeit völlig egal, was die Leute von mir halten. Ich möchte mich auf wesentliche Dinge konzentrieren und im digitalen Bereich ist für mich hier Apple nach wie vor das Maß der Dinge. Aber nun alles einmal hübsch der Reihe nach.

iPod

Wir schreiben das Jahr 2005. Napster war in aller Munde, es gab keine CD, die man dort nicht „kostenlos“ herunterladen konnte und als Reaktion darauf ersann die Musikindustrie immer abstrusere Kopierschutzmaßnahmen für CDs, die zur Folge hatten, dass so einige CDs nicht einmal im CD-Spieler des Autos hörbar waren. Steve Jobs und Apple schufen iTunes und sie schafften es, die Musikindustrie mit ins Boot zu holen. Musikdownloads waren nicht mehr illegal und zudem erschwinglicher als ein physischer Datenträger. Das Medium der Wahl war natürlich Apples eigener iPod. 1.000 Songs in der Hosentasche war der Werbeslogan der Stunde. Natürlich gab es auch vor dem iPod MP3-Player – der iPod war im Grunde keine bahnbrechende Erfindung. Ich besaß auch so ein Teil mit wilden 256MB Speicherplatz. Die Bedienung war ein grausiges Erlebnis. Am einfachsten war es, auf Play zu drücken und den ganzen Speicher runterlaufen zu lassen. Einzelne Titel oder Alben zu suchen war eine Katastrophe. Dann kam der iPod. Mit seinem Klick Wheel war es ein Kinderspiel, durch die Listen der Interpreten, der Alben oder der selbst angelegten Playlisten zu scrollen. Der 2005 erworbene iPod mini war für mich das Gerät der Wahl. Es war sehr klein, bot ausufernde 4 GB Speicher und war recht günstig – ideal für unseren damaligen Skiurlaub. Überall Musik auf der Piste …

Zum Befüllen des iPods war die Software iTunes das Mittel der Wahl. Simpel in der Benutzung und für Windows verfügbar. Ein cleverer Schachzug von Apple. Zu diesem Zeitpunkt war Windows definitiv der Platzhirsch, da es fast nur Desktop-Computer gab. Windows XP lief halbwegs stabil und Windows 7, für viele heute noch das beste Microsoft-Betriebssystem, stand in den Startlöchern.

Ein Apple Desktop-Rechner, der coole iMac, war schon immer mein Traum gewesen, schied jedoch auf Grund meiner damaligen finanziellen Möglichkeiten aus.

nach oben

iPad

Es sollte bis 2011 dauern, bis das nächste Apple-Gerät zu uns ins Haus kam. Es handelte sich um das 2010 erschienen iPad. Zur Kategorie der Tablets gehörend, war dieses Gerät etwas ganz Neues. Man konnte in iPhoto seine Bilder fast wie am Mac bearbeiten, man konnte Texte in Pages schreiben und Tabellenkalkulationen in Numbers erstellen, freilich nicht so komfortabel wie heute. Es war eine willkommene Ergänzung zu einem Desktop-Rechner, erlaubte das iPad eine gewisse Mobilität. Später konnte man es sogar mit SIM-Karten kaufen und man war nicht mehr auf ein WLAN angewiesen. Mittlerweile haben iPads fast mehr Rechenleistung als im Jahr 2010 ein MacPro. Es gibt wenig, was man heute nicht auf dem iPad erledigen kann, und mit iPadOS 26 ist gar ein richtiges Fenstermanagement angekündigt.

nach oben

iMac & MacBook

Irgendwann im Jahr 2009 habe ich in einem Musikmagazin bei einem Preisausschreiben eine komplette Pro-Tools Ausrüstung gewonnen, also Profi-Software zum Musikaufnehmen und ein komplettes Mischpult incl. FireWire-Audiointerface. Damals besaß ich noch einen Rechner mit Windows 7, ich glaube er war von MediaMarkt. Der hatte zwar FireWire, aber es war ein stetiger Kampf mit Abstürzen und BlueScreens. Der Erwerb eines eigens für den Audio-Bereich in einem renommierten Kölner Music Store bracht da wenig Abhilfe. Das Audiointerface stürzte in der Regel alles zwei Tage ab und ließ sich nur durch einen Neustart wieder zum Laufen überreden. Des Weiteren schaffte ich mir eine Drucker/Scanner Kombination an, die über WLAN ansteuerbar war. Das Drucken funktionierte tadellos, doch unter Windows ließ sich das Gerät partout nicht zum Scannen überreden. Selbst mit meinem 2011 erworbenen iPad war das ein Kinderspiel!

All das bewog mich Anfang 2012 dazu, von meinem Windows-Rechner zu einem iMac zu wechseln. Es wurde die Variante mit 27-Zoll Bildschirmgröße. Größtes Manko: Der ganze schöne Hauptgewinn mit ProTools-Hardware und Software war auf absehbare Zeit wertlos, da Digisdesign, der damalige Hersteller von ProTools die Hardwareunsterstützung für das Mischpult auf ziemlich absehbare Zeit abgekündigt hatte. Auf Grund der Tatsache, dass ich für das ganze Gedöns keinen Pfennig bezahlt habe, war das verschmerzbar. Für schlanke 270 Euro erwarb ich vom Softwarehersteller Steinberg die „Cubase Artist“-Version. Da ich das Programm bereits unter Windows nutzte, brauchte ich nicht umlernen. In der Mac-Version war jedoch ein Bug, der bei der Step-Eingabe von Noten das Programm zum Absturz brachte. Vom Support von Steinberg kam dann eine ziemlich arrogante Antwort, ich solle doch bitte alle Komponenten wie Betriebssystem und die Software aktuell halten, dann würde Cubase auch ordnungsgemäß funktionieren. Ja nee, iss klar. Hier stand ein flammneuer iMac mit der aktuellsten Software …

Zeit, sich der Alternative aus dem Haus Apple zu widmen, dem Programm Logic. Das war damals für schlanke 199 EUR im Apple Store erhältlich. Ich habe es bereits einige Jahre zuvor einmal benutzt, es jedoch zu Gunsten von Cubase wieder verworfen. Ich war überrascht, wie benutzerfreundlich das Programm sich nach so vielen Jahren anfühlte. Nachdem das Hamburger Unternehmen Emagic die Software Anfang der 2000er Jahre an Apple verkauft hat, ist hier augenscheinlich eine Menge passiert. Logic nutze ich bis heute, einmal gekauft und nie wieder für Updates, die streckenweise grandios sind, bezahlt. Hier merkt man deutlich, wie sie Apples Integration von Hardware und Software auszahlt.

Beiläufig erwähnt werden soll noch, dass mein Drucker/Scanner ca. 3 Minuten zur Einrichtung am Mac brauchte und BIS HEUTE seinen Dienst verrichtet, sogar mit der neuen Generation der Apple Silicon Prozessoren.

Der iMac mit seinem Betriebssystem, damals noch OS X genannt, war ein traumhaftes Erlebnis. Das Gerät lief wesentlich flüssiger als ein Windows Rechner und eine Wartung fand schlicht und ergreifend nicht statt. Systemoptimierung wie Defragmentieren der Festplatte, Aufräumen der Registry und Rumspielen mit Virenscannern und Firewalls fand schlichtweg nicht statt. Lediglich das Firewall-Programm Little Snitch ist von Anfang an dabei, hindert es einfach und wirkungsvoll ausgesuchte Programme daran „nach Hause“ zu telefonieren und verdächtige Netzwerkaktivitäten zu melden. Updates bei einem Mac laufen ebenfalls sehr simpel und geräuschlos über das Internet ab. Grundsätzlich sind alle Updates kostenfrei; es gibt keine Home-, Special-, Professional-, oder was weiß ich was für Versionen mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Mein 2012 erworbener iMac war bis 2017 im Einsatz – nicht ein einziges mal wurde das Betriebssystem neu installiert! Alle Updates wurden gnadenlos darüber installiert und es kam zu keiner Störung! 2017 kam dann ein neuer iMac aus dem Apple Refurbished-Store, also ein Gebraucht-Gerät. Auch hier funktionierte alles klaglos und er tat bis Ende 2023 seinen Dienst!

Natürlich leckt man bei so einer grandiosen Kombination Blut, deshalb musste im Jahr 2013 ein mobiler Mac her – ein MacBook Pro, das BIS HEUTE tadellos seinen Dienst verrichtet, bis auf einen Batterietausch im Jahr 2017, der im Apple Store kurz und schmerzlos über die Bühne ging.

Ende 2023 unterstütze mein iMac von 2017 keine neuen Betriebssystem-Updates mehr, so dass er weichen musste. Leider vernachlässigt Apple den iMac seit Einführung der Silicon-Prozessoren sträflich! Es gibt nur noch eine 24-Zoll Variante, auch leistungsmäßig bin ich nicht fündig geworden. Die Alternative ist jedoch der macMini- früher tatsächlich als Mini-Version belächelt. Mein neuer macMini M2 Pro ist jedoch lediglich auf die physische Größe betrachtet mini. Ich weiß nicht, wie viele Prozessor-Kerne das Ding hat, es ist mir auch herzlich egal. Mit 32 GB RAM und einer 1 TB SSD-Festplatte ist Leistung im Überfluss da. Der neueste Rechner ist immer auch der schnellste, aber diese kleine Mac schlägt dem Fass den Boden aus! Er startet gefühlt schneller als ein iPhone, ruckelt nicht, gibt keine Geräusche von sich und erledigt selbst anspruchsvolle Aufgaben mit Bravour.

nach oben

iPhone

Das 2007 erschienen iPhone war ein Meilenstein, vereinigte es doch drei Geräte in einem: ein Telefon, einen iPod und einen Webbrowser. Das konnten damals bereits Geräte von Motorola, Nokia und Blackberry, doch keines so simpel und benutzerfreundlich wie das iPhone. Keine Rumgefrickel auf einer Mäusetastatur, sondern mit einem eleganten Touchscreen. Es hatte natürlich seinen Preis. Um im Jahr 2009 in die Welt der Smartphones einzutauchen, war ein iPhone natürlich eine Option, aber es gab sie zunächst nur für Telekom-Kunden. Da ich seit 1998 Vodafone-Kunde war, entfiel also diese Option.

Alternative damals im Jahr 2011 war ein günstiges Samsung Galaxy. Na ja, irgendwie sah es ja ein wenig aus wie ein iPhone. Mit diversen Softwarehacks sah die Oberfläche dann tatsächlich aus wie ein iPhone. Dennoch war das Gerät eine einzige Katastrophe. Es wurde sehr schnell sehr langsam und man konnte beispielsweise die Facebook-App nur dann starten wenn man alle anderen Apps zuvor geschlossen hatte. Wehe, es rief dann auch noch jemand an …

Im Jahr 2013 ging mir das Gerät so dermaßen auf die Nerven, das ich beschloss, mir ein iPhone zuzulegen. Ich war verwöhnt von der Bedienung der Apple-Geräte und von ihrer nahtlosen Integration untereinander, die damals freilich noch in den Kinderschuhen steckte. Mittlerweile liefen die Geräte bei allen gängigen Mobilfunkanbietern, so auch bei meinem Provider Vodafone. Es wurde ein iPhone 5 mit heute ironisch anmutenden 16 GB Speicherplatz. Auch hier, wie am iMac und am iPad ging alles flüssig und geschmeidig von Statten, keine Abstürze, keine Haken.

nach oben

Fazit

Im letzten Jahr bat mich ein Freund, ihm unter Windows 11 einen Drucker zu installieren. Mein Ehrgeiz war geweckt, doch ich stand wie der Ochse vor dem Berg. Was muss ich hier machen? Es war ein Fackelzug ohne Ende, Treiber herunterladen, Zusatzprogramme des Herstellers installieren, die mehr schlecht als recht funktionieren und die Tatsache, dass man bei JEDER Benutzung des Scanners diesen über das Betriebssystem suchen lassen muss. Das Gerät ließ sich nicht in der Systemkonfiguration speichern! Wie sollen wenig computer-affine Menschen mit so etwas klarkommen?

All das kenne ich nicht mehr, seit ich Apple-Geräte benutze. Scanner, Drucker, Audio-Interface, MIDI-Interface, CD-Player, Kamera – alles wird einfach angeschlossen und nach wenigen Augenblicken funktioniert es!

Eine geniale Funktion am Mac ist die Time Machine: Man schließt einfach eine Festplatte an den Mac an, die in der Time Machine als Backup-Laufwerk zugewiesen wird. Fortan speichert diese Software das Betriebssystem, die Programme und sämtliche Daten als Backup. Löscht man versehentlich irgendetwas vom Mac, holt man sich in der Time Machine Software über einen virtuellen Zeitstrahl die entsprechende Datei zurück. Den Gipfel erlebt man jedoch, wenn man sich einen neuen Mac zulegt. Dazu wird das Time Machine Laufwerk mit einer aktuellen Sicherung des alten Systems einfach an den neuen Mac angeschlossen und dieser gestartet. Der Mac fragt sodann, ob er neu konfiguriert werden soll oder ob Benutzerkonten, Programme und Dokumente Audi einem Time Machine Backup übertragen werden sollen. Diese Abfrage bestätigt man, geht eine Runde spazieren, Fahrrad fahren oder Eis essen, je nach Gusto und wenn man zurückkommt, sieht der neue Mac aus wie der alte. Er öffnet sogar zuvor auf dem alten Mac nicht geschlossene Programmfenster. Das ist Benutzerfreundlichkeit, die ihres Gleichen sucht!

Alle Apple Geräte sind mittlerweile so verzahnt und vernetzt, dass man nahtlos von einem Gerät auf das andere wechseln kann. Telefongespräche vom iPhone kann man ohne komplizierte Einstellung am iPad, am Mac oder an der Apple Watch entgegennehmen. Man beginnt am iPad im hauseigenen Textverarbeitungsprogramm Pages mit einem Text, den man später am Mac öffnet und weiter bearbeitet. Eine Tabellenkalkulation in Numbers beginnt man am Mac und kann diese problemlos auf dem iPhone während einer Zugfahrt bearbeiten (vorausgesetzt, die Deutsche Bahn bekommt ein stabiles WLAN auf die Kette).

Dreh- und Angelpunkt ist bei allen Geräten die iCloud, in der alle diese notwendigen Daten gespeichert werden. Die gesamte Fotoverwaltung erfolgt ebenfalls über die iCloud. Eine Fotosammlung auf allen Geräten. In der iCloud lassen sich iPhone- und iPad-Backups speichern. Die Einrichtung eines neuen Mobile Device geht dabei genau so geschmeidig von Statten wie zuvor beim Mac beschrieben. Sogar die Zwischenablage funktioniert über die iCloud. Wenn man ein PDF-Dokument auf dem iPad hat, und daraus eine Passage kopiert, kann man es über diese Funktion auf dem iPhone in eine WhatsApp Nachricht kopieren.

Gegenüber Windows und Android muss man sich zunächst auf die Logik der Apple Geräte einlassen. Ich finde, diese ist einfach zu erlernen und sie funktioniert gnadenlos gut. Ich habe es noch nie erlebt, dass beispielsweise die iCloud nicht erreichbar ist oder meine Geräte sich untereinander „verloren“ haben!

Es gibt einen schönen Spruch: „ Windows Benutzer wissen nicht, warum es nicht funktioniert; Linux Benutzer wollen wissen, warum es nicht funktioniert. Apple Benutzer wollen gar nicht erst wissen, warum es funktioniert“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Bis auf Betriebssystem-Updates ist alles extrem wartungsfrei und man muss sich um nichts kümmern. Ein einziges Mal in fast 15 Jahren Mac musste ich in den Recovery Modus wechseln, weil Apple bei einem Update einen Fehler bei Audio Plug-Ins „verbrochen“ hat.

Über CarPlay läßt sich bei kompatiblen Geräten das iPhone auf dem Display des Gerätes anzeigen. Das funktioniert kabelgebundenen oder drahtlos. Dadurch habe ich noch nie den CD-Spieler des Autos oder das eingebaute Navigationssystem verwendet. In Apple Karten speichert man einfach seinen favorisierten Orte und ruft sie im Auto ab. Hat man im Kalender einen Termin mit Ortsangabe hinterlegt, kann man im Auto einfach den Kalender öffnen, das Ereignis antippen und schon startet die Navigation.

All das ist auch mit Windows- und Androidgeräten mittlerweile möglich. Mit ist jedoch niemand bekannt, der da nicht über irgendwelche Hürden klagt. Im Apple-Kosmos funktioniert alles, wie bereits oben geschrieben. Die Zeit, die ich früher mit Pflege, Wartung und Spielereien an den Geräteeinstellungen verbracht habe, ist seit dem Gebrauch von Apple-Geräten fast gegen Null geraten. Natürlich haben die Geräte ihren Preis, konfiguriert man sich jedoch ein professionelles Windows-System, ist das auch nicht ganz ohne. Der Wiederverkaufswert von Apple-Geräten ist beträchtlich! Zudem bietet Apple für jedes Bedürfnis ein passendes Gerät. Vom kleinen iPad, dass man lediglich zum ebook-Lesen, Email checken oder Websurfing verwendet bis zum High-End Desktop-Rechner für professionelle Aufgaben wie Musik erstellen oder Video-Editing ist hier alles in unterschiedlichen Preiskategorien verfügbar. im Apple-Store kann man sich die Geräte nach eigenen Bedürfnissen einrichten und erklären lassen – der Service ist hervorragend!

Zudem sind die neuen Apple-Silicon Prozessoren in den Desktop-Rechnern und den Mobilgeräten einfach konkurrenzlos effizient und leistungsfähig. Mein 2023 erworbener macMini ist bis jetzt auch bei den anspruchsvollsten Aufgaben wie Musikaufnahmen, Bildbearbeitung und Videoschnitt nicht ein einziges Mal in die Knie gegangen. Ich bin mir noch nicht einmal sicher , ob in dem Gerät überhaupt ein Lüfter verbaut ist. Er ist in allen Situationen absolut geräuschlos. Panta rei – alles fließt …

nach oben




Project Indigo

Das klingt zunächst sehr geheimnisvoll! Was um alles in der Welt ist das nun wieder? Kommen jetzt die Außerirdischen, hat die NSA eine neue Spionagesoftware geschrieben oder färbt Donald Trump seine Haare nun tiefblau?

Nichts von all dem ist Gott sei Dank der Fall. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Kamerasoftware aus den Adobe Labs, die die Fotografie auf Mobiltelefonen auf ein neues Level in die Nähe von Spiegelreflexkameras heben will. Die Software ist zunächst nur für Apple iPhones ab Modell 12 erhältlich; eine Android-Version ist laut Adobe in Planung.

Der besondere Ansatz hier ist laut Adobe der Fokus auf sog. Computational Photography. Die App kann bis zu 32 Einzelbilder aufnehmen und kombiniert diese zu einem Foto mit „deutlich reduziertem Bildrauschen und erhöhtem Dynamikumfang“. Die kostenlose App nutzt ein neues, innovatives Verfahren, bei dem bis zu 32 dieser Einzelbilder erfasst und zu einem finalen Foto zusammengerechnet werden. Dieses Multi-Frame-Verfahren reduziert, wie gesagt, das Bildrauschen erheblich und erweitert den Dynamikumfang – selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen entstehen so detailreiche Aufnahmen. Dabei unterbelichtet die App die Aufnahmen stärker als übliche Kamera-Apps, was zu besseren Ergebnissen bei den Lichtern führt. Weiterhin verfügt die Software über eine Reflect Removal Funktion, die Spiegelungen entfernt, die beispielsweise beim Fotografieren durch Fensterscheiben entsteht und eine AI-Denoising, eine Funktion zum Entrauschen der Bilder, die auf künstlicher Intelligenz beruht. Je nach iPhone-Modell enthält die Software einen bis zu zehnfachen Zoom (bei meinem iPhone 14 leider nur einen 2-fach Zoom) und einen Nachtmodus, in dem man Belichtungsreihen erstellen kann.

Fotos, die mit Mobilgeräten gemacht werden, sehen auf dem Bildschirm derselben umwerfend gut aus. Betrachtet man sie jedoch auf einem großen Computerbildschirm, fällt sofort eine übertriebene Tonwertanpassung, erhöhte Sättigung und Schärfung auf, die die Bilder dann nicht mehr so toll aussehen läßt und beim Betrachten anstrengt. Hier ein Beispiel mit der iPhone-Kamera und einem bearbeiteten Project Indigo Foto. Insgesamt ist das Ergebnis aus Project Indigo in meinen Augen weitaus harmonischer und angenehmer fürs Auge, insbesondere wenn man die Aufnahme auf einem großen Bildschirm betrachtet! Ebenso kann man eine deutlich detailliertere Farbtrennung beobachten.

iPhone vs. Project Indigo

Hier setzt das Project Indigo an. Aufnahmen lassen sich im JPG-Format und im Rohdatenformat DNG speichern. Die JPG-Aufnahmen werden automatisch in Apple Fotos gespeichert, die DNG-Version kann man bei Bedarf an Adobe Lightroom als HDR-Bild exportieren, wenn man diese App auf dem iPhone verfügbar hat. Nutzt man dazu die Desktop-Version von Lightroom, offenbart sich die Qualität der Bilder erst richtig, wenn man diese auf einem Computerbildschirm betrachtet und bearbeitet.

Die DNG Versionen sind prädestiniert zur Nachbearbeitung in Adobe Lightroom, da sie die zuvor gespeicherten Multi-Frames enthalten. Dazu legt Adobe ein eigenständiges Kameraprofil an, das zunächst etwas flauer als die JPG-Version aussieht, aber dafür wesentlich mehr Spielraum in der Bearbeitung bereitstellt. Nutzt man zur Bearbeitung andere Kameraprofile, wie ich, muss man bei der Bearbeitung etwas Vorsicht walten lassen, da die Fotos, insbesondere im HDR-Bearbeitungsmodus deutlich an Kontrast und Helligkeit, besonders in den hellen Bildbereichen gewinnt.

Die Bedienung von Project Indigo orientiert sich an den bekannten Elementen eine Spiegelreflexkamera – es lassen sich Belichtung, ISO-Werte, Weißabgleich, Fokus und Verschlußzeit manuell einstellen. Sehr interessant ist zudem die Möglichkeit, die Anzahl der aufzunehmenden Frames zu bestimmen – ein Feature, das es in dieser Form bisher nicht gab.

Nach ein paar kurzen Tests wird klar, dass die Aufnahmen wesentlich harmonischer aussehen als die Pendants, die mit der iPhone-Kamera erstellt wurden, sogar Aufnahmen, die man direkt aus Adobe Lightroom im Rohdatenformat anfertigt, können hier nicht mithalten. Wo viel Licht ist, ist leider auch noch ein wenig Schatten. Die App „saugt“ förmlich an der Batterie des iPhones, das Gerät wird sehr heiß und es gibt auch nicht seltene Abstürze der Software. Für eine Software in diesem frühen Entwicklungsstadium sollte man jedoch darüber hinwegsehen, die Ergebnisse sprechen für sich. Hier gibt es mit Sicherheit eine spannende Entwicklung zu beobachten. Geplant sind weitere Features wie ein Portrait-Modus und eine Version für die Android-Fraktion.

Am Wochenende habe ich bewusst meine Canon 80D zu Hause gelassen und nur mit der neuen App fotografiert, sowie in Lightroom bearbeitet. Hier ein paar Beispiele: Radtour Baarlo-Panningen-Neer.

In den nachstehenden Slidern sind die Unterschiede zwischen der iPhone-Kamera und der Project Indigo-App deutlich zu sehen. In den ersten beiden Bildern aus unserem kleine Zaubergarten wurden keine Nachbearbeitungen vorgenommen. Die folgenden DNG-Aufnahmen wurden in Lightroom mit dem Indigo-Profil und automatischen Einstellungen (links) und mit einem Kodak Vision 3 50D-Profil aus Color.io im rechten Bild bearbeit.

iPhone JPG vs. Project Indigo JPG
Project Indigo DNG, Indigo-Profil vs. Project Indigo DNG, eigenes Profil

Download von Project Indigo im Apple App-Store.




10 Jahre iPhone

Am 9.Januar 2007 stellte Steve Jobs auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco einen iPod, ein Telefon und ein mobiles Internetgerät vor. Es waren jedoch nicht, wie vermutet, drei verschiedene Produkte, sondern ein einziges und es hörte auf den Namen iPhone.

… and we are calling it iPhone …

Steve Jobs, 9.Januar 2007

Revolutionär war die Bedienung des Gerätes: es verfügte über nur fünf physische Bedienelemente – die Home-Taste auf der Vorderseite, seitlich zwei Tasten zur Lautstärkeeinstellung, einen Schalter zum Stummschalten und die Standby-Taste an der oberen Schmalseite. Die gesamte Bedienung des Gerätes erfolgte über einen Touchscreen, der sich der jeweiligen Funktion anpasste. Das war vor 10 Jahren in der Tat revolutionär.

Der Rest ist Geschichte, für mich gibt es kein besseres Telefon. Auch wenn es nicht die allerletzten Features hat, mit denen die Marktbegleiter gerne auftrumpfen, so ist dieses Gerät aus einem Guss, funktioniert so, wie ich es brauche und es fügt sich nahtlos mit allen anderen Apple-Geräten zusammen.

Keine großen Worte mehr, hier noch einmal die legendäre Präsentation des unvergessenen Steve Jobs:




Stay hungry, stay foolish …

Am 05.10.2012 ist es ein Jahr her, dass uns Steve Jobs verlassen hat.

Zeit, sich einmal wieder an einen außergewöhnlichen Menschen zu erinnern. Abseits des Kultes um seine Person sollte man einmal darüber nachdenken, was unser dieser Mann mit seinem Werk gebracht hat und wie er unser Leben erleichtert hat. Es ist keine Götterverehrung, denn wäre Steve Jobs Gott, so wäre er heute noch am Leben. So einfach ist das.

Es gibt vier Dinge, mit denen Steve Jobs unsere digitale Welt verändert hat, angefangen im Jahr 1984 bis ein Jahr vor seinem Tod, dem Jahr 2010.
Doch nun mal hübsch der Reihe nach. Beginnen wir im Jahr 1984, die Älteren unter uns haben noch wehmütige Erinnerungen daran.

In diesem Jahr wurde der Macintosh geboren. Gut, den gibt’s heute noch, werden jetzt viele sagen. Und was ist so besonderes daran.
Nun, der Mac war der erste Computer mit vollkommen graphischer Benutzeroberfläche und eine Maus als eingabegerät in einer Welt, wo man Eingaben auf dem PC nur über eine Tastatur in die Kommandozeile hacken konnte. Eine Firma aus Redmond hat damals richtig viel davon geklaut und haben damit einen riesigen Erfolg gehabt. Und warum nicht der Mac?

Apple’s Credo war es immer, die Hardware mit der Software und umgekehrt zu verbinden. Das Mac-Betriebssystem läuft nur auf einem Apple Rechner. Windows hingegen wird für eine unüberschaubare Zahl an PC-Hersteller lizenziert, es ist also nicht an eine spezifische Hardware gebunden. Die Folgen davon kann man bis heute in den einschlägigen Windows-Foren bestaunen …
Im Jahr 1984 war der Macintosh schlichtweg eine Sensation. Leider konnte Apple nie dem Riesen aus Redmond die Stirn bieten, dazu kam ein Mismanagement ohne Gleichen, verbunden mit dem Rauswurf von Steve Jobs aus der eigenen Firma.

Nach seinem Rauswurf gründete Jobs die Firma NeXT und baute dort die Computer, die er bei Apple nie bauen konnte. Zu teuer und zu wenig Software, diese Gründe verhinderten auch hier den Erfolg. Immerhin ist auf einem NeXT-Rechner das World Wide Web erfunden worden.

1997 kehrte Jobs zu Apple zurück und als nächstes kam der quitschbunte iMac, der so ganz anders war als alle Computer, die es bis dato gab. Er sah einfach zum Knutschen aus und mit Apple ging es wieder bergauf.
Die nächste Revolution passierte 2001, als der iPod vorgestellt wurde: 1000 Songs in der Hosentasche. Das war damals eine Sensation. Es war zwar nicht die Erfindung des MP3-Players, aber kein Gerät ließ sich so leicht bedienen wie der iPod. Das Problem damals war, dass es im Internet zu dieser Zeit kaum legale Musik zum Download gab. Zu dieser Zeit wurden mehr CD-Rohlinge als herkömmliche Msuik-CDs verkauft.
Jede Plattenfirma versuchte ihr Ding, es war kompliziert und zum Scheitern verurteilt. Das Werk von Steve Jobs war es, alle diese Plattenfirmen unter einen Hut zu bekommen und dazu zu bringen, ihre Musik im iTunes Store zur Verfügung zu stellen. So wurde der bis dato erfolgreichste Music Store im Internet geboren.

Im Jahr 2007 folgte die nächste Revolution. In diesem Jahr gab es etwas, womit man im Internet surfen konnte, Mails lesen und schreiben konnte, Musik hören konnte und womit man telefonieren konnte. Das alles kam in einem Gerät daher und es hieß iPhone und hatte nichtmals eine Tastatur. Die Bedienung erfolgte über einen Touchscreen. Von allen deswegen und wegen des Preises belächelt, wurde das iPhone zu einem der erfolgreichsten Mobiltelefone und Vorbild für eine ganze generation von Smartphones.
War früher Microsoft und IBM das “Feindbild” von Apple, so ist es seitdem Google mit seinem Android-Betriebssystem, das ähnlich Windows, für Hardwarehersteller lizenzoert wird.
Steve Jobs hat Google immer des Ideendiebstahls bezichtigt, das seiner Meinung nach Android eine 1:1 Kopie des iPhone-Betriebssystem iOS sei. Nun, wenn es eine Kopie wäre, würde es funktionieren, aber lassen wir das.
Jobs war so wütende, dass er Anroid den “themronuklearen Krieg” erklärte, wobei er das ganze damalige Barvermögen von Apple in Höhe von 40 Milliarden Dollar in die Wagschale werfen wollte. Die Wut kam daher, weil Eric Schmidt von Google während der iPhone-Entwicklung im Aufsichtsrat von Apple saß.

im Jahr 2010 läutete Steve Jobs mit dem iPad das “post-PC Zeitalter” ein. Wie das iPhone, ist auch das iPad mit einem berührungsempfindlichen Display ausgestattet und benötigt somit ebenfalls keine Tastatur. Auch dieses Teil wurde von vielen belächelt, heute hat es jedoch einen Marktanteil von ca. 68%. Bei den Netzzugriffen hält es gar einen Anteil von 98%. Da fragt man sich, ob die restlichen Tablets der Wettbewerber in den Regalen der Händler stehen …

Zentraler Speicherort für Musik, Kontakte, Kalender und Dokumente ist mittlerweile die iCloud, die für alle Macs und iOS-Geräte ein einzigartiges Ökosystem darstellen. Alles funktioniert, jedoch so umspektakulär, dass der Benutzer kaum etwas mitbekommt davon.

Puristen monieren, dass Apple nun in der heutigen Ausprägung kein reiner Computerhersteller mehr ist, was sich auch im Namen wiederspiegelt, der von Apple Computer Inc. schlicht in Apple Inc. geändert wurde. Das ist richtig so und ich finde es nicht schlecht. Apple hat es unter Steve Jobs verstanden, alle Produkte des Unternehmens zu einem “Digital Lifestyle” zu verschmelzen. Alles geift ineinander, alles ist perfekt aufeinander abgestimmt und alles funktioniert.
Man kann in der Wüste Gobi mit einem iPhone den Sand filmen, ihn anschließend mit iMovie schneiden und zu Hause am Mac weiterbearbeiten. Wenn sein muss, kann man seine komplette Musiksammlung währenddessen aus der Cloud streamen und dabei noch telefonieren, vorausgesetzt, man hat in der Wüste Gobi ausreichenden Netzempfang.

In unserem Haushalt sind seit knapp einem Jahr fast ausschließlich Apple Geräte im Einsatz. Nach meinem Empfinden ist die Zeit, die wir mit Basteleien an irgendwelchen Systemen drastisch zurückgegangen und man kann sich auf das konzentrieren, wofür diese wunderbar schlichten und durchgestylten Geräte gemacht wurden sind: Spielen, Spaß haben und/oder Arbeiten.
Das alles ist natürlich nicht das alleinige Werk von Steve Jobs, aber unter seiner Führung ist es Apple gelungen, wie keine andere Firma den digitalen Lifestyle zu verkörpern. Niemand anderes hat es in dieser Konsequenz hinbekommen.

Anbei noch ein Link zu der denkwürdigen Rede, die Steve Jobs vor den Absolventen der Stanford University gehalten hat:

[su_youtube_advanced url=”https://youtu.be/DpMwWaxoI4Y” rel=”no” title=”Steve Job’s Rede in Stanford am 12.Juni 2005″]

Ruhe in Frieden, Steve …