Klein Montmartre – Kunst in Krefeld-Fischeln

Zufriedenheit – Goldblättchen vom 08.08.2026

Your whisper tells a secret
Your laughter brings me joy

Even In the Quietest Moments, Supertramp, 1977


Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um sich wie in einer kleinen Künstlerkolonie zu fühlen. Am 08.08.2026 hat Krefeld-Fischeln genau das bewiesen: Rund um die Mariensäule verwandelte sich das Viertel für einen Tag in ein echtes “Klein Montmartre” – mit Staffeleien, Farbe an den Fingern und jeder Menge kreativer Energie in der Luft. Organisiert wurde dieses Event vom Bürgerverein Krefeld Fischeln.

Ein Markt voller Ideen

Schon von Weitem erkannte man die bunten Stände, an denen lokale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentierten – von zarten Aquarellen über kräftige Acrylbilder bis hin zu handgefertigtem Kunsthandwerk. Es war einer dieser Tage, an denen man eigentlich “nur mal schauen” wollte und dann doch von Stand zu Stand gezogen wird, weil überall etwas Neues zu entdecken ist.

Und dann: Liebe auf den ersten Blick

An einem der Stände stand es dann einfach da – ein Bild, das uns sofort in seinen Bann gezogen hat: eine Frau mit Hut, voller Ruhe und Ausstrahlung, mit dem wunderschön treffenden Titel “Zufriedenheit”. Gemalt von der lokalen Künstlerin Dagmar Lingel, strahlt das Werk genau die Gelassenheit aus, die sein Name verspricht.

Wir mussten nicht lange überlegen: Dieses Bild ist wie gemacht für unser Wohnzimmer! Die Farben, der Titel, die Haltung, die stille Freude im Gesicht der dargestellten Frau – alles passt einfach perfekt in unsere eigenen vier Wände. Wir haben ihr sogar sofort einen Namen gegeben – „Katje“.
Manchmal weiß man einfach sofort, wenn etwas “nach Hause” gehört.

Unser heutiges Goldblättchen ✨

So ist “Zufriedenheit” zu unserem Goldblättchen des Tages geworden – dem kleinen, besonderen Fund, der einen ganz normalen Samstag in etwas Besonderes verwandelt. Es ist genau diese Art von Moment, für die sich ein Bummel über einen Kreativmarkt lohnt: nicht geplant, nicht gesucht, aber genau richtig, wenn man es findet.

Danke an alle Künstlerinnen und Künstler, die “Klein Montmartre” in Fischeln zu einem so inspirierenden Ort gemacht haben – und ein ganz besonderer Dank an Dagmar Lingel für ein Bild, das ab sofort einen Ehrenplatz bei uns hat.




Mit Plane, Paletten und Portugiesisch: Ein kleiner Glücksmoment in der Logistik




Es gibt Tage in der Logistik, da läuft alles nach Plan: Lkw kommt pünktlich, Ware steht bereit, Stapler schnurrt wie ein zufriedener Kater und niemand fragt fünf Minuten vor Feierabend: „Kann das noch schnell raus?“

Und dann gibt es Tage, an denen zusätzlich noch etwas passiert, womit man nicht rechnet: ein echter kleiner Glücksmoment zwischen Laderampe, Lkw-Plane und Sprachbarriere.

Heute kam ein portugiesischer Fahrer zu uns, der kaum Deutsch oder Englisch sprach. Also standen wir da: er mit seinem Lkw, ich mit meinem Auftrag, und zwischen uns ungefähr so viel gemeinsame Sprache wie Platz in einem überfüllten ALDI, wenn es kurz vor Ferienende Schulsachen zu kaufen gibt.

Aber manchmal reichen eben keine perfekten Sätze. Manchmal reichen ein paar mutige Brocken. Ich sammelte also mein karges Portugiesisch zusammen – irgendwo zwischen Urlaubserinnerung, Google-Übersetzer-Mut und „wird schon irgendwie stimmen“ – und sagte:

Por favor, abra a lona no caminhão à esquerda.
Also sinngemäß: „Bitte öffne die Plane am Lkw links.

Und siehe da: Der Fahrer verstand mich. Die Plane ging auf. Die Welt drehte sich weiter. Kein internationaler Zwischenfall. Kein portugiesischer Grammatik-Alarm. Nur ein kleiner logistischer Erfolg mit etwas südländischem Flair.
Nach der Beladung verabschiedete ich ihn dann noch mit einem freundlichen:

Boa viagem“ — gute Fahrt —
und natürlich:
Muito obrigado“ — vielen Dank.

Der Fahrer freute sich sichtbar. Nicht über perfekte Aussprache, nicht über einen grammatikalisch nobelpreisverdächtigen Satzbau, sondern darüber, dass sich jemand die Mühe gemacht hatte, ihm ein paar Worte in seiner Sprache zu sagen. Zum Abschied reichte er mir die Hand.

Gut, vielleicht war mein Portugiesisch ungefähr so flüssig wie ein 50 Jahre alter VW-Käfer mit stotterndem Motor. Aber es kam an. Und zwar nicht nur sprachlich.

Und genau da war er: dieser kleine Moment, der aus einem ganz normalen Arbeitstag etwas Besonderes macht.

Logistik ist mehr als Ware von A nach B

In der Logistik reden wir oft über Zeitfenster, Lieferpapiere, Ladungssicherung, Tourenplanung und Rampenzeiten. Alles wichtig. Ohne Frage.

Aber manchmal vergisst man dabei, dass hinter jedem Lkw auch ein Mensch sitzt. Einer, der vielleicht seit Stunden unterwegs ist. Einer, der in einem fremden Land versucht, sich zurechtzufinden. Einer, der vielleicht wochenlang nicht bei seiner Familie war. Einer, der froh ist, wenn ihm jemand nicht nur zeigt, wo er hinmuss, sondern ihm auch menschlich entgegenkommt.

Und manchmal braucht es dafür gar nicht viel.

Ein „Por favor“.
Ein „Obrigado“.
Ein freundliches Lächeln.
Oder im Zweifel ein Satz, der klingt, als hätte man Portugiesisch mit beiden Händen aus der Werkzeugkiste gezogen.

Die Grammatik fährt nicht mit — die Geste schon

Natürlich könnte man jetzt sagen: „Na ja, war ja nur ein bisschen Portugiesisch.
Stimmt. Es war nicht viel. Kein flammender Vortrag über europäische Transportwege. Keine philosophische Abhandlung über Lenk- und Schichtzeiten im internationalen Güterverkehr. Nur ein paar Worte.

Aber genau diese paar Worte haben gereicht, um zu zeigen:
Ich sehe dich. Ich gebe mir Mühe. Du bist hier nicht nur irgendein Fahrer mit irgendeiner Lieferung.

Und das ist im Arbeitsalltag manchmal mehr wert als die schönste Prozessoptimierung.

Mein Fazit des Tages

Man muss keine Sprache perfekt beherrschen, um eine Brücke zu bauen. Man muss nur bereit sein, den ersten wackeligen Satz darüberzugehen.
Heute war diese Brücke portugiesisch, gespannt zwischen Laderampe und Lkw-Plane. Und sie hat gehalten.
Vielleicht nehme ich mir daraus mit: Ein paar Worte in der Sprache des Gegenübers können Türen öffnen — oder eben Planen.

Muito obrigado“, unbekannter Fahrer. „Boa viagem“. Und danke für diesen kleinen Glücksmoment im ganz normalen Logistik-Wahnsinn.




Ein Moment auf dem Feldweg

Kleiner Moment der Freundlichkeit – Goldblättchen vom 16.07.2026

Hey now, where are you going?
Where are you going, to my friend?
Said, “I’m going out to find the pastures of plenty
I believe they’re out there somewhere”

Pastures Of Plenty, Bruce Hornsby, 1993



Manchmal braucht es nur wenige Sekunden, um einen Tag ein kleines bisschen schöner zu machen.
Heute war ich auf dem Heimweg von der Arbeit, wie so oft über einen Feldweg. Und dort sah ich einen Radfahrer, der angehalten hatte. Er stand mit seinem Rad am Wegrand und fotografierte den weiten Blick über das Feld – dieses Licht, diese Weite, die man an manchen Tagen einfach festhalten möchte.

Wäre ich einfach weitergefahren , wäre ich vermutlich mit auf das Bild gekommen. Stattdessen habe ich angehalten und gewartet, bis er sein Foto im Kasten hatte. Dieser Mensch war gerade achtsam und ich wollte ihn in dieser Achtsamkeit nicht stören.

Es war keine große Sache. Aber er hat sich sichtlich gefreut, sich bedankt, und wir haben uns gegenseitig noch einen schönen Tag gewünscht, bevor jeder seines Weges weiterzog.

Genau das war heute mein Goldblättchen: dieser kurze, unaufgeregte Moment der Rücksichtnahme. Kein Aufwand, keine große Geste – dort ein Daumen hoch, hier ein Winken; nur ein bisschen Geduld und ein ehrliches Lächeln. Und trotzdem blieb er hängen, den ganzen Weg nach Hause über.

Es sind oft diese kleinen Augenblicke, die uns daran erinnern, dass Freundlichkeit nichts kostet, aber viel wert ist.




Notte italiana

Castello da Chiara- Goldblättchen vom 06.07. 2026

A bottle of red, ooh, a bottle of white
Whatever kind of mood you′re in tonight
I’ll meet you anytime you want
In our Italian restaurant

Scenes From An Italian Restaurant, Billy Joel, 1977

Bistecca della nonna & Saltimbocca alla Romana


Am Montag, den 06.Juli 2026 war der „Giornata mondiale del bacio“ – der Weltkusstag. Das klingt bereits wie die Ouvertüre zu einer Verdi-Oper, der beste Grund also, an diesem Abend ein italienisches Restaurant aufzusuchen, das Castello da Chiara in Willich-Neersen, unmittelbar am Schloß gelegen.

Die Küche liefert dazu den passenden Soundtrack. Wir wählten als Vorspeise Antipasti misto und Gamberi diavolo, als Hauptgericht ein Bistecca della nonna und ein Saltimbocca alla Romana.

Das Bistecca della nonna ist – ein Steak, das so saftig auf dem Teller liegt, als hätte es gerade ein Wellness-Wochenende hinter sich. Außen eine Kruste, die klingt, wenn man sie anschneidet, wie das leise Applaudieren einer italienischen Nonna (Großmutter), die zufrieden nickt und sagt: „Bravissimo.“

Das Saltimbocca alla Romana ist das Gegenteil von Drama.
Zartes Kalbfleisch, Salbei, Schinken – eine Kombination, die nicht laut ist, sondern leise überzeugt. Ein kulinarischer Gentleman, der nicht prahlt, sondern einfach abliefert.

Der Service ist eine kleine Studie in Menschenkenntnis. Man bekommt ein Lächeln, das nicht aus dem Handbuch stammt, sondern aus echter Freude am Gastgebersein.

Am Ende sitzt man dort, schaut auf den leeren Teller, nippt am letzten Schluck seines Getränkes und denkt: Neersen ist heute ein bisschen Italien geworden. Nicht wegen der Architektur, nicht wegen des Wetters, sondern wegen eines Restaurants, das verstanden hat, dass gutes Essen immer auch ein kleines Stück Urlaub ist.

Und so verlässt man das Castello Da Chiara mit dem Gefühl, dass die Welt ein bisschen freundlicher ist, als sie es beim Reingehen war. Ein Effekt, den man nicht unterschätzen sollte – und den man unbedingt wiederholen muss.




Radtour Baarlo-Panningen-Haelen

Baarlo, südwestlich von Venlo gelegen, empfängt Dich mit seinen alten Bäumen am Kasteel D‘Erp und dem leichten Duft von Sommerwiesen um den Ort herum. Die Straßen sind ruhig und beschaulich, ohne Hektik. Schon nach wenigen Minuten spürt man dieses typische Limburg‑Gefühl: alles läuft ein bisschen langsamer, ein bisschen freundlicher, ein bisschen leichter.

Der Weg nach Panningen führt abwechselnd durch offene Felder, die in der warmen Luft flirren, und Waldwege der Heldense Bossen. Das Licht ist weich, die Farben satt. Hier rollt das Rad fast von allein. Man hört nur das Summen der Reifen und das Rascheln der Gräser am Wegesrand.

In Panningen selbst herrscht sommerliche Gelassenheit: Es ist Wochenmarkt, die Menschen sitzen draußen, die zahlreichen Cafés sind gut besucht, man fragt sich kurz, ob man sich nicht einfach dazusetzen sollte. Hier gewinnt man den Eindruck, die Zeit hätte sich kurz hingelegt. Weiterhin fragt man sich, warum man diesen Eindruck bei der Durchreise durch kleine Städchen in Deutschland nicht gewinnt.

Zwischen Panningen und Haelen wird die Landschaft dichter. Auf dem Weg von Roggel nach Haelen führt die Strecke durch Het Leudal. Das Leudal ist ein hoch gelegenes Naturschutzgebiet am Westufer der Maas. Ein ausgedehntes Waldstück spendet Schatten, was bei 26 Grad genau richtig ist.
Haelen wirkt wie ein Ort, der den Sommer besonders gut kann: gepflegte Gärten, ruhige Straßen, ein Hauch von Dorfidylle. In Haelen soll der Legende nach ein ruheloser Geist umgehen: ein Mönch, der einst sein Gelübde brach. Jede Nacht wandert er mit einer Laterne über das Klosterfeld, auf der Suche nach Vergebung. Wer ihm still folgt, soll Frieden finden ‒ wer lacht, verliert sich im Nebel.

Der Rückweg führt zur Maas, an Neer und Kessel vorbei und plötzlich öffnet sich die Landschaft wieder. Das Wasser glitzert, Schiffe und Boote ziehen langsam vorbei, und der Radweg schlängelt sich elegant zwischen Neer und Kessel entlang. Dort fährt man wie durch ein Postkartenmotiv – ruhig, hell, friedlich. Am Aussichtspunkt Musschenberg, einem unsrer Seelenorte an der Maas hat man einen herrlichen, weiten Ausblick über die Maas und die Windmühle De Grauwe Beer südlich von Beesel.

Diese Tour ist trotz knapp 56 Kilometern kein sportlicher Kraftakt, sondern ein Genussweg.
Sie verbindet Dörfer, Felder, Wälder und die Maas zu einem perfekten Sommertag auf zwei Rädern.
Einfach fahren, schauen, fühlen – und am Ende mit einem Lächeln wieder in Baarlo ankommen, auch wenn bisweilen etwas Wind aufkommt. Zwischen Oijen, gegenüber der Schleuse Belfeld und Baarlo ist immer Gegenwind, egal, aus welcher Richtung Du kommst! In Baarlo angekommen, gibt es standesgemäß Friet Mexicano beim Lekkerbek und anschließend noch ein kühles La Chouffe im Café Centraal, 2024 als schönste Sonnenterasse der Niederlande gekürt.

Hier findest Du den Startpunkt der Tour:

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Radtour Baarlo-Panningen-Haelen
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Café Löffelgold

Sizilianisches Brot – Goldblättchen vom 29.06.2026

And no matter where the road may take you
Every time it brings you back to the street cafe
That’s where I have to be

Steet Café, Icehouse, 1982


Heute ist unser erster gemeinsamer Urlaubstag. Auf Grund des etwas milderen Wetters unternahmen wir eine kleine Radtour über Meerbusch, Düsseldorf, am Rhein entlang zurück nach Meerbusch. Im Ortsteil Lank erinnerten wir uns an das Café Löffelgold. Dort hatten wir vor ein paar Jahren schon einmal hervorragendes, geröstetes sizilianisches Brot gegessen. Warum nicht erneut dort einkehren?

Wer durch Meerbusch schlendert und nach einem Ort sucht, an dem die Zeit ein kleines bisschen langsamer tickt, der landet früher oder später fast automatisch im Café Löffelgold. Es ist einer dieser Wohlfühlorte, die man am liebsten als Geheimtipp für sich behalten möchte – aber ein Tipp, der im Netzt steht, ist selten „geheim“. Ob für ein ausgedehntes Frühstück am Wochenende, ein schnelles Koffein-Investment am Nachmittag oder das dringend benötigte Stück Kuchen: Hier seid ihr richtig.

Das Ambiente: Ankommen und Aufatmen

Schon beim Betreten des Cafés spürt man, dass hier Herzblut im Spiel ist. Die Einrichtung ist eine charmante Mischung aus modernem Clean-Look und gemütlichen Vintage-Elementen. Es wirkt hell, einladend und herrlich unaufgeregt. Perfekt, um mit der besten Freundin stundenlang zu quatschen, ein Buch zu lesen oder einfach nur das bunte Treiben zu beobachten.

Der Wohlfühl-Faktor: Es sind die kleinen Details – die liebevoll arrangierten Blumen, das handverlesene Geschirr und das Lächeln des Teams –, die das Löffelgold von der Masse abheben.

Auf dem Löffel (und der Gabel): Die Highlights

Die Speisekarte hält genau das, was der Name verspricht. Hier wird nicht einfach nur serviert, hier wird genossen.

Das Frühstück: Von klassisch-herzhaft bis hin zu modernen, gesunden Bowls – der Start in den Tag wird hier zelebriert. Die Zutaten sind frisch, die Portionen genau richtig, um glücklich und satt in den Tag zu starten.

Die Kuchenauswahl: Ein absolutes Muss! Die hausgemachten Kuchen und Torten in der Vitrine wechseln regelmäßig und sind oft der Hauptgrund, warum man „nur mal kurz auf einen Kaffee“ vorbeischaut und zwei Stunden später immer noch da sitzt.

Der Kaffee: Hochwertige Bohnen, perfekt zubereitet. Ob Flat White, klassischer Cappuccino oder ein eisgekühlter Latte im Sommer – Kaffeeliebhaber kommen voll auf ihre Kosten.

Wer guten Kaffee schätzt, Wert auf Qualität legt und eine Atmosphäre sucht, die sich anfühlt wie ein Kurzurlaub vom Alltag, der sollte seinen nächsten Spaziergang definitiv hierher verlegen.




Die Klangreise

Dem Alltag entfliehen: Meine erste Klangreise im Artrium 39 (Und warum mein innerer Skeptiker jetzt meditiert)

Hand aufs Herz: Wenn der Wecker morgens wie das Geläut des Kölner Doms klingt und die To-Do-Liste länger ist als die Quittung eines Wocheneinkaufs für eine zehnköpfige Familie, braucht man mal eine Pause. Und zwar nicht die Art von Pause, in der man auf dem Sofa hockt und Netflix leerguckt, sondern eine echte Auszeit. Unser Ziel für diese Mission: Das Atrium 39 in Krefeld. Das Versprechen: Eine Klangreise. Wir hatte vergangenes Weihnachten einen Gutschein für diese Klangreise geschenkt bekommen und waren zunächst ein ein wenig skeptisch. ‘Ne Stunde Glöckenklänge und dafür ein Kampf durch den Berufsverkehr mitten in die Krefelder Innenstadt?

Spoiler-Alarm: Ich bin zurück, tiefenentspannt und mein Blutdruck befindet sich vermutlich einem Bereich, der die medizinische Diagnose Bradykardie nahelegt.

Also, was bitteschön ist eine Klangreise?

Für alle, die beim Wort „Klangreise“ sofort an Waldorf-Schüler denken, die in wallenden Leinenklamotten ihren Namen tanzen und ihre Chakren zählen: Atmet tief durch und packt die ganzen Vorurteile dahin, wo sie hingehören – weit, weit, weg! Ich hatte zunächst auch die leise Befürchtung, gleich im Schneidersitz tibetische Mantras mitsingen zu müssen (was bei meiner Stimme in einer mittelschweren Katastrophe geendet wäre).

Aber Entwarnung. Es kommt immer anders, als man denkt. Das Ganze läuft zunächst herrlich unaufgeregt ab:

1. Ankommen. Mitten in der Stadt ist das Atrium 39 eine echte kleine Oase. Helle Räume, eine unaufdringliche Atmosphäre und: Ruhe!

2. Hinlegen (auf eine gemütliche Matte, Decke drüber, Kissen parat) – fertig.

3. Augen zu und den Rest der Welt einfach mal gepflegt ignorieren.

Sobald die ersten Schalen, Gongs und Monochorde im Raum sanft angeschlagen werden, merkt man erst, wie viel Lärm man eigentlich permanent im Kopf hat. Die Schwingungen breiten sich langsam bis in den letzen Winkel des Raumes aus – und auch im eigenen Körper. Kein Staccato, nix hektisches – nur nie enden wollende einfache Töne. Die Klangfülle und das Frequenzspektrum der gebotenen Instrumente, Gongs und Klangschalen ist überwältigend und faszinierend zugleich. Ich war zunächst geneigt zu fragen, welche Konzert-Verstärker hier am Start sind. Nicht auf Grund der Lautstärke, sondern wegen der überragenden Klangfülle.

Mein Gehirn schaltet um (auf Zeitlupe)

Die ersten fünf Minuten hat mein innerer Kontrollfreak noch verzweifelt versucht, die Einkaufsliste für morgen zu schreiben. „Habe ich eigentlich die Milch… oh, schöner Ton… war das ein Gong?… was kostet auf dem Rückweg an der Tanke der Sprit?… wow, das vibriert aber angenehm…“

Und schwupp die Wupp – Kartoffelsupp’ kehrte eine wunderbare Ruhe ein. Wenn die Klänge den Raum füllen, ist das ein bisschen wie eine akustische Massage. Man reist nirgendwohin (außer vielleicht ins Land der Träume, das ein oder andere sanfte Schnarchen aus der Nachbarecke war jedenfalls der ultimative Beweis für maximale Entspannung), aber man kommt verdammt gut bei sich selbst an. Das Artrium 39 bietet dafür genau die richtige, fast schon magische Kulisse. Mitte im Krefeld is es jedoch ein Ort, an dem man sofort runterschalten kann, sobald man die Tür hinter sich schließt.

Das Fazit: Akkus voll, Geist sortiert

Nach gefühlt einer halben Stunde (in Wahrheit waren es fast 90 Minuten, aber Raum und Zeit sind bei so einer Klangreise ohnehin nur grobe Richtwerte) hieß es dann langsam wieder: Füße bewegen, Gliedmaßen strecken, Augen auf, einen leckeren Tee trinken und zurück in die urbane Realität.

Das Ergebnis? Ich habe mich selten so leicht und gleichzeitig so „geerdet“ gefühlt. Die permanente Hintergrundstrahlung an Alltagsstress war einfach wie weggewischt.

Wer also mal wieder ein Reset für die Nerven braucht und den ewigen Autopiloten im Kopf ausschalten möchte, dem kann ich eine Klangreise im Artrium 39 nur wärmstens ans Herz legen. Zeiht Euch bequem an, packt die Kuschelsocken ein und probiert es einfach aus – euer Geist (und euer Blutdruck) werden es euch danken!

Wenn Du jetzt ein wenig neugierig geworden bist, zögere nicht eine Klangreise für Dich zu buchen. Mit schlanken €25 bist Du dabei:

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