Krefelder Motorjedöns und der Pionier unter den Zwergen

Der Herbst hat offiziell Einzug gehalten, aber am vergangenen Samstag, den 10. Oktober 2026, gab es noch einmal ein absolutes Pflichtprogramm für alle Liebhaber klassischer Automobilkultur: Das finale Campus Culture Krefelder Motorjedöns dieser Saison rief zum entspannten Zusammentreffen nach Krefeld-Fichtenhain.

Zwischen glänzendem Chrom, sattem V8-Blubbern, dem charakteristischen Duft von unverbrenntem Benzin und gutem Kaffee gab es wie gewohnt reichlich Benzingespräche unter Gleichgesinnten. Ein rundum gelungener Tag, um die Garagensaison langsam ausklingen zu lassen – und doch stahl ausgerechnet ein winziges Stück deutsche Automobilgeschichte allen anderen das Scheinwerferlicht.

Das heimliche Highlight: Der Gutbrod Superior

Wer durch die Reihen schlenderte, konnte zwischen pompösen US-Cruisern, eleganten Sportwagen und zeitlosen Limousinen leicht darüber hinwegsehen. Doch wer genau hinsah, entdeckte eine echte Rarität des Wirtschaftswunders: einen Gutbrod Superior.

Gutbrod Superior

Mit seinen geschwungenen Kotflügeln, den kompakten Proportionen und dem sympathischen Gesicht wirkt der kleine Plochinger auf den ersten Blick wie ein charmantes Minimalisten-Auto aus den frühen 1950er-Jahren. Doch unter der unscheinbaren Haube steckt eine technische Weltpremiere, die viele heute eher mit großen Sportwagen-Namen verbinden.

Meist wird der legendäre Mercedes-Benz 300 SL “Flügeltürer” von 1954 als Pionier der Benzindirekteinspritzung gefeiert. Doch die Nase vorn hatten die Ingenieure von Gutbrod (zusammen mit Bosch und Goliath): Bereits ab 1951 ging der Gutbrod Superior mit einer mechanischen Benzindirekteinspritzung für seinen Zweitaktmotor in Serie!

Gutbrod Superior

Ein Meilenstein, der seiner Zeit voraus war

Die Bosch-Einspritzung verhalf dem winzigen Zweitakter nicht nur zu mehr Leistung (stramme 28 PS aus rund 600 ccm beachtlichen Leistungssprüngen gegenüber der Vergaserversion), sondern reduzierte auch den Verbrauch spürbar.

Dass der Gutbrod Superior trotz dieses Innovationsgeists ein Exot blieb, lag vor allem am damaligen Markt: Der Käfer dominierte die Straße, und Gutbrod kämpfte wie viele kleine Hersteller jener Ära mit knappen Ressourcen. Umso schöner ist es, wenn ein solches Juwel der Ingenieurskunst nicht in einem Museum verstaubt, sondern beim Krefelder Motorjedöns aus eigener Kraft vorrollt.

Auf ein Neues im nächsten Frühjahr

Das Saisonfinale am 10. Oktober war der perfekte Mix aus Entschleunigung, Krefelder Gastfreundschaft und echten automobilen Entdeckungen. Ein großer Dank geht an die Organisatoren und alle, die ihre automobilen Schätze noch einmal ans Tageslicht geholt haben!

Jetzt heißt es erst einmal: Einmotten, Schrauben und auf die ersten warmen Sonnenstrahlen im nächsten Frühjahr warten.


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Campus Culture am 22.08.2026

Glänzender Chrom, der Duft von Benzin und Geschichte auf zwei und vier Rädern: Das Oldtimertreffen Campus Culture in Krefeld Fichtenhain hat auch im August wieder automobile Schätze aus allen Epochen zusammengebracht. Neben den gewohnten Klassikern gab es ein ganz besonderes Schmuckstück zu bewundern, das selbst eingefleischten Kennern Herzklopfen bereitete: den LMX 2300 HCS.

Der Exot aus Mailand

Der LMX 2300 HCS ist das Erstlingswerk der kurzlebigen italienischen Schmiede L.M.X. Automobile (Lina Mandato e X), gegründet von Michel Liprandi und Giovanni Mandelli. In den späten 1960ern entworfen, verkörpert das Fahrzeug die pure Faszination des italienischen Prototypenbaus.

  • Design: Entworfen von Franco Scaglione, besticht der Wagen durch eine atemberaubende, keilförmige Fastback-Linienführung mit klappbaren Scheinwerfern und Muskeln an den richtigen Stellen.
  • Technik: Unter der eleganten Glasfaser-Karosserie schlägt ein Herz von Ford – ein 2,3-Liter-V6-Motor (Köln-V6), der dem Leichtgewicht ordentlich Vortrieb verleiht. Das Kürzel HCS steht dabei für High Compression Shell.
  • Seltenheitswert: Aufgrund finanzieller Turbulenzen wurden zwischen 1968 und 1974 schätzungsweise nur etwa 50 Fahrzeuge gebaut. Ein LMX in freier Wildbahn ist also eine echte Rarität.

 Ein Hauch von Concurs-Flair in Fichtenhain

Dass ein solch rares Stück automobiler Zeitgeschichte den Weg nach Krefeld Fichtenhain gefunden hat, unterstreicht die wachsende Klasse des Campus-Culture-Treffens. Der LMX zog mit seinen dramatischen Proportionen unzählige Blicke auf sich und war das perfekte Fotomotiv für Enthusiasten.


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Chrom, Bratwurst und französische Eleganz

Wer am gestrigen 13. Juni 2026 im Gewerbepark Krefeld-Fichtenhain unterwegs war, dem dürfte spätestens beim Betreten des Geländes klar geworden sein: Hier wurde die Zeit nicht einfach nur angehalten, sie wurde mit ordentlich Politur und einer gehörigen Portion Leidenschaft neu zum Glänzen gebracht. Das Campus Culture Oldtimertreffen war wieder einmal ein kleines Highlight.

Zwei Königinnen auf dem Asphalt

Natürlich gab es jede Menge großartiger Maschinen zu bestaunen, für mich jedoch gab es zwei Fahrzeuge, die gestern meine Blicke auf sich zogen wie ein Magnet die Büroklammern.

Borgward Isabella
Borgward Isabella

Da war zum einen der weiße Borgward Isabella. Ein Traum in Weiß! Man stand davor und erwartete förmlich, dass gleich ein Wirtschaftswunder-Paar in Anzug und Petticoat aussteigt, um zum Tanztee zu fahren. Die Linienführung war so makellos, dass man sich fast nicht traute, zu nah heranzugehen – aus Angst, der eigene Atem könnte einen Fleck auf dem Lack hinterlassen. Ein Auto, das nicht einfach nur fährt, sondern flaniert.

Citroën DS 21 Cabriolet
Citroën DS 21 Cabriolet

Und dann, als wäre das noch nicht genug des Guten, stand dort – wie aus einer anderen Galaxie gelandet – das rote Citroën DS 21 Coupé. Die “Göttin” in leuchtendem Rot. Wenn der Borgward der charmante Klassiker ist, dann ist die DS das futuristische Raumschiff aus dem Paris der späten 60er Jahre. Allein die hydropneumatische Federung, die das Auto so elegant in die Knie gehen lässt, sorgt bei so manchen Oldtimer-Fans für mehr Herzklopfen als ein erstes Date. Das leuchtende Rot in der Krefelder Sonne? Ein absoluter Eye-Catcher.

Das Campus Culture wäre aber nicht das Campus Culture, wenn es nur ums Anschauen ginge. Das Herzstück ist die Gemeinschaft aus Besitzern und Besuchern. Man beobachtete Besitzer, die ihre Schätze mit einer Hingabe pflegten, für die andere einen Therapeuten aufsuchen würden, während daneben der fachmännische Austausch über “den letzten Ölwechsel” oder “die Tücken der Ersatzteilbeschaffung” zelebriert wurde.

Zwischen den glänzenden Chromstoßstangen wehte der obligatorische Duft von Bratwurst, Kuchen und Kaffee – eine Kombination, die so fest zum Oldtimer-Kult gehört wie das Knattern der Motoren. Es wurde gelacht, gestaunt und sich gegenseitig zu den automobilen Zeitkapseln gratuliert.

Mein Fazit: Zeitlose Schönheit gewinnt immer

Gestern in Fichtenhain hat man wieder einmal gesehen: Autos mit Ecken, Kanten und vor allem mit einer Seele haben einfach mehr zu erzählen als die modernen, computergesteuerten Autos, die uns heute im Alltag begegnen.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihren Borgward, ihre DS oder ihren ganz persönlichen Schatz aus der Garage geholt und im Campus Fichtenhain, Krefeld geparkt haben. Ihr habt den Samstag zu einem kleinen Fest der Ästhetik gemacht.

Anbei noch ein paar Eindrücke vom Campus Culture am 13.06.2026:


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