Project Indigo

Das klingt zunächst sehr geheimnisvoll! Was um alles in der Welt ist das nun wieder? Kommen jetzt die Außerirdischen, hat die NSA eine neue Spionagesoftware geschrieben oder färbt Donald Trump seine Haare nun tiefblau?

Nichts von all dem ist Gott sei Dank der Fall. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Kamerasoftware aus den Adobe Labs, die die Fotografie auf Mobiltelefonen auf ein neues Level in die Nähe von Spiegelreflexkameras heben will. Die Software ist zunächst nur für Apple iPhones ab Modell 12 erhältlich; eine Android-Version ist laut Adobe in Planung.

Der besondere Ansatz hier ist laut Adobe der Fokus auf sog. Computational Photography. Die App kann bis zu 32 Einzelbilder aufnehmen und kombiniert diese zu einem Foto mit „deutlich reduziertem Bildrauschen und erhöhtem Dynamikumfang“. Die kostenlose App nutzt ein neues, innovatives Verfahren, bei dem bis zu 32 dieser Einzelbilder erfasst und zu einem finalen Foto zusammengerechnet werden. Dieses Multi-Frame-Verfahren reduziert, wie gesagt, das Bildrauschen erheblich und erweitert den Dynamikumfang – selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen entstehen so detailreiche Aufnahmen. Dabei unterbelichtet die App die Aufnahmen stärker als übliche Kamera-Apps, was zu besseren Ergebnissen bei den Lichtern führt. Weiterhin verfügt die Software über eine Reflect Removal Funktion, die Spiegelungen entfernt, die beispielsweise beim Fotografieren durch Fensterscheiben entsteht und eine AI-Denoising, eine Funktion zum Entrauschen der Bilder, die auf künstlicher Intelligenz beruht. Je nach iPhone-Modell enthält die Software einen bis zu zehnfachen Zoom (bei meinem iPhone 14 leider nur einen 2-fach Zoom) und einen Nachtmodus, in dem man Belichtungsreihen erstellen kann.

Fotos, die mit Mobilgeräten gemacht werden, sehen auf dem Bildschirm derselben umwerfend gut aus. Betrachtet man sie jedoch auf einem großen Computerbildschirm, fällt sofort eine übertriebene Tonwertanpassung, erhöhte Sättigung und Schärfung auf, die die Bilder dann nicht mehr so toll aussehen läßt und beim Betrachten anstrengt. Hier ein Beispiel mit der iPhone-Kamera und einem bearbeiteten Project Indigo Foto. Insgesamt ist das Ergebnis aus Project Indigo in meinen Augen weitaus harmonischer und angenehmer fürs Auge, insbesondere wenn man die Aufnahme auf einem großen Bildschirm betrachtet! Ebenso kann man eine deutlich detailliertere Farbtrennung beobachten.

iPhone vs. Project Indigo

Hier setzt das Project Indigo an. Aufnahmen lassen sich im JPG-Format und im Rohdatenformat DNG speichern. Die JPG-Aufnahmen werden automatisch in Apple Fotos gespeichert, die DNG-Version kann man bei Bedarf an Adobe Lightroom als HDR-Bild exportieren, wenn man diese App auf dem iPhone verfügbar hat. Nutzt man dazu die Desktop-Version von Lightroom, offenbart sich die Qualität der Bilder erst richtig, wenn man diese auf einem Computerbildschirm betrachtet und bearbeitet.

Die DNG Versionen sind prädestiniert zur Nachbearbeitung in Adobe Lightroom, da sie die zuvor gespeicherten Multi-Frames enthalten. Dazu legt Adobe ein eigenständiges Kameraprofil an, das zunächst etwas flauer als die JPG-Version aussieht, aber dafür wesentlich mehr Spielraum in der Bearbeitung bereitstellt. Nutzt man zur Bearbeitung andere Kameraprofile, wie ich, muss man bei der Bearbeitung etwas Vorsicht walten lassen, da die Fotos, insbesondere im HDR-Bearbeitungsmodus deutlich an Kontrast und Helligkeit, besonders in den hellen Bildbereichen gewinnt.

Die Bedienung von Project Indigo orientiert sich an den bekannten Elementen eine Spiegelreflexkamera – es lassen sich Belichtung, ISO-Werte, Weißabgleich, Fokus und Verschlußzeit manuell einstellen. Sehr interessant ist zudem die Möglichkeit, die Anzahl der aufzunehmenden Frames zu bestimmen – ein Feature, das es in dieser Form bisher nicht gab.

Nach ein paar kurzen Tests wird klar, dass die Aufnahmen wesentlich harmonischer aussehen als die Pendants, die mit der iPhone-Kamera erstellt wurden, sogar Aufnahmen, die man direkt aus Adobe Lightroom im Rohdatenformat anfertigt, können hier nicht mithalten. Wo viel Licht ist, ist leider auch noch ein wenig Schatten. Die App „saugt“ förmlich an der Batterie des iPhones, das Gerät wird sehr heiß und es gibt auch nicht seltene Abstürze der Software. Für eine Software in diesem frühen Entwicklungsstadium sollte man jedoch darüber hinwegsehen, die Ergebnisse sprechen für sich. Hier gibt es mit Sicherheit eine spannende Entwicklung zu beobachten. Geplant sind weitere Features wie ein Portrait-Modus und eine Version für die Android-Fraktion.

Am Wochenende habe ich bewusst meine Canon 80D zu Hause gelassen und nur mit der neuen App fotografiert, sowie in Lightroom bearbeitet. Hier ein paar Beispiele: Radtour Baarlo-Panningen-Neer.

In den nachstehenden Slidern sind die Unterschiede zwischen der iPhone-Kamera und der Project Indigo-App deutlich zu sehen. In den ersten beiden Bildern aus unserem kleine Zaubergarten wurden keine Nachbearbeitungen vorgenommen. Die folgenden DNG-Aufnahmen wurden in Lightroom mit dem Indigo-Profil und automatischen Einstellungen (links) und mit einem Kodak Vision 3 50D-Profil aus Color.io im rechten Bild bearbeit.

iPhone JPG vs. Project Indigo JPG
Project Indigo DNG, Indigo-Profil vs. Project Indigo DNG, eigenes Profil

Download von Project Indigo im Apple App-Store.




Oldtimertreffen in Krefeld

In den Sommermonaten findet regelmäßig ein Treffen klassischer Automobile an der Krefelder Rennbahn statt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von den Oldtimerfreunden Egelsberg. Der Eintritt für Besucher ist grundsätzlich frei.

Ich besuche die Veranstaltung mittlerweile mit einem Freund gemeinsam seit nunmehr acht Jahren. Neben alten Bekannten, die meistens zu jedem Treffen anreisen gibt es immer wieder Fahrzeuge, die wir dort selten oder nie gesehen haben. Leicht und zwanglos kommt man mit einigen Besitzern der klassischen Automobile ins Gespräch und erfährt oftmals Geschichten über die entsprechenden Fahrzeuge, die man so nicht kennt oder noch nicht gehört hat.

Leider war am heutigen Tag nicht der gewohnte Betrieb, trotz oder wegen des Wetters. Das Thermometer hat bereits kurz nach 11:00 Uhr an der 30-Grad Marke gekratzt. Klimaanlagen waren in den Zeiten, aus den die Automobile stammen, ein nahezu unbezahlbarer Luxus. Nichtsdestotrotz haben wir wieder ein seltenes Fahrzeug entdeckt, das wir zuvor noch nicht auf einer Automobilausstellung gesehen hatten: Eine Fiat 2300 Limousine, die in den Jahren 1961-1968 hergestellt wurde und äußerst selten ist.

Das Oldtimertreffen an der Krefelder Rennbahn hat immer eine sehr schöne Atmosphäre, da es hier sehr überschaubar ist. Für das leibliche Wohl ist auch immer gesorgt, es ist bei jeder Veranstaltung ein kleiner Pavillon vor Ort, an dem es eine Vielzahl an Getränken und kleinen Snacks gibt. Und bisweilen kommt es dort schon einmal vor, dass Promis wie der TV-Moderator und Oldtimerfreund Horst Lichter neben Dir sitzt …


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Lineare Profile in Lightroom

Was zum Geier sind denn nun wieder „lineare Profile“? Ist das jetzt ein neuer Trick, um bei Tinder bessere Matches zu erhalten?

Gewiß nicht, ich bin in der komfortablen Situation, Tinder nicht benutzen zu müssen. Lieber bin ich mit meiner besseren Hälfte unterwegs, fotografiere viel und danach hat sie Ruhe vor mir, da ich meine Fotos „entwickle“.

Bei einer Digital-Kamera, gibt es, wie im echten Leben auch, zwei Möglichkeiten. Du stellst die Kamera so ein, dass sie Dir ein fertiges *.jpg, also JPEG erstellt. Das ist ein fertig entwickeltes Bild, das Du sofort von der Kamera in Deinen Facebook-, Instagram-, oder sonstwas-Stuhlkreis posten kannst. Die zweite Möglichkeit ist, im Rohdatenformat zu fotografieren. Die Datenmenge ist erheblich größer und Du brauchst einen sog. RAW-Konverter. In meinem Fall ist das Adobe Lightroom, Deiner Kamera wird in aller Regel auch ein Programm des Herstellers zu diesem Zweck beiliegen. Ich kenne jedoch kaum Leute, die damit arbeiten. Lightroom ist quasi der Standard hier, genau so wie Microsoft Word für Texte.

RAW-Dateien sind grundsätzlich nicht anschaubar, da nur eine riesige Zahlenkolonne. Über einen sog. RAW-Konverter werden sie erst am Bildschirm sichtbar und bearbeitbar dargestellt. Beim Mac ist das alles schon an Bord, bei Windows bedarf es da eines Zusatzprogramms. Mangels Win-Rechner in meinem Besitz und Kenntnisse über das dort verwendete Betriebssystem muss ich hier jetzt leider mit weiteren Erklärungen passen.

Adobe Lightroom hat einen eingebauten RAW-Konverter, der das Bild im Programm nun bearbeitbar darstellt. Man kann viele Regler hin- und herschieben, Belichtung und Kontrast ändern und an den Farben herumspielen. Dabei geht es hier zunächst gar nicht.

Um das Bild in Lightroom darzustellen, bedarf es eines Profils für die entsprechende Kamera, da jeder Sensor, einfach gesagt, Licht und Farben anders interpretiert. Adobe tut sich jedoch , sagen wir es mal höflich, schwer, Profile unterschiedlicher Kamerahersteller zu implementieren. Canon-Benutzer können seit 2018 ein Lied davon singen. Standardmäßig wählt Lightroom bei der Bearbeitung das Profil „Adobe Farbe“ aus – ein generelles, nicht-lineares Profil von Adobe.

Das Problem ist, dass in diesem Profil schon Bearbeitungen „eingebaut“ sind, die das Bild auf den ersten Blick gefälliger machen; sie haben viel Kontrast und gesättigte Farben. Das ist jedoch nicht jedermanns Sache, insbesondere, da die Regler in Lightroom, auf diesem Profil aufbauen.

Zur Verdeutlichung hier zwei Tonwertkurven, links das lineare Profil, rechts das nicht-lineare Profil. Der linke untere Bereich stellt die Farbe schwarz dar, der rechte obere Bereich die Farbe weiß.

Lineare Tonwertkurve

Nicht-lineare Tonwertkurve

Wünschenswerter ist natürlich ein Profil, dass keinerlei Bearbeitungen an Kontrast und Tonwert der Aufnahmen enthält. Was tut man nun, wenn man kein lineares Profil des Kameraherstellers vorliegen hat. Brauchen ist nicht haben …

Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die einfache Methode ist, sich ein entsprechendes Profil zu besorgen. Es gibt ein Linear Profile Repository, aus dem man sich zu fast allen gängigen Kameras lineare Profile herunterladen kann. Wie man diese in Lightroom/Camera RAW installiert, wird in folgendem Video erklärt:

Die zweite, etwas unkomfortablere, aber ergiebigere Möglichkeit ist, sich selbst ein lineares Profil zu erstellen. Dazu muss man sich bei Abobe den DNG-Editor herunterladen. Dort lädt man eine RAW-Datei der betreffenden Kamera ein und erstellt ein lineares Profil. Wie das genau funktioniert und was es zu beachten gilt, erklärt dieses Video:

Die erste Verwendung eines linearen Profils mag zunächst etwas ernüchternd sein; unten siehst Du einen Bildvergleich – links das Adobe Farbe-Profil und rechts das lineare Profil, beides zunächst mit automatischen Einstellungen. Im Bild darunter (auch das Titelbild dieses Beitrages) siehst Du ein lineares Profil, was mit den Reglern in Lightroom in Richtung eines Kodak Ektar 100 bearbeitet wurde. Dieser Film eignet sich besonders für Landschaftsaufnahmen.

links Abobe Farbe-Profil / rechts lineares Profil

Die Unterschiede scheinen auf den ersten Blick marginal zu sein, jedoch lassen sich die Regler in Lightroom wesentlich nuancierter und effektiver einsetzten, da sie in diesem Falle nicht „gegen“ ein Profil arbeiten müssen, das von Haus aus in den Tiefen sehr kontrastreich ist, in den hellen Bereichen jedoch kontrastärmer ist..

Mit einem linearen Profil sehen die Bilder am Monitor zunächst sehr ungewohnt, kontrastarm, bzw. flau aus. Beim Adobe-eigenen Profil sieht das zunächst etwas gefälliger aus, da in diesem Profil, wie bereits weiter oben erwähnt, Bearbeitungen enthalten sind. Das mag gefallen oder auch nicht.

Durch die Anwendung eines linearen Profils kann man nun sämtliche Pixel der Rohdatei von Grund auf bearbeiten. Ein lineares Profil erlaubt es dem Fotografen somit, eine Stufe weiter zurück in der freien Bildgestaltung zu gehen.

Der wichtigste Vorteil eines linearen Profils ist jedoch, dass nun alle weiteren Änderungen an Schiebereglern den maximalen Bereich umfassen und nicht den durch das Adobe Farbe-Profil stark eingeschränkten Bereich aufweisen.

Die Installation eines linearen Profils ist zwar mit etwas Aufwand verbunden, dieser entschädigt jedoch mit einer besseren Bildqualität und vollständiger Kontrolle über das Foto.




Radtour Baarlo – Neer

Am Montag, den 16.06.2025 hatten wir eine Radtour unternommen, die uns in einem Flyer des Kreises Viersen empfohlen wurde und Rund um Kempen ging. Vielleicht lasse ich mich darüber mal in einem gesonderten Post aus, es war, sagen wir es mal höflich, nicht sehr inspirierend. Wenn die Routenbeschilderung einmal funktionierte, ging es in der Hauptsache über Wirtschaftswege durch eine Landschaft, die man mit dem Niederrhein typischerweise immer assoziiert: reizarm.

Da das Wetter am heutigen 17.06.2025 sehr verheißungsvoll aussah, planten wir eine Radtour an der Maas in den Niederlanden entlang. Wie bereits mehrfach geschrieben, ist Radfahren dort für typische Deutsche wie uns eine Reise auf einen anderen Stern.

Wir nutzen für unsere Routenplanung immer das Tool Routiq. Man kann sich bequem im Browser eine Tour „zusammenklicken“ und diese dann mobil in einer App auf dem Mobiltelefon nutzen – für ganz faule Leute sogar mit Navigation entlang der Knotenpunke des niederländischen Fietstoutenwerk. Um alle Funktionen nutzen zu können, bedarf es eines Abos, das überschaubare 9€ und irgendwas kostet. Mittlerweile haben wir einen ziemlich reichhaltigen Fundus an Touren zwischen Nijmegen und Maastricht in dieser App.

Heute entschieden wir uns für eine Tour, die wir schon zigmal gefahren sind, die uns jedoch immer wieder begeistert. Diese führt uns von Baarlo über die Maas nach Steyl, von dort über Belfeld und Reuver nach Beesel. Von dort ist es nicht weit nach Rijkel, wo man mit der Fähre „Vogelflucht“ nach Neer übersetzten kann. Kleiner Tipp: an der Friedesse Molen gibt es ein schönes, kleines Restaurant, an dem man wunderbar die Seele baumeln lassen kann.

Von Neer aus geht es weiter nach Kessel entlang der Maas. Dieses Stück ist für uns eines der schönsten Abschnitte entlang des Flusses und man hat von verschiedenen Punkten eine wunderbare Aussicht auf die tolle Landschaft. In Kessel gelangt man an prunkvollen Häusern entlang der Maas zum Kasteel De Keverberg. Immer einen Besuch wert ist auch Clevers Ijssalon in Kessel, wo es das beste Eis in Limburg gibt.

Von Kessel aus geht zurück zu unserem Ausgangspunkt, nach Baarlo. Zwischen Oyen und Baarlo hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Schleuse und das Stauwerk Peel en Maas, wo man zur allgemeinen Entspannung hervorragend Schiffe beobachten kann. Auch so etwas kann entschleunigen. In Baarlo gibt es einen schönen, kleinen Park am Kasteel D‘Erp, in dem man auch sehr schön einfach nur spazieren gehen kann. Empfohlen sei hier noch (erneut) ein Besuch im Café Centraal mit einem der schönsten Sonnenterassen in Limburg.

Dieses Café ist für uns exemplarisch, was die niederländische Provinz Limburg für uns ausmacht. Es ist dort sehr gastfreundlich, der Laden ist immer gut besucht, von jung bis alt, vom Sportverein bis zum Damenkränzchen und das zu jeder Uhrzeit. Egal, ob vormittags kurz vor zwölf, nachmittags um 16 Uhr oder abends. Man kann sich dort einfach hinsetzten und nur etwas trinken, eine Kleinigkeit zu Essen bestellen oder Feste feiern, alles zu moderaten Preisen. So etwas ist hierzulande leider äußerst selten zu finden. Alleine schon die Auswahl an Biersorten ist äußerst reichhaltig. Bei uns kriegste meistens nur eine Biersorte in den Kneipen und Restaurants, das andere ist Wischwasser a.k.a as Altbier. So einen Laden wie diesen gibt es nicht nur in Baarlo, sondern in fast jedem noch so kleinen Nest entlang der Maas. Die „Halbzeit“ unserer Tour lag in Beesel – ein wirklich kleines Nest zwischen Venlo und Roermond, ohne jetzt herablassend zu wirken. Selbst dort auf dem Marktplatz gab es drei Restaurants, wovon jedoch nur zwei geöffnet waren. Aus nostalgischen Gründen verschlug es uns ins Café Troubadour. Der gleichnamige Club in Los Angeles war der Ort, an dem Don Henley und Glenn Frey erstmals gemeinsam mit Linda Ronstadt aufgetreten sind, bevor sie die Eagles gegründet haben – als Eagles-Fan war das also ein Muss. Selbst hier, wie überall: Schöne Auswahl an Getränken, eine überschaubare Menukarte und freundliche Bedienung.

Für uns war diese knapp 32km lange Radtour wieder wie ein Urlaubstag von dem wir der Meinung sind, dass man ihn hierzulande nicht in einer derartigen Form genießen kann. Bei Radtouren wie diesen, die man sich anhand des Fietsrouten-Netzwerks zusammenstellen kann ist uns erneut aufgefallen, wie wenig wir uns auf den Autoverkehr konzentrieren mussten. Die Radwege verlaufen zu einem Großteil abseits der Straßen. Geht es dann tatsächlich über Straßen, wie an dem Stück zwischen Steyl und Belfeld, an dem der Radweg erneuert wird, dann kommt man mit der Straße und den Autos dank der tollen Radwege kaum in Berührung und wenn, sind hier die Prioritäten zu Gunsten der Radfahrer ganz klar geregelt.

„Funfact“ am Rande: Leider mussten wir auf dem Rückweg einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und die Niederlande über die A67/A40 verlassen. Auf der Hinfahrt bemerkten wir auf der Gegenfahrbahn zwischen Kaldenkirchen und Venlo-Ost bereits einen 5km langen Stau. Der Grund: pünktlich zum 40-jährigen Geburtstag des Schengener Abkommens, das Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der Europäischen Union obsolet machen soll, führte die Bundespolizei Grenzkontrollen durch, wobei der Verkehr zunächst einmal auf eine Spur reduziert wurde. Wir schauten uns im Auto nur entsetzt an: Ist das jetzt hiermit neue Schleuserroute für Flüchtlinge aus Afrika, Syrien oder Afghanistan??? Noch witziger war, dass bei unserer Abfahrt der Verkehrsfunk lediglich einen „Stau“ zwischen Venlo-Ost und Kaldenkirchen ansagte (die Kontrollen also immer noch im Gange waren) und auf der A67/A40 Eindhoven-Duisburg freie Fahrt war. Hat Herr Dobrindt hier nicht genügend Bundespolizisten aufbieten können? Eine Lachnummer!

Hier findest Du den Startpunkt der Tour:

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Colorgrading in Color.io

Wer, wie ich, seine Fotos in Adobe Lightroom bearbeitet, hat damit, wie ich meine ein sehr gutes Programm, das hervorragende Möglichkeiten bietet. Im Netz gibt es eine unüberschaubarere Anzahl an Presets, die man auf seine Fotos anwenden kann, darunter allerdings eine überschaubare Anzahl an wirklich guten Voreinstellungen. Stellvertretend für diese Gattung seien die Classic Presets von André Duhme genannt. Weiterhin gibt es einige gute YouTube Videos, die das erstellen eigener Looks und Presets für Lightroom sehr gut erklären.

Mit Lightroom kann man bei der Entwicklung eine Menge anstellen. Man muss jedoch wissen, welche Parameter man bedienen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Was ist ein Weißabgleich, was bewirkt die Tönung, was ist der Unterschied zwischen Dynamik und Sättigung? Wie gehe ich mit den Gradationskurven um, insbesondere in den Farbbereichen Rot, Grün und Blau? Was passiert mit im Farbmixer? Wo ist der Unterschied zum Color Grading Tool? Benutzt man Lightroom Classic, hat man es gar noch mit einer Kamerakalbrierung zu tun, die in das Farbspektrum eingreift. Für mich eines der wirkungsvollsten Werkzeuge; ein Tutorial, was man da sinnvolles mit anstellen kann, gibt es hier.

Hier setzt die Anwendung Color.io an. Es handelt sich um eine Web-App, die betriebssystemunabhängig auf allen gängigen Geräten läuft. Es handelt sich um ein Programm, welches RAW-Dateien entwickeln kann und welches 3D-Luts erstellen kann, die in allen gängigen Video-Editoren verwendet werden können. Darüber hinaus lassen sich auch Profile für Lightroom und Camera-Raw von Adobe erstellen, die uns dorthin bringen, wo wir hin wollen. Eigene Profile für die Entwicklung der eigenen Fotos erstellen. Das kann man natürlich auch in Photoshop bewerkstelligen oder man kann DaVinci Resolve an den Start bringen. Hier wie dort ist die Lernkurve jedoch enorm steil und man kommt lange nicht so schnell ans Ziel wie bei Color.io.

Der Ansatz von Color.io ist hier meiner Ansicht nach deutlich intuitiver als in Adobe Lightroom, was auf das exzellente User-Interface zurückzuführen ist. Das Werkezug hat bereits eine solide Basis von über 150.000 Benutzer, die stetig wächst. Das Programm existiert bereits in der Version 2.xx, eine Beta der Version 3 läßt sich ebenfalls bereits testen. Der Entwickler Jonathan Ochmann aus dem sauerländischen Meschede reagiert zügig auf Benutzerwünsche und Verbesserungsvorschläge und versucht diese umgehend umzusetzen, was sich in der Historie des Programms ablesen läßt. Um hier ein Gefühl zu bekommen, kann man die Anwendung unbegrenzt testen. Lediglich der Export von LUTs und Profilen für Adobe verlangt nach einer kostenpflichtigen Registrierung, die meines Wissens nach bei €129,- für eine dauerhafte Nutzung liegt. darüber hinaus wird auch ein Abo-Model angeboten.

Die Regler lassen sich intuitiv bedienen und zu jedem Regler gibt es eine Hilfsfunktion. Weiterhin gibt es jede Menge Voreinstellungen, die man sofort auf seine Fotos anwenden kann. Der Name Kodak Vision in den Presetnamen zeigen, wohin die Reise geht. Es handelt sich hier analoge Filme von Kodak, die heute immer noch in Verwendung sind (z.B. La la Land aus 2016). Selbstverständlich kann man diese auch auf Fotos anwenden, um einen Hollywood Blockbuster Look zu erzielen. Sucht man hier nach gleichwertigen Presets für Lightroom, wird man hier und da fündig, jedoch haben diese mit den Kodak Vision Filmen allerhöchstens den Namen gemein. Lädt man die oben genannten Presets in ein Foto, beispielsweise den Kodak Vision 3 50D 5203, ist man zunächst vom Ergebnis fasziniert und kann auch einfach in Erfahrung bringen, was welche Regler bewirken. So kann man die Farbdichte für einzelne Farbbereice einstellen und die Sättigung für bestimmte Helligkeitsbereiche. Das ist in Lightroom so nicht möglich.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, ein realistisches Filmrauschen hinzuzufügen, und das auch in Farbe, nicht nur in Schwarz-Weiß wie in Lightroom. Es läßt sich sogar Halation, ein fotografischer Effekt, der bei Filmaufnahmen auftritt, wenn Licht von der Filmemulsion reflektiert wird und einen weichen Leuchten oder Halo um helle Bereiche des Bildes erzeugt, hinzufügen. Ein typisches Merkmal der Cinestill-Filme. Leider lassen sich diese Einstellungen nicht in eine LUT oder ein Profil speichern, jedoch mit den bearbeiteten Bilddateien.

Leider lassen sich in Color.io nicht, wie in Lightroom, mehrere Bilder auf einmal bearbeiten, man muss jedes gewünschte Bild einzeln auswählen. Die Preset-Verwaltung ist noch etwas holprig, eine getroffene Bearbeitung läßt sich lediglich speichern und in einem neuen Bild wieder laden. Eine Foto-Verwaltung wie in Lightroom sucht man hier komplett vergebens, was auch nicht das Ziel des Programmes ist. Persönlich läßt sich das verschmerzen, da ich das Programm in der Regel nutze um einen bestimmten Look zu erstellen, den ich als Profil in Lightroom einsetze. Es ersetzt also nicht Lightroom, es „erweitert“ es meiner Ansicht nach in genialer Art und Weise.

Abschließend möchte ich Dir noch zwei Beispiel zeigen. Die jeweils linke Bildhälfte zeigt das Foto lediglich mit der automatischen Bearbeitung von Lightroom. Die rechte Hälfte des ersten Bildes verwendet in Profil aus Color.io, das den Kodak Vision 3 50D 5203 nachbildet. Die rechte Hälfte des zweiten Bildes verwendet das Profil Kodak Vision 3 250D 5207. An allen Bearbeitungen wurden nach Verwendung der entsprechenden Profile keine weitere manuelle Bearbeitung vorgenommen. Das Standard-Farbprofil von Adobe ist sehr kontrastreich, bei den eigenen Profilen wirkt sich eine nachfolgende Bearbeitung daher anders aus als bei genanntem Standard-Profil. Ich komme damit deutlich besser klar, da meiner Meinung nach Schatten und Lichter der Fotos eindeutig besser in den Griff zu bekommen sind. Die Farben wirken durchaus kräftiger und nicht so knallig wie mit einem Standard-Adobe-Profil.

links Original mit Auto-Bearbeitung, rechts Kodak Vision 3 50D 5203 Profil
links Original mit Auto-Bearbeitung, rechts Kodak Vision 3 250D 5207 Profil

Es ist mit Color.io sehr einfach, unter Berücksichtigung einiger filmspezifischer Kenntnisse für bestimmte Licht- und Farbsituationen eigen Profile zu erstellen. Insbesondere gilt das für die Filmemulationen, die auf Kunstlicht beruhen, wie beispielsweise der Kodak Vision 3 500T 5219. Hier habe ich mir beispielsweise Profile für Fotos bei Kunstlicht (3200 Kelvin) und für schlechte Lichtsituationen bei Taglicht erstellt. Lädt man dann die in Lightroom entwickelten Fotos unter Berücksichtigung der eigens erstellten Profile erneut in Color.io kann man hier mit dem Halation-Tool ein wunderbares Leuchten in die hellen Bildbereiche (Laternen, Autolichter, etc.) hineinzaubern.




Radtour Velden Lottum Arcen

Bei prächtigem Wetter habe wir heute zum ersten Mal mit Freunden eine unserer Lieblingstouren gefahren.
Startpunkt ist Velden, ein nördlicher Vorort von Venlo. Von dort erreicht man nach wenigen hundert Metern die Fähre über die Maas nach Grubbenvorst. Da wir gerade erst gestartet waren, fiel ein Besuch beim dortigen Clevers Ijssalon leider aus.

Die nächste Station war einer unserer Seeelenorte, das Kasteel Kaldenbroek zwischen Grubbenvorst und Lottum. Augenscheinlich gibt es in dem kleinen Restaurant einen neuen Pächter, der leider auf die ayurvedischen Snacks seines Vorgängers verzichtet, was dem Ort jedoch keinen Abbruch tut.

Nächster Stopp war das Rozendorp Lottum. Am Ortseingang trifft man auf die Houthuizer Molen, eine Mühle aus dem Jahr 1800, die man auch besichtigen kann und wo man einiges aus der Geschichte der Mühle und des Ortes Lottum lernen kann. Im Sommer sehr empfehlenswert und lehrreich ist der Rozenhof Lottum, wo man um diese Zeit prächtige Rosen bestaunen kann.

Weiter geht es an der Maas entlang nach Broekhuizen. Von dort aus geht es mit der Fähre in Richtung Arcen. Wer durstig ist, sollte in der dortigen Hertog Jan Brauerei einkehren. Man kann der Radroutenbeschilderung nach Arcen folgen, der Weg ist jedoch relativ unspektakulär. Interessanter ist ein kleiner Weg, der zuvor entlang der Maas abgeht. Arcen ist ein touristisches Zentrum nördlich von Venlo, an sonnigen Wochenden wie diesem ist es dort oft sehr voll. Es gibt dort viele schöne Lokale und Eisdielen mit Terassen zur Maas hinaus. Ein weiteres touristisches Highlight sind die Schloßgärten am Ortsausgang von Arcen.

Von Arcen erreicht man entlang der N271 und Ausläufern der Maasduinen die Ortschaft Lomm. Von dort kann man entlang der Maas zurück nach Velden gelangen. Da wir gut in der Zeit lagen, fuhren wir durch das Ravenvennen und die Schandelsosche Heide zurück nach Velden.
Gut einkehren kann man im Café de Sport, wo es zur körperlichen und seelischen Stabilisierung Lindeboom Radler, Eiscafé und Limburgse Vlaaj gab. Das ist eine der Kneipen, die wir an den Niederlanden so lieben, und die es hier kaum gibt. Gute Auswahl an Getränken, überschaubare Speisekarte, freundliche Bedienung und alles zu moderaten Preisen.

Hier findest Du den Ausgangspunkt unserer Tour, ein kleiner kostenfreier Parkplatz am Schandeloseweg in Velden:

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Radtour Tegelen-Steyl-Venlo

Ein Tag Urlaub, wie der 1.Mai 2025 beginnt knapp 500 Meter vom Parkplatz Plankenheide nahe des Krickenbecker Schlosses in der Nähe von Nettetal. Dort gelangt man in die Groote Heide, eine Heidegebiet nordöstlich der Stadt Venlo. Durch die schöne Heidelandschaft und Wälder passiert man den alten Grenzübergang Schwanenhaus/Keulse Barriere. Von dort gelangt man zu einer Abtei in der Ulingsheide.  Das dortige Restaurant Oelespot mit seiner schönen Terrasse lädt zum Verweilen ein.

Von dort aus streift man Tegelen und gelangt entlang kleiner Seen und schöner Waldwege nach Steyl an der Maas. Sehenswert ist dort der Klostergarten im Jochumshof

Mit der Fähre über die Maas erreicht man das Kasteeldorp Baarlo. Wir verliessen die ursprünglich geplante Route und machten einen Abstecher in den Ort. Auch hier gibt es einen wunderschönen Ort, an dem man verweilen kann, das Café Centraal mit einer der schönsten Terrassen in Limburg. Da wir Hunger auf etwas typisch niederländisches hatten, verschlug es uns zu Lekkerbek. Dort gibt es eine riesige Auswahl an Fritten und Frikandeln, also ziemlich nahrhafte Kost für eine Radtour.

Um auf unsere ursprünglich geplante Tour zu kommen, verließen wir Baarlo wieder Richtung Fähre und bogen kurz davor Richtung Blerick ab. Vorbei an der Maas gelangt man zunächst nach Hout Blerick und kann die eine oder andere Villa mit wunderbarem Blick auf die Maas bewundern. Über Blerick entlang der Maas gelangt man nach Venlo und überqueert hier die den Fluß.

Mit dem Rad durch die Stadt? Ja, in den Niederlanden kein Problem, es sind hier nur wenige Kilometer. Diese wenigen Kilometer bieten dem Radfahrer jedoch mehr Komfort wie deutsche Städte Krefeld, Mönchengladbach, Neuss & Düsseldorf zusammen! Entlang der Innenstadt und des Bahnhofes gibt es gar zweispurige Radwege. 

Hatte Venlo in den 70er und 80er Jahren ein ziemliches „Schmuddelimage“, so hat sich hier im Laufe der Zeit einiges getan. Venlo ist zwar immer noch haufenweise von Deutschen bevölkert, ein Großteil der Besucher kommt aus der Region, in der das Steigerlied die Nationalhymne ist und Schalke 04 Kirchenstatus hat. Dennoch ist es einen Besuch wert und bietet mehr empfehlenswerte Gastronomie als oben genannte Städte.

Wir verlassen nun Venlo in östlicher Richtung – hier geht es tatsächlich ein wenig bergauf an schmucken, kleinen Häusern und prächtigen Villen Richtung Groote Heide. Von dort aus erreichen wir nach einer wunderschönen Radtour den Parpklatz Plankenheide, den Ausgangspunkt unserer Tour.

Für uns beginnt nach dem passieren der deutsch-niederländischen Grenze Richtung Westen an solchen Tagen immer ein kompletter Urlaubstag, mit dem sofort Erholung einsetzt, auch wenn es nur wenige Stunden und knapp 30 km auf dem Fahrrad sind. Für Radfahrer beginnt hier ein Paradies, die Menschen sind alle wesentlich freundlicher und entspannter und die Städte und Dörfer machen einen wesentlich gepflegteren Eindruck als hierzulande. Zudem finden wir die Landschaft und die Radwege entlang der Maas sehr reizvoll.

Durch das hervorragende Radwegnetz mit seinen Knotenpunkten kann man sich hier auf das wesentliche konzentrieren – die wunderschöne Landschaft und die schönen Orte und Städte.

Hier findest Du den Ausgangspunkt der Tour, den Parkplatz Plankenheide.

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Radtour Horn -Thorn

Nach den wettermäßig überschaubaren Ostertagen bot das letzte Aprilwochenende frühlingshafte Sonnentage. Zeit, unsere Fahrräder auf das Auto zu packen und eine unserer Lieblingsrouten entlang der Maas in den Niederlanden zu fahren.
Die Route führt von Horn westlich von Roermond über Beegden, den Boschmolenplas nach Thorn und entlang der Maas über Heel zurück nach Horn.

Startpunkt ist der Parkplatz am Raadhuisplein an der Kirche in Horn. Von dort geht es durch die Beegderheide vorbei am See De Lange Vlieter am Ferienresort Boschmolenplas. Dort kommt man an einer Straße aus, die die Orte Heel und Panheel verbindet und man hat eine schöne Aussicht auf einen Yachthafen. Vor Jahren gab es dort eine Freifläche mit einer Bank, an der wir Picknick gemacht hatten. Die Bank ist leider weg, doch dafür begrüßt uns hier das „Fietscafé De Tump“. Es ist ein wunderbares kleines Café mit vielen Sitzgelegenheiten, die einen Ausblick auf den Yachthafen bieten. Wir haben hier wieder einen kleinen Seelenort gefunden, der uneingeschränkt zum Verweilen einlädt. Ein Ort, den man hierzulande selten findet.

Weiter geht es nun Richtung Panheel und durch das Meggelveld nach Thorn, het witte stadje , die weiße Stadt. Die Stadt Thorn, die seit 2007 zur Gemeinde Maasgouw gehört, geht aus einer Benediktienerabtei um 975 n.Chr. hervor. im Jahr 1794 wurde Thorn durch die Franzosen besetzt, die eine Fenstersteuer einführten, die sich nach der Größe der Fenster berechnete. Um hier Steuern zu sparen, mauerten die Einwohner die Fenster mit Steinen aus der alten Abtei zu. Damit das nicht weiter auffiel, tünchten sie ihre Häuser mit weißer Farbe. Daher rührt der Name der Stadt. Auch heute noch sind die meisten Häuser weiß, in der Altstadt haben 105 Bauwerke den Status eines Rijksmonument zugesprochen bekommen.

Weiter geht es aus Thorn heraus zu den Kasteelhoeve De Groote Hegge, einer sehr schönen Event-Location in den Park Maasresidence Thorn, einen neu angelegten Ferienpark mit Bootshafen und vielen Freizeitmöglichkeiten. Von dort aus gelangt man nach Wessem mit seinen vielen Bootswerften. Hier und da trifft der Blick auf einige äußerst ambitionierte Yachte, sowohl preislich als auch von der Größe.

Weiter geht es über Pol und die Schleuse Oosen entlang der Maasplassen langsam zurück Richtung Horn. Wer mag, macht kurz vor Horn noch einen Abstecher nach De Weerd am Noorderplas mit seinen vielfältigen Wassersportmöglichkeiten. Wer nach dieser Tour ein Eis verdient hat, kehrt bei Clevers in De Weerd ein und genießt das beste Eis Limburgs mit einer unvergleichlichen Aussicht auf den See, besonders empfehlenswert zum Sonnenuntergang!

Auf der folgenden Karte findest Du den Startpunkt der Tour, den Raadhuisplein in Horn. Vor der Kirche gibt es einen kleinen, kostenfreien Parkplatz.

Darunter findest Du die Tour und die entsprechenden Kontenpunkte des niederländischen Radknotenpunktenetzes.

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Interclassics 2025

Die Interclassics in Maastricht feierten mit ihrer Veranstaltung vom 16. Januar bis 19.Januar 2025 in diesem Jahr ihr 30.Jubiläum. Mehr als 40.000 Besucher kamen in die Messehallen des MECC und konnten ca. 800 klassische Fahrzeuge auf 35.000 qm Fläche bewundern. In den Niederlanden und in Belgien haben einige klassische Fahrzeuge die Kriegs- und Nachkriegswirren überstanden und sind fast ausschließlich bei diesem Ereignis zu sehen.

Da die Messe immer im Januar stattfindet, ist es auch immer so etwas wie ein Auftakt in die kommende Oldtimersaison. Die Interclassics gehören zu den kleineren Veranstaltungen, haben jedoch immer eine ganz besondere Atmosphäre. Die ausstellenden Oldtimerhändler kamen, wie in den Jahren zuvor, nicht ausschließlich aus den Benelux-Staaten, sondern auch aus Deutschland, Frankreich und einigen weiteren europäischen Ländern.

Im Rahmen der diesjährigen Sonderausstellung, zu der die Besucher die beliebtesten Fahrzeuge wählen konnten, gab es sogar einen Aston Martin DB5, besser bekannt als Dienstfahrzeug von James Bond.

Hier siehst Du einige Highlights der 30. Interclassics:


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Oldtimersaison 2024

Borgward Isabella

Zeit für einen ersten Jahresrückblick – in zwei Monaten stecken wir immerhin schon mitten im Weihnachtsfest!

Im Januar besuchte ich, wie schon seit Jahren die Interclassics in Maastricht. Dort präsentieren zahllose nationale und internationale Aussteller, Privatpersonen und Händler klassische Automobile und Zubehör. Die Interclassics finden immer im MECC in Maastricht statt und sind von der Größe recht überschaubar, man schafft es, sämtliche Hallen an einem Tag zu begehen.

Die Technoclassica in Essen musste ich in diesem Jahr aus beruflichen Gründen leider auslassen, nachdem die letzten beiden Jahre die Veranstaltung nach der Corona-Pandemie wieder stattgefunden hat.

Im Mai des Jahres begannen wieder die Treffen der Oldtimerfreunde Egelsberg an der Rennbahn in Krefeld. Ich besuche diese Veranstaltungen seit 2018 regelmäßig. Vor der Kulisse der Rennbahn entschädigt das ein wenig, dass die Classic Days seit 2022 nicht mehr an dem stilvollen Schloß Dyck in Jüchen stattfinden. Leider war der Start im Mai verregnet und ab Juli bot besseres Wetter wieder die Gelegenheit, einige bekannte Schätze wieder zu sehen und gleichwohl immer noch etwas “ungesehenes” zu beobachten.

Im Frühsommer des Jahres wurde leider bekannt, dass die Classic Days 2024 komplett abgesagt wurden. Die Stadt Düsseldorf, in der die Oldtimer-Veranstaltung seit 2022 stattfindet, zögerte Genehmigungen immer weiter hinaus, was wohl mit der EM 2024 zusammenhing und forderte immer neue Auflagen und Sicherheitskonzepte, insbesondere im Hinblick auf das Messerattentat von Mannheim. Weiterhin soll sogar mit einer Cannabis-Ordnungswidrigkeiten-Verordnung zu kämpfen gewesen sein. Vielleicht sollte es der Veranstalter in Betracht ziehen, wieder hinaus aufs Land zu ziehen. Dort wird man von der Lokalpolitik vermutlich offener empfangen als in einer Großstadt. Unser Land NRW ist reich adäquaten Lokalitäten wie Schlösser und Burgen.

Ein weiteres Highlight des Jahres ist der Oldtimer Grand-Prix am Nürburgring. Der 51. Oldtimer Grand-Prix lockte auch in diesem Jahr wieder tausende Besucher auf den Ring. Dabei geht es nicht nur um PS, Plätze und Rennzeiten – das Event lädt auch zum Bummeln, zum Staunen und zum Begutachten der historischen Fahrzeuge ein, insbesondere im Fahrerlager und in den Boxen, die an diesen Tagen frei zugänglich sind. Hier findest Du einige Aufnahmen von diesem Ereignis.

Im September dieses Jahres bin ich zum ersten Mal bei “Fly & Drive” am Hugo Junkers-Hanger des Flughafens Mönchengladbach gewesen. Ich muss gestehen, dass ich schon oft davon gehört habe, aber aus irgendwelchen Gründen nie dort war. Neben alten Flugzeugen, insbesondere der berühmten Ju-52 gab es wieder haufenweise klassische Automobile. Auffallend, das bei der kurzen Distanz zu Krefeld hier fast ein komplett anderes Portfolio an Fahrzeugen vertreten war.
Bei aller Freude über so viele ungesehene alte Fahrzeuge überwog die Tatsache, dass ich eine alte Freundin wiedergetroffen habe, die mit ihrem Lebensgefährten den gemeinsamen Porsche ausgeführt haben. Es ist erstaunlich, wie klein die Welt bisweilen ist. Hätte uns vor 30 Jahren jemand gesagt, ihr trefft Euch bei einem Oldtimertreffen am Mönchengladbacher Flughafen, hätten wir beide wohl herzhaft gelacht!

Eine weitere, mir allerdings bis dato unbekannte Veranstaltung fand Anfang Oktober in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, dem Campus Fichtenhain in Krefeld statt.
Unter dem Namen Campus Culture trafen sich auch hier eine Vielzahl klassischer Automobile, zur großen Verwunderung auch wieder Fahrzeuge, die bei oben genannten Veranstaltungen in Krefeld und Mönchengladbach ebenfalls nicht zu sehen waren. Einen kleinen Bericht inclusive Fotos von der Campus Culture findest Du hier.

In der unten stehenden Galerie findest Du ein paar meiner Oldtimer-Highlights der vergangenen Saison 2024.


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