Rick Davies (Supertramp) live

Rick Davies

Der Supertramp-Gründer Rick Davies feierte am 22.Juli seinen 80. Geburtstag. Sein Piano-Spiel auf dem Flügel, auf dem Wurlitzer Electric Piano sowie seine markante Stimme prägten über Jahre den Sound von Supertramp.

Am 4. August 2015 gab das Management von Davies bekannt, dass er an Krebs erkrankt ist. Bei dem damals 71-jährigen Davies sei Multiples Myelom diagnostiziert worden – eine Krebserkrankung, die sich auf das Knochenmark konzentriert und die weißen Blutkörperchen befällt – „und er hat mit einer aggressiven Behandlung begonnen, um die Krankheit zu bekämpfen“, teilte das Management mit.

Im Jahr 2018 sagte Rick Davies, dass er seine gesundheitlichen Probleme größtenteils überwunden hat und gerne wieder live spielen möchte. Im August des gleichen Jahres trat er im Stephen Talkhouse in Amagansett, East Hampton mit einigen Musikern, u.a. auch ehemaligen Supertramp-Mitgliedern auf.

Am 12.Oktober ist er erneut in Amagansett aufgetreten, von diesem Auftritt ist sein wunderschönes Stück Downstream aus dem Jahr 1977.

Downstream



Campus Culture

Der Titel mag vermutlich etwas verwirren, es geht hier nicht um Universitäten oder das “lustige” Studentenleben sondern, wie könnte es anders sein, um Oldtimer.
Es handelt sich um ein Treffen historischer Fahrzeuge, ausgerichtet vom Automobil- und Motorsport – Club Krefeld 1921 e.V. auf dem Campus in Krefeld-Fichtenhain.

Der Campus Fichtenhain wurde um 1905 als erste „Rheinische Provinzial-Fürsorgeerziehungsanstalt“ für schwer erziehbare Knaben konzipiert. Die meist zweigeschossige Backsteinbauten sind dabei um eine zentrale Grünfläche gebaut worden. 1997 erwarb die Grundstücksgesellschaft der Stadt Krefeld mbH & Co. KG das gesamte Areal vom Landschaftsverband Rheinland, mit dem langfristigen Ziel, es in einem Gewerbepark für Büronutzung umzufunktionieren. Die Gebäude des Campus Fichtenhain stehen unter Denkmalschutz. Der Campus Fichtenhain wurde als Modellprojekt zur Nachhaltigen Gewerbegebietsentwicklung seitens des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Bitter CD

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diese Veranstaltung leider bis dato nicht kannte. Diese wurde uns empfohlen von einer Mitarbeiterin der Kleinschen Buchhandlung in Krefeld. Ihr Mann war dort mit einem Bitter CD in makellosem Zustand vertreten. Der Bitter CD war ein Sportcoupé auf der Basis des Opel Diplomat B und einem Chevrolet 5,4 Liter V-8 Motor, allerdings nicht in der amerikanischen Version, sondern in der Bearbeitungsstufe, die auch im großen Opel Diplomat eingesetzt wurde. Er hatte eine Leistung von 230 PS.

Es gibt einige Oldtimerveranstaltungen in unserer Region, aber es ist immer wieder erstaunlich, dass man, wie auf dieser Veranstaltung auch, Fahrzeuge trifft, die man zuvor nicht gesehen hat (oder im schlimmsten Fall nicht wahrgenommen hat).
In der unten stehenden Galerie zeige ich Dir eine kleine Auswahl der teilnehmenden Fahrzeuge.


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650 Jahre Krefeld

Im Jahr 2023 feiert unsere Nachbarstadt Krefeld ihren 650. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es vom 30.September bis 03.Oktober eine „leuchtende Zeitreise“, die auf die Fassade des Rathauses projiziert wird.

Der rund 15-minütige Film erzählt die Krefelder Historie von der Stadtgründung im Jahr 1373 bis in die Gegenwart. Die Show wird täglich zwischen 18.30 und 22.00 Uhr vorgeführt, der Eintritt auf dem Von Der Leyen Platz ist frei.

Anbei ein paar Aufnahmen dieser spektakulären Veranstaltung:

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Classic Days 2022

Nach zwei Jahren Pause auf Grund der Corona-Pandemie war es nun endlich wieder soweit. Am 05.August 2022 gingen die Classic Days wieder an den Start.

Seit dem Jahr 2006 haben sich die Classic Days zu einem führenden Festival für „Culture und Motoring-Lifestyle“ in Europa entwickelt.

Als stilsichere Kulisse trug bisher immer Schloss Dyck in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Jüchen, grob zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach gelegen, bei.

Im Januar 2022 platzte dann die Bombe: Schloß Dyck stand nicht mehr als Austragungsort der Classic Days 2022 zur Verfügung! Dem Vernehmen nach bestand mit der Stiftung Schloss Dyck keine Einigkeit über die Fortführung des Festivals.

Neuer Austragungsort der Veranstaltung ist in diesem Jahr der Parkplatz P1 auf dem Düsseldorfer Messegelände, von den Veranstaltern auf Grund der dort gepflanzten 1.500 schattenspendenden Bäume in „Green Park“ umgetauft.

Kann das gut gehen? 

Ein Festival klassischer Automobile auf einem Retorten-Gelände anstatt auf historischem Terrain?

Die Verkehrsanbindung ist exzellent, es steht eine unüberschaubare Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung und es gibt eine Rennstrecke, die auf dem ganzen Gelände sehr gut einsehbar ist.

Die Veranstalter haben sich alle Mühe gegeben. Die Organisation war sehr gut gelungen. Es gab weder Wartezeiten bei der Zufahrt zu den Parkplätzen noch am Eingangsbereich auf das Festivalgelände. Bei erwarteten 7.000 teilnehmenden klassischen Automobilen und 50.000 Besuchern gewiß keine triviale Aufgabe!

Doch wie wirkt ein derartiges Festival, welches bis dato immer vor einer stilvollen Kulisse stattfand, wenn es auf ein künstlich angelegtes, vollkommen geometrisches Gelände verlegt wird?

Leider muss man sagen, dass hier eine gehörige Portion Charme der vergangenen Jahre unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Weiterhin stellt es sich als extrem störend heraus, dass das komplette Gelände an der Einflugschneise zum Flughafen Düsseldorf liegt. Dadurch ergibt sich eine nicht zu unterschätzende Geräuschkulisse, die mit dem „normalen“ Motorenlärm (wegen dessen man sich unter anderem dort hin begibt) leider nichts zu tun hat. Das mindert in einem nicht unerheblichen Maß die Freude an diesem Ereignis!

Es gibt leider auch wirklich keinen Ort, an dem man sich zurückziehen kann und von dem ganzen Lärm wenig bis gar nichts mitbekommt. Das war in Schloß Dyck anders; man konnte sich in den weitläufigen Park zum stilechten Picknick zurückziehen und später weiter über das Festivalgelände flanieren.

Vor der historischen Kulisse des Schloss Dyck hatte man immer den Eindruck, in eine Zeit zurückversetzt zu werden, in der Leute wie Juan Manuel Fangio, Stirling Moss, Wolfgang von Trips, Hans Herrmann, Nikki Lauda oder Jochen Rindt in ihren Renn-Overalls im Fahrerlager erscheinen und in ihre Fahrzeuge steigen. Diese Atmosphäre der Leichtigkeit längst vergangener Tage fehlt leider.

Weiterhin war auch das britische Auktionshaus Coys in diesem Jahr nicht bei den Classic Days vertreten, welches immer seine ganz eigenen Note mitbrachte. Vermutlich auf Grund des Brexits wird es nicht ganz trivial sein, „mal eben“ mit 50-80 Nobelkarossen in die EU einzureisen und diese hier womöglich noch zu verkaufen. 

Das war bei den vergangenen Classic Days gewiß einfacher …

Mit Sicherheit sind die Classic Days immer noch ein Ereignis, jedoch wird man das Gefühl nicht los, dass das Angebot an klassischen Fahrzeugen in den Jahren zuvor vielfältiger war. Mir kam es vor, als ob insbesondere bei den Marken Alfa Romeo und Ferrari die Anzahl der Fahrzeuge erheblich geringer war als in den Vorjahren.

Auch VW als Deutschlands größter Autokonzern war meiner Ansicht nach schwach vertreten, insbesondere, wenn man an 2019 denkt, wo es ein schönes Portfolio an Fahrzeugen von VW do Brasil gab.

Dennoch gibt es meiner Meinung nach in Deutschland kein anders Festival, auf dem man auf so vielfältige Weise die Schönheit klassischer Automobile bewundern kann.

Hier ein paar Eindrücke vom 05./06.August 2022:

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Kirschblüte in Krefeld

Der Winter scheint vorbei zu sein und langsam hält der Frühling Einzug in unsere Gefilde.
Untrügliches Anzeichen dafür ist die Kirschblüte.

Auch in einer großen Stadt wie Krefeld gibt es das ein oder andere Kleinod, was sich diesbezüglich bewundern läßt, und zwar am Alexanderplatz.
Wer jetzt hier an den großen Platz in der noch größeren Bundeshauptstadt denkt, ist schief gewickelt.
Auch Krefeld hat seinen Alexanderplatz, viel kleiner, viel beschaulicher und um diese Jahreszeit voller Kirschblüten.

Wer das ganze, wie ich gerne fotografiert, dem sei die frühe Stunde ans Herzen gelegt. Zum Ersten wegen des Lichtes und zum Zweiten wegen der Menschenmenge. Zwischen 09:00 und 10:00 Uhr ist hier auch an sonnigen Tagen wenig bis gar nichts los. Später kommt dann die Zunft der Selfie-Profis und Hardcore-Instagrammer, sowie die Hobby-Handyfotografen und es ist nicht mehr so ruhig.

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Fearless Women

In diesen Frühlingstagen erwacht der Botanische Garten in Krefeld neu.
Neben einer reichhaltigen Anzahl an Pflanzen und Kräutern gibt es in diesem Jahr einen besonderen Blickfang.
An den Wegen und Beeten gibt es zwanzig Steelen mit Portraits furchtloser Frauen, die Oliver Schäfer seit 2016 portraitiert hat.
Es sind Frauen aus verschiedenen Bereichen und Epochen, die andere durch ihr Handeln dazu inspirieren, für ihre Mitmenschen einzustehen.
Zum Weltrfauentag am 08. März fanden diese farbenprächtigen Portraits ihren Weg in den Botanischen Garten in Krefeld, wo sie noch is zum 27.04.2022 zu bewundern sind.
Der Eintritt in den Botanischen Garten inclusive der Ausstellung ist frei.

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Techno Classica 2022

Nach 2 Jahren Unterbrechung gab es in diesem Jahr endlich wieder diese große Automobilschau in den Gruga-Hallen in Essen.
Auf knapp 120.000 qm Fläche gab es wieder viele Oldtimer, Motorräder, Motorsport, Ersatzteile, Restaurierung und Club-Treffen.

Klassische Automobile sind mittlerweile zu beständigen Wertanlagen geworden, viele Hersteller haben das erkannt und waren mit riesigen Ständen mit musealem Charakter auf Veranstaltungen wie diesen.

Ob nun coronabedingt oder der Welle der Elektrifizierung Rechnung tragend, ist in diesem Jahr auf der Techno Classica kein einziger deutscher Hersteller anwesend. Diese werden zwar durch ihre Clubs vertreten, aber es ist nicht das selbe. Alleine VW bot im Jahr einen beeindruckenden Querschnitt durch die Geschichte seiner Modelle und Marken.

Dadurch stehen die Clubs und Händler wieder mehr im Fokus und es sind immer noch einzigartige Schätze zu bewundern. Wer mag, konnte sogar einen Lamborghini Carioca Traktor im Wert von 2,4 Mio Euro erstehen.
Es gibt sinnlosere Möglichkeiten, sein Geld loszuwerden …

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Yamaha TG77 – Lost and found

Im Jahr 1983 revolutionierte Yamaha den Synthesizer-Markt mit dem DX7. Mit seiner neuartigen FM-Synthese ließen sich sehr dynamische Sound erzeugen, zu dieser Zeit sogar recht ordentliche Imitate von Naturinstrumenten. Der Haken war seine, höflich ausgedrückt, diffizile Programmierung, die ohne tiefgreifende Kenntnisse der FM-Synthese nicht möglich war. Diese hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen, Dr.Google kennt sich da besser aus.

Der Ruf nach naturgetreuen Imitaten von Klavieren, Streichern, Chören, Bläsern und ähnlichem Zeugs wurde im Laufe der 80er Jahre immer lauter. Eine Korg M1 Workstation und der Roland D50 waren die passenden Antworten darauf. Die FM-Synthese schien ausgedient zu haben, insbesondere, da vorgenannte Geräte um ein vielfaches einfacher zu programmieren waren. Man kam einfach schneller ans Ziel. Grundlagen der Tonerzeugung waren nun Samples, die jedoch die Flexibilität in der Klangprogrammierung damals in der Form stark einschränkten.

Um Hier am Ball zu bleiben, brachte Yamaha 1989 den SY77 als Nachfolger des DX7 heraus. Neben einer erweiterten FM-Synthese gab es hier nun auch Samples als Grundlage der Klangerzeugung. Beide konnten sogar miteinander kombiniert werden!
Im Jahr 1990 erschien dann der TG77 als Expander, also einer tastaturlosen Variante des SY77.
Der Sample-RAM betrug damals 2MB, womit man natürlich keinen Staat machen konnte, insbesondere, weil hier ein Großteil des RAM für das Piano-Sample “draufging”. Bei einem Großteil der Samples handelt es sich um Attack-Samples von Naturinstrumenten wie Streicher, Bläser, Glocken und Flöten.
In Verbindung mit der FM-Synthese treten dabei jedoch erstaunliche Ergebnisse zu Tage, die Yamaha klanglich wieder in die erste Reihe brachte.

Meinen TG77 erwarb ich im Jahr 1997 in einem Musikgeschäft im niederländischen Roermond, welches auch gebrauchte Geräte verkaufte – damals immer noch für einen stolzen Preis von 1.400,- DM (Deutsche Mark, Währung aus dem letzten Jahrhundert – die Älteren kennen sie noch :-)).
Alleine beim Durchprobieren der Werksound bekam ich damals feuchte Augen  (und Ohren), alleine schon die Sounds, die das interne Chor-Sample “Itopia”verwendeten – da konnte der Roland D50 beispielsweise einpacken!
War der DX7 am Gerät schon schwer zu programmieren, lag beim TG 77 die Hürde noch einige Meter höher. Wurde beim DX7, kurz gesagt, ein Sound programmiert, waren es hier stolze 4!

Ohne einen Software-Editor am Rechner ist man hier ziemlich aufgeschmissen. Den gab es jedoch Ende der 90er/Anfang der 00er-Jahre in Form des Emagic Sounddiver. Mit diesem konnte man komfortabel alle möglichen Hardware-Synnthesizer am Rechner editieren und sich eigene Soundbibliotheken anlegen.
Am 1.Juli 2002 wurde Emagic von Apple übernommen – Logic gab es fortan nur noch für den Mac und der Sounddiver wurde eingestellt (damals besaß ich noch einen Windows-Rechner).

Zu dieser Zeit befanden sich schon virtuelle Instrumente, also Software für den Rechner auf dem Vormarsch, die bis heute immer besser, effizienter und klanglich an die alten Vorbilder heranreichen. Lediglich für den Yamaha SY77/TG77 und dessen Nachfolger SY99 gab und gibt es bis heute keine Alternative auf Softwarebasis. Gleichwohl gibt es zig Sample-Bibliotheken, in denen sämtliche berühmte Sounds der Geräte enthalten sind. Auf Grund der Unflexibilität von Samples und der äußert dynamischen Spielweise von FM-Sounds ist das allerdings ein äußerst schwacher Trost.

Ich habe mich im Laufe der Jahre von einer Menge Hardware-Geräten getrennt, geblieben ist aber immer der TG77. Ich habe es nie übers Herz gebracht, diesen tollen Synthesizer in die ewigen Jagdgründe einziehen zu lassen.
Gäbe es doch nur die Möglichkeit, diesen Traum-Synthesizer mit einer geeigneten Software am Rechner zu bedienen … Voraussetzung ist natürlich hier eine Software, die auf dem Mac läuft!

Die Lösung fand ich in dem Editor “Patch Base“. Diese Software läuft unter anderem auf dem Mac und auf iOS. Der Haken an der Sache: Das kostet Geld! Das Programm ist grundsätzlich kostenlos, einzelne Editoren für verschiedene Hardwaregeräte kosten ca. $40,-.
Lohnenswert ist das Programm allemale. Zu beachten ist hier lediglich, dass man ein MIDI-Interface benutzt, dass sog. SysEx (System-exclusive) Daten verarbeiten kann; billige Geräte, die es für ein paar Taler im Onlinehandel gibt, müssen dabei passen und das Editieren der Sounds, bzw. die Datenübertragung vom und zum Gerät funktionieren nicht reibungslos. Auf der Seite von “Patch Base” gibt es jedoch Infos, welche MIDI-Interfaces sich für den Betrieb des Programmes eignen.
Dankenswerterweise lassen sich Sounds und Soundbänke im SysEx-Format problemlos “Patch Base” importieren, so dass hier eine riesige Anzahl von Sounds und Soundbänken, die es (teilweise) frei im Internet gibt zur Verfügung stehen.

Auch nach knapp 30 Jahren hat dieses Gerät, insbesondere die FM-Synthese noch lange nicht ausgedient und es lassen sich immer noch kraftvolle und dynamische Sounds erzeugen, bei der so manches virtuelle Instrument selbst heute passen muss.
Die FM-Synthese ist eher ein Synonym für “kalte” Klänge – hier besteht jedoch die Herausforderung, dem Instrument warme, analoge Klänge im Stil eines Minimoog zu entlocken. Auf Grund der flexiblen Klangerzeugung des Instrumentes ist das eine Herausforderung, die der SY77/TG 77 hier jedoch mit Bravour meistert.
Ein empfehlenswertes Album mit ein paar tollen Klängen des SY77/TG77, sowie des SY99 ist “Beneath The Mask” von der Chick Corea Electric Band.

Hier ein kleines Stück, dass ich bis auf die Drum-Sounds ausschließlich mit Klängen aus dem Yamaha TG77 aufgenommen habe. Die Drum-Sounds und die internen Effekte des TG77 sind die Achillesferse des Synthesizers – bedingt brauchbar, um es höflich auszudrücken. Hier wurden zur weiteren Bearbeitung im Rechner hauptsächlich Plug-Ins von Plugin-Alliance und der Valhalla VintageVerb genutzt.

“Lost And Found”



Kawai K1 für den Rechner

Zugegeben, ich bin ein Fan virtueller Instrumente, ich nutze seit mehr als 10 Jahren keine Hardware mehr. Alles ist „virtuell“ in meinem Mac und in der Produktionssoftware Logic Pro X. Für mich als Hobbymusiker bringt das nur Vorteile – „total recall“ bei minimalem Platzbedarf. Ob die Software klingt wie ein echter Minimoog ist nicht mehr von Belang; Softwareinstrumente sind mittlerweile verdammt nahe am Original. 
Es gibt mittlerweile kaum eine exotische Hardware, die auch ihr digitales Pendant gefunden hat. 

Neulich bin ich im Internet über den ebenfalls aus Neuss stammenden Programmierer Nils Schneider gestolpert. Er hat das Kunststück fertiggebracht, den Kawai K1 als virtuelles Instrument zu programmieren.
What?!?! Eine krächzende Rappelkiste aus dem Ende der 80er Jahre! Das Ding konnte nur Samples, gesampelte Wellenformen und ein paar eiernde Sample-Loops. Der K1 hatte nur rudimentäre Synthesefunktionen und besaß nicht einmal einen Filter. Wird auch völlig überbewertet. Braucht das heute noch irgendjemand?
Ich besaß Ende der Achtziger Jahre einen Abkömmling dieses Gerätes, das Kawai PHm Modul, welches im Grunde eine Presetversion des K1 war. Zu der Zeit war man damit ziemlich weit vorne: Hauchende Chöre, echte Steicher und Bläser und das allgegenwärtige DX-7 E-Pianos. Das kann klanglich heute jede Freeware. Zuweilen ist es aber genau das, was man im Zeitalter zig cinematischer Samplebibliotheken und milimetergetreuer Emulationen analoger Schaltkreise braucht. Mit Klängen, die der K1 bietet, sind damals Hits entstanden, die heute noch geil klingen und die man auch noch nach 100 Jahren wiedererkennt.

Ein solches Kleinod ist der K1v, den es seit kurzem auch als Audio Unit für den Mac zum Gebrauch in Logic Pro X gibt. Der liebe Gott hat meine Gebete erhört, bis dato gab es das Teil nur für Windosen …
Das beste an der Sache: Das Instrument ist Freeware!
Das Teil klingt einfach nur rauh, cheezy und ziemlich billig – und das ist auch gut so. Selbstverständlich sind alles Werksounds in dem Programm enthalten, man kann sich aber auch seine eigenen Soundkreationen erstellen. Auf Grund der äußerst sparsamen Parametrisierung kommt man hier jedoch enorm schnell zum Ziel und kann sich dem Wesentlichen widmen: Dem Musikmachen. Auch, wenn man das, wie in diesem Falle, mit einem alten VW-Käfer macht.

Hier ein kleines Beispiel, was man mit dem Teil anstellen kann. Alle Sounds stammen aus dem K1v. Da das Instrument weder über Filter noch Effekte verfügt, habe ich regen Gebrauch von externen Effekten gemacht. Hauptsächlich sind das der Valhalla Vintage Verb, das Waldorf D-Pole Filter und die Effekte aus der Arturia FX-Collection.

Hier gibt es das Instrument zum Download: Nils K1v

“Back In Time”



Kraftwerk – Pop Art

Der Tod von Kraftwerk Mitbegründer Florian Schneider führt einmal mehr vor Augen, welchen enormen Einfluss die Gruppe aus Düsseldorf auf die Musikgeschichte hatte.
Als Mitglieder des gehobenen Bürgertums in Deutschland suchten Kraftwerk im Nachkriegsdeutschland eine neue Identität und nutzten die Pop-Musik, um die Avantgarde der Jahre vor dem 2.Weltkrieg wiederzubeleben. Futuristische Musik sowie Bilder und Videos aus den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts waren ihr Rezept dazu.

Die Gruppe aus Düsseldorf hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Musiker wie David Bowie, Michael Jackson, OMD, New Order oder Anthony Rother. Ebenso beeinflussten die Musiker aus Düsseldorf die Detroiter Techno- und Houseszene um Juan Atkinson und Derek May, sowie Hip Hop-Künstler wie Afrika Bambaata.

Sehr schön dargestellt wird das in einer Dokumentation des Fernsehsenders arte, die am 29.Mai 2020 um 23:45 Uhr ausgestrahlt wird, jedoch auch über YouTube abrufbar ist.