Chrom, Bratwurst und französische Eleganz

Wer am gestrigen 13. Juni 2026 im Gewerbepark Krefeld-Fichtenhain unterwegs war, dem dürfte spätestens beim Betreten des Geländes klar geworden sein: Hier wurde die Zeit nicht einfach nur angehalten, sie wurde mit ordentlich Politur und einer gehörigen Portion Leidenschaft neu zum Glänzen gebracht. Das Campus Culture Oldtimertreffen war wieder einmal ein kleines Highlight.

Zwei Königinnen auf dem Asphalt

Natürlich gab es jede Menge großartiger Maschinen zu bestaunen, für mich jedoch gab es zwei Fahrzeuge, die gestern meine Blicke auf sich zogen wie ein Magnet die Büroklammern.

Borgward Isabella
Borgward Isabella

Da war zum einen der weiße Borgward Isabella. Ein Traum in Weiß! Man stand davor und erwartete förmlich, dass gleich ein Wirtschaftswunder-Paar in Anzug und Petticoat aussteigt, um zum Tanztee zu fahren. Die Linienführung war so makellos, dass man sich fast nicht traute, zu nah heranzugehen – aus Angst, der eigene Atem könnte einen Fleck auf dem Lack hinterlassen. Ein Auto, das nicht einfach nur fährt, sondern flaniert.

Citroën DS 21 Cabriolet
Citroën DS 21 Cabriolet

Und dann, als wäre das noch nicht genug des Guten, stand dort – wie aus einer anderen Galaxie gelandet – das rote Citroën DS 21 Coupé. Die “Göttin” in leuchtendem Rot. Wenn der Borgward der charmante Klassiker ist, dann ist die DS das futuristische Raumschiff aus dem Paris der späten 60er Jahre. Allein die hydropneumatische Federung, die das Auto so elegant in die Knie gehen lässt, sorgt bei so manchen Oldtimer-Fans für mehr Herzklopfen als ein erstes Date. Das leuchtende Rot in der Krefelder Sonne? Ein absoluter Eye-Catcher.

Das Campus Culture wäre aber nicht das Campus Culture, wenn es nur ums Anschauen ginge. Das Herzstück ist die Gemeinschaft aus Besitzern und Besuchern. Man beobachtete Besitzer, die ihre Schätze mit einer Hingabe pflegten, für die andere einen Therapeuten aufsuchen würden, während daneben der fachmännische Austausch über “den letzten Ölwechsel” oder “die Tücken der Ersatzteilbeschaffung” zelebriert wurde.

Zwischen den glänzenden Chromstoßstangen wehte der obligatorische Duft von Bratwurst, Kuchen und Kaffee – eine Kombination, die so fest zum Oldtimer-Kult gehört wie das Knattern der Motoren. Es wurde gelacht, gestaunt und sich gegenseitig zu den automobilen Zeitkapseln gratuliert.

Mein Fazit: Zeitlose Schönheit gewinnt immer

Gestern in Fichtenhain hat man wieder einmal gesehen: Autos mit Ecken, Kanten und vor allem mit einer Seele haben einfach mehr zu erzählen als die modernen, computergesteuerten Autos, die uns heute im Alltag begegnen.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihren Borgward, ihre DS oder ihren ganz persönlichen Schatz aus der Garage geholt und im Campus Fichtenhain, Krefeld geparkt haben. Ihr habt den Samstag zu einem kleinen Fest der Ästhetik gemacht.

Anbei noch ein paar Eindrücke vom Campus Culture am 13.06.2026:


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La Chouffe – der freche Gnom aus den Ardennen

Wenn Du jemals durch die belgischen Ardennen gewandert bist – oder einfach nur an einem wirklich guten Bierregal vorbeigekommen bist, ist Dir sicher schon einmal ein kleiner, bärtiger Kerl mit einer roten Zipfelmütze auf einer Bierflasche begegnet. Nein, ich rede nicht vom Weihnachtsmann im Sommerurlaub, sondern vom legendären Gnom von La Chouffe.

Heute tauchen wir ein in die Welt dieses goldgelben Kultgetränks. Warum ist La Chouffe nicht nur ein Bier, sondern ein Lebensgefühl? Schnapp dir ein Glas (idealerweise das bauchige Original), und lass uns anstoßen!

1. Ein Gnom mit Geschmack

Die Geschichte von La Chouffe begann 1982 in der kleinen Brauerei Brasserie d’Achouffe. Zwei Schwager hatten eine Vision: Sie wollten ein Bier brauen, das so charakterstark ist wie die wilde Landschaft der Ardennen. Das Ergebnis? Ein belgisches Starkbier (Blond) mit stolzen 8% Alkoholgehalt. Aber Vorsicht: Die Leichtigkeit, mit der es die Kehle hinunterfließt, ist gefährlich! Es ist würzig, fruchtig und hat eine subtile Koriandernote, die den Gaumen tanzen lässt.

2. Warum La Chouffe einfach „anders“ ist

Was unterscheidet das goldene Elixier von den unzähligen anderen belgischen Bieren? Die Farbe: Es ist naturtrüb, leuchtend goldgelb – wie ein Sonnenuntergang in einem Glas. Der Geschmack: Eine perfekte Balance. Es ist nicht zu bitter, nicht zu süß, sondern besitzt eine feine Würze, die perfekt zu deftigem Essen oder einfach nur zu einem guten Gespräch auf der Terrasse passt. Der Gnom-Faktor: Mal ehrlich, das Branding ist genial. Wer kann einem Bier widerstehen, dessen Maskottchen ein kleiner Gnom ist, der mit einer Bierflasche durch den Wald spaziert?

3. Die Kunst des Einschenkens

Ein La Chouffe genießt man nicht aus der Flasche (es sei denn, man ist auf dem Gipfel eines Berges). Das La-Chouffe-Glas ist bauchig und konisch geformt, um die Aromen perfekt zu entfalten.

Pro-Tipp vom Gnom:

Schenke es langsam ein, halte das Glas schräg und richte es erst gegen Ende auf, um die perfekte Schaumkrone zu erzeugen. Die Hefe am Boden der Flasche ist übrigens Geschmacksträger – schwenke den letzten Schluck sanft auf und gieße ihn als „Würz-Finish“ mit hinein!

Fazit: Zeit für ein „Chouffe-Moment“

Ob Du nun ein erfahrener Craft-Beer-Connaisseur bist oder einfach nur den Feierabend einläuten willst: La Chouffe ist der beste Beweis dafür, dass man das Leben nicht zu ernst nehmen sollte. Es ist unkompliziert, es hat Charakter, und es zaubert einem bei jedem Schluck ein kleines Lächeln ins Gesicht.

Also, wenn du das nächste Mal vor dem Bierregal stehst und Dich zwischen langweiligen Standard-Pilsnern entscheiden musst – wähle den Gnom. Deine Geschmacksnerven werden es Dir danken.




Coffee To Go – flüssiges Statussymbol im Pappbecher

Als ich vor einigen Tagen morgens zur Arbeit fuhr, kam aus einer Seitenstraße fast unbemerkt, quasi aus dem „Off“ eine junge Frau, die so ziemlich jedes gängige Klischee erfüllte: adrett frisiert, ein schwarzes Kostüm, darunter ein weißes Blüschen und in der Hand einen Coffee To Go. Sie war so dermaßen unscheinbar, sie ist mir nur aufgefallen, weil sie kurz stolperte und sich fast die ganze Brühe aus ihrem Pappbecher über das schmucke Kostüm gekleckert hätte. Wir beobachten das des öfteren : ein Schritt zu schnell, ein Deckel zu locker, und plötzlich wird aus uniformer Business-Kleidung ein individuelles Kunstwerk.

Es gibt drei Dinge, die diese „modernen“ Menschen ausmachen: WLAN, Lieferando und Coffee to go. Ohne diese Trias würden derartige Durchschnittsbüromenschen vermutlich zu Grunde gehen, in der Wildnis verhungern, verdursten oder – schlimmer noch – offline sein.

Coffee to go ist längst kein Getränk mehr, sondern ein Accessoire. Er wird nicht gekauft, um ihn zu trinken – nein! – er wird getragen wie eine Valentino-Handtasche oder wie eine Monstranz bei der alljährlichen Fronleichnamsprozession. Man balanciert ihn stolz durch die Fußgängerzone, leicht angewinkelt, damit das Logo des hippen Coffeeshops auch im Vorbeigehen die maximale Aufmerksamkeit entfaltet. Seht her: Ich habe keine Zeit, mir meinen Kaffee selbst aufzubrühen, ich kann und muss ihn für eine Mörderkohle im angesagten Coffeeshop kaufen. Der Inhalt? Irrelevant. Ob Latte Macchiato, Triple Caramel Pumpkin Spice Unicorn Latte, HimalayanDeCaff mit Hafermilch, Eau de Toilette und Sojasahne oder im schlimmsten Fall einfach nur Kaffee – Hauptsache, man trägt den Lifestyle wie eine Monstranz oder einen Wanderpokal vor sich her.

Natürlich ist der Coffee to go zugleich auch ein messerscharfes soziales Statement. Wer ihn trägt, signalisiert: „Ich bin busy. Ich habe keine Zeit, wie normale Menschen zu sitzen und Kaffee zu trinken. Ich laufe, während ich schlürfe, weil jede Sekunde zählt.“ Ironischerweise führt dieses Power-Walking mit Koffeinbecher dann häufig dazu, dass man mehr Zeit damit verbringt, den Schaum von der Jacke zu tupfen, als man beim Sitzen im Café je verloren hätte.

Und wie ist das ganze nun geschmacklich einzuordnen? Für sechs bis acht Euronen bekommt man eine Brühe der Mittelmäßigkeit. Es schmeckt alles nicht so, wie es zunächst klingt. Ein Latte Macchiato klingt wie die Ouvertüre zu einer Verdi-Oper, verkommt aber zur Mundwasserspülung beim örtlichen Zahnarzt. Ein Cappuccino klingt wie ein Sonnenuntergang an der Amalfi-Küste, ist aber in Wirklichkeit ein „Shit, das nächste Teams-Meeting wartet bereits“. Am ehrlichsten ist immer noch ein Espresso, klein, stark, schwarz und ohne Firlefanz, ein kleiner, brutaler rechter Aufwärtshaken mitten zwischen die Zähne, der einfach nur sagt: „Komm klar, Du Lappen“. Alles andere ist nur parfümiertes Theater mit Schaum, Zimt und Zucker.

Coffee To Go ist nichts anderes ist als ein Spiegel unserer Gegenwart: Wir trinken im Grunde nicht mehr, wir halten etwas fest, wir genießen nicht mehr und nehmen uns fünf Minuten Zeit, wir rennen nur noch rastlos durch die Weltgeschichte herum. Am Ende bleibt nur ein Pappbecher übrig, der sich schneller auflöst als die Hoffnung, den Tag halbwegs normal, ohne nervenaufreibenden Stress und bekleckerten Designer-Klamotten zu überstehen.




Kleine Geste, große Wirkung

Im Alltag eines Geschäfts geht es oft um Waren, Preise, Angebote und Beratung. Doch manchmal entstehen genau zwischen all dem die kleinen Momente, die lange im Gedächtnis und im Herzen bleiben.

Heute kamen zwei junge Mädchen in ein Deko-Geschäft, in dem wir gerade eine Tage zuvor bestellte Jardinière (Blumenbehälter) abholten.

Augenscheinlich kamen die jungen Mädchen diesmal nicht, um etwas zu kaufen, sondern einfach, um sich noch einmal herzlich für das Lederarmband, das sie zuvor kauften und die freundliche Beratung zu bedanken.

Diese ehrliche Wertschätzung hat uns wirklich berührt, insbesondere, da es sich um Jugendliche im Alter von vielleicht 13 Jahren handelte. Gerade in einer Zeit, in der vieles schnell und selbstverständlich geworden ist, zeigen solche Begegnungen, wie viel Freundlichkeit und Aufmerksamkeit bedeuten können – augenscheinlich auf beiden Seiten, da sich die Verkäuferin ebenfalls sehr freute.

Es sind oft nicht die großen Ereignisse, die einen Tag besonders machen, sondern die kleinen Gesten: ein ehrliches Dankeschön, ein Lächeln oder ein kurzer Besuch, der zeigt, dass etwas in Erinnerung geblieben ist.

Solche Momente erinnern uns daran, warum persönlicher Kontakt und echte Begegnungen im Einzelhandel so wertvoll sind. Und sie zeigen, dass auch ein kleines Lederarmband manchmal mehr sein kann als nur ein Accessoire – nämlich eine schöne Erinnerung.




Krefelder Tradition: Das Oldtimer-Treffen auf der Rennbahn

Es gibt Orte, die versprühen schon von Natur aus einen ganz besonderen, historischen Charme. Die Krefelder Rennbahn im Stadtwald ist genau so ein Juwel. Doch wenn der vertraute Sound von blubbernden V8-Motoren, das feine Schnurren alter Boxer-Motoren und der Duft von Benzin und Politur die Luft erfüllen, dann weiß jeder Oldtimer-Fan am Niederrhein: Die Oldtimer-Freunde Egelsberg haben wieder gerufen!

Das traditionelle Treffen an der Rennbahn ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein fester Pflichttermin im Kalender für alle, die ihr Herz an das „alte Blech“ verloren haben.

Wer am Sonntag das Gelände der Rennbahn betritt, begibt sich auf eine Zeitreise. Flankiert von den wunderschönen, historischen Holztribünen reiht sich hier ein Schätzchen an das nächste. Das Besondere an den Treffen der Oldtimer-Freunde Egelsberg? Die bunte Vielfalt!

Hier gibt es keine Berührungsängste zwischen High Society und Alltagshelden vergangener Tage. Da steht der perfekt restaurierte Mercedes-Benz Pagode direkt neben einem liebevoll gepflegten VW Käfer. Ein Stück weiter zieht ein amerikanischer Straßenkreuzer mit riesigen Heckflossen die Blicke auf sich, während daneben ein uriger Traktor oder ein rares Vorkriegsmodell die Technikgeschichte lebendig werden lässt.

Ob Schrauber-Profi oder begeisterter Laie – hier kommt man sofort ins Gespräch. „Welches Baujahr?“, „Wo hast du die Ersatzteile her?“ oder einfach nur ein nostalgisches „So einen hatte mein Opa auch!“ hört man an jeder Ecke. Die Verbindung aus historischer Architektur, sattem Grün und glänzendem Chrom bietet Fotografen und Besuchern Motive am laufenden Band. Kein Stress, keine Pokaljagd – einfach Gleichgesinnte treffen, staunen und die Seele baumeln lassen. Auch wenn das Wetter an diesem Sonntag etwas zu wünschen übrig lies, konnte man dennoch wieder einige Juwelen entdecken, die hier noch nie oder selten zu sehen waren

Ein großes Dankeschön gilt den Oldtimer-Freunden Egelsberg, die dieses Event mit viel Herzblut, ehrenamtlichem Engagement und Liebe zum automobilen Kulturgut organisieren. Sie sorgen dafür, dass die Krefelder Street-Culture um ein echtes Highlight reicher ist.


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Treuhand bis in den Tod

Am 1.April 1991 wurde Detlev Karsten Rohwedder, der damalige Präsident der Treuhandanstalt in seinem Haus in Düsseldorf durch einen präzisen Schuß getötet. Die Tat gehört bis heute zu den rätselhaftesten politischen Attentaten der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wer jetzt nicht mehr weiß, wer oder was die Treuhandanstalt war, hier eine kurze Erklärung. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde die Treuhandanstalt als Anstalt des öffentlichen Rechtes mit dem Ziel gegründet, die volkseigenen Betriebe der damaligen DDR nach den Maßgaben des Kapitalismus zu sanieren und zu privatisieren. Darüber hinaus konnte sie Betriebe verkaufen oder im schlimmsten Fall schließen. Im Umfeld der Treuhand kam es zu Wirtschaftskriminalität und Fördermittelmißbrauch. Die Treuhandanstalt existierte bis 31.12.1994, danach wurde sie in Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben umbenannt.

Detlev Karsten Rohwedder war zu der Zeit kein Unbekannter. Im Jahr 1983 errang er in der damaligen Bundesrepublik hohe Bekanntheit und hohes Ansehen durch die Sanierung des Hoesch-Konzerns. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl setzte sich für Rohwedder als Leiter der zu gründenden Treuhandanstalt ein, obwohl dieser Sozialdemokrat war. Es wird bisweilen unterstellt, dass Kohl hier in voller Absicht derart handelte, da bei einem Scheitern Rohwedders und/oder der Treuhand ein nicht unerheblicher Teil der Schuld der SPD hätte in die Schuhe geschoben werden können. Am 3.Juli 1990 wurde Detlev Karsten Rohwedder durch den Ministerrat der damaligen DDR zum Leiter der Treuhandanstalt berufen. Rohwedder sprach von „einer Aufgabe von nahezu furchterregender Dimension“. Er hatte den Auftrag, eine ganze Volkswirtschaft zu privatisieren. Ein Auftrag, der eigentlich gar nicht auszuführen war…. Als Treuhandchef ist der einst als Jobretter gefeierte Topmanager nun zum “Buhmann der Nation” geworden.

Am 1.April 1991 sitzt Rohwedder in den späten Abendstunden am Schreibtisch seiner Villa in Düsseldorf-Niederkassel mit Blick auf den Rhein. Als er von seinem Schreibtisch aufstand, traf ihn der tödlich Schuß in den Rücken. Ein weitere Schuß traf seine Frau Hergard in den Arm, ein dritter Schuß traf das Bücherregal des Arbeitszimmers. Die Rekonstruktion der Tat durch die Ermittlungsbehörden ergab, dass Rohwedder aus der gegenüberliegenden Schrebergartenkolonie aus 63m Entfernung mit einem Schnellfeuergewehr des belgischen Typs Fusil Automatique Léger (FAL) getötet wurde. Das Projektil vom NATO-Standardkaliber 7,62 Millimeter zerfetzte sowohl die Aorta als auch die Luft- und Speiseröhre des 58-Jährigen, der daraufhin in Sekundenschnelle verblutete. An dieser Stelle wurde am 6.April 1991 ein Bekennerschreiben der RAF gefunden, welches von den Ermittlungsbehörden als echt eingestuft wurde. Zur Begründung hieß es in dem Bekennerschreiben, der „brutale sanierer“ sei „seit zwanzig jahren in schlüsselfunktionen in politik und wirtschaft“ tätig gewesen und danach zum „bonner statthalter in ost-berlin“ aufgestiegen, wo er „die wirtschaft der ex-ddr genauso wie die sozialen strukturen dort“ systematisch habe zerstören sollen.

Neben dem Bekennerschreiben fanden die Ermittler dort einen Plastikstuhl, einen Feldstecher, drei Patronenhülsen und ein Handtuch. Drei dort ebenfalls gefundene Zigarettenkippen wurden von einem Menschen mit der Blutgruppe A geraucht. An dem Handtuch wurde ein Haar gefunden, dass später dem 1993 in Bad Kleinen getöteten, mutmaßlichen RAF-Mitglied Wolfgang Grams zugeordnet werden konnte, jedoch nicht die Zigarettenkippen. Dieses Haar ist der einzige forensische Ansatz der Ermittlungen. Dieser läßt lediglich den Schluß zu, das Grams entweder am Tatort war oder Kontakt zu dem oder den Tätern hatte. Die Aservate im Fall Rohwedder wurden später mit den neuen Techniken zur DNA-Analyse erneut untersucht, ein weiterer Durchbruch wie im Fall des Haares von Wolfgang Grams blieb jedoch aus. Die Bundesanwaltschaft schweigt sich bis heute darüber mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen aus, ob die Zigarettenkippen mit Spuren der Blutgruppe A zu Birgit Hogefeld, die bei dem Einsatz in Bad Kleinen festgenommen und später verurteilt wurde, gehören. Die Zigarettenkippen wurden in den 1990er Jahren verbraucht, ohne dass moderne DNA-Spurenanalytik angewendet wurde – eine heute nicht wiederholbare Lücke. Birgit Hogefeld befindet sich mittlerweile auf freiem Fuß und schweigt ebenfalls zu den Ermittlungen im Falle Rohwedder.

Das Ehepaar Rohwedder war sich bewusst, dass es gefährdet war. Hergard Rohweddder bat vergeblich wenige Tage vor dem Attentat die Polizei für mehr Schutz zu sorgen. Sie berichtete von anonymen, nächtlichen Telefonanrufen und Unbekannten, die an der Haustür klingelten und anschließend nicht mehr auffindbar waren. Vermutlich hatten der oder die Täter genaue Kenntnisse der Sicherheitseinrichtungen des Hauses der Familie Rohwedder. Im Gegensatz zu dem unteren Stockwerk waren die Fenster im Arbeitszimmer nicht aus Panzerglas.

Die Ermittlungen im Tötungsdelikt gegen Detlev Karsten Rohwedder werden von der Bundesanwaltschaft auf Grund der Annahme, dass es sich um einen politischen Mord handelt nach wie vor unter dem Aktenzeichen 2 BJs 62/91-2 gegen „Unbekannt“ geführt. Im Fachjargon redet man von einem „Cold Case“. Ebenso sind auch die Morde an dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen und dem Diplomaten Gero von Braunmühl bis heute nicht aufgeklärt, geschweige denn, dass jemals eine tatverdächtige Person festgenommen wurde.

Alle diese Verbrechen werden der Dritten Generation der Rote Armee Fraktion (RAF) zugeschrieben, da diese sich offensichtlich zu den Taten bekannte. Kein mutmaßliches Mitglied dieser Dritten Generation der RAF ist bis heute dieser Verbrechen überführt und verurteilt worden.

Angesichts der dürftigen Beweislage wurden einige Zweifel an der Täterschaft der RAF laut, zumal die damals angeblich aktive sogenannte dritte Generation der RAF nur als kaum zu greifendes Phantom galt. Selbst heute kennt die Bundesanwaltschaft nicht einmal die Hälfte der Mitglieder dieser mutmaßlichen dritten Generation namentlich. Von den Morden, die ihr außer dem Attentat auf Rohwedder noch zur Last gelegt werden, konnte lediglich die Erschießung des GSG-9-Mannes Michael Newrzella durch Grams bei dem Einsatz 1993 in Bad Kleinen zweifelsfrei aufgeklärt werden.

An einer Durchführung der Tat oder einer Tatbeteiligung der RAF kamen recht zügig Zweifel auf. Zunächst braucht es einen Schützen der fähig ist, auf 63m Entfernung in der Dunkelheit einen tödlichen Schuß abzugeben. Es muss sich demnach um eine in der Tötung von Menschen erfahrenen Person handeln. Wenn das zutrifft, stellt sich die Frage, warum diese Person am Tatort eine Plastikstuhl, Zigarettenkippen und ein Handtuch mit einem eindeutig zu identifizierenden Haar hinterlässt. Für eine solche Version eines „Profis“ spricht ebenfalls, dass der Täter trotz einer sofortigen Ringfahndung bis heute unerkannt entkommen konnte. Bei einem Attentat sind zwei Dinge von essentieller Bedeutung: Die Zielpersonen muss sofort ausgeschaltet werden und der Täter muss unerkannt entkommen können, um keine Rückschlüsse auf die Hintergründe, bzw. mutmaßliche Auftraggeber ziehen zu können. Weiterhin gilt es ebenso, unter allen Umständen Spuren jeglicher Art zu vermeiden. Zu alldem sind in der Regel nur „Profis“ in der Lage, also Menschen, die mit dem gezielten Ausschalten ihrer Opfer eine gewisse Erfahrung haben. Es bleibt die Frage, ob die der Dritten Generation der RAF zugerechneten Personen (Grams, Hogefeld, etc.) dazu befähigt waren oder sind. Darüber hinaus stellt sich ebenfalls die Frage, warum am Tatort dennoch Spuren gefunden wurden und ein Bekennerschreiben dort lag. Alle diesbezüglichen Vermutungen sind jedoch bis heute weder bestätigt noch widerlegt. Birgit Hogefeld äußerte sich 2010 lediglich zu den möglichen Motiven der RAF: „Die RAF hatte keinerlei Interesse daran, Rohwedder zu töten.“ und „ Er war in der Linken nicht unbeliebt – eher als jemand, der versuchte, den Osten nicht kaputt zu machen.

Kurz nach der Tat fiel ein Verdacht auf Mitarbeiter des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR. Diese hatten sowohl die logistischen Möglichkeiten als auch ein Motiv, das darin bestand, dass die Treuhand unter Rohwedder eventuell das verschwundene Parteivermögen der SED aufspürt. Es soll sich dabei um ungefähr 800 Millionen D-Mark gehandelt haben. Im gleichen Zuge kam der Verdacht auf, dass die Stasi dieses Geld „beiseite geschafft“ haben soll und mit dem Attentat auf Rohwedder die Suche danach unterbinden wollte. Als möglicher Drahtzieher wurde unter anderem Ralf-Peter Devaux genannt. Der ehemalige Stasi-Offizier klagte erfolgreich gegen alle und jeden, die ihn mit dem Anschlag in Verbindung zu bringen versuchten.

Spekuliert wurde ebenfalls über einen sogenannten einsamen Wolf (lone wolf) aus der ehemaligen DDR mit militärischer Ausbildung als Scharfschütze, der den Treuhandchef Rohwedder wegen dessen Vorreiterrolle bei der Abwicklung der DDR-Wirtschaft ermordet haben soll. Immerhin hatte die Treuhand damals die Verantwortung für knapp 14.600 vormalige volkseigene Betriebe mit rund vier Millionen Beschäftigten.

Die US-amerikanischen Enthüllungsautoren John Perkins und Fletcher Prouty, sowie Wirtschafts- und Geheimdienstexperten verwiesen auf Verwicklungen der CIA in das Attentat. Rohwedder war bekannt dafür, dass er zunächst dazu tendierte, die Betriebe der ehemaligen Betriebe der DDR zu sanieren anstatt zu verkaufen oder stillzulegen. Er beabsichtigte gar, die Mitarbeiter zu Eigentümern an den Betrieben zu machen. Das war weder im Sinne derer gewesen, die beim Verkauf der Betriebe ein „Schnäppchen“ hätten machen wollen, noch derjenigen, die kein Interesse daran gehabt hätten, wenn eine derartige Beteiligung der Mitarbeiter zu einem Präzedenzfall mit Vorbildwirkung auf die alten Bundesländer oder andere westlichen Staaten geworden wäre. Es sei noch angemerkt, dass die Nachfolgerin des Sozialdemokraten Rohwedder, die Christdemokratin Birgit Breuel eine deutlich härtere und weniger soziale Gangart an den Tag legte. Anstatt behutsam zu sanieren wurde unter ihrer Ägide bei der Treuhand nach der Maxime „schnell privatisieren“ gehandelt. Birgit Breuel war zudem Mitglied des Vereins Die Atlantik-Brücke e.V., welcher als Verein im Jahr 1952 mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland zu schlagen.

Für all diese Verdächtigungen und Vermutungen jenseits einer Tatbeteiligung der RAF gibt es jedoch bis heute keinerlei Beweise.

Zu dem Mordanschlag auf Detlev Karsten Rohwedder gibt es vom ZDF einen sehr interessanten Zweiteiler mit dem großartigen Ulrich Tukur in der Hauptrolle, der sich lose an den Geschehnissen orientiert und die Abläufe frei interpretiert. Es ist kein Werk über das letzte Gefecht des Linksterrorismus, sondern es sät Zweifel an jeglicher Art ideologischer Gewalt. Zweifel an der gängigen Theorie einer RAF-Täterschaft lassen dieses Werk zwar in die Nähe von Verschwörungstheorien entgleiten, aber macht es auch zu mehr als nur Geschichtsfernsehen, zudem mit einem guten Unterhaltungswert.

Am Ende stellt sich bei derartigen Ereignissen im die Frage Qui bono – wer zieht einen Nutzen daraus? Die RAF lehnte jede Form des Kapitalismus ab, somit und auf Grund des Bekennerschreibens sind sie natürlich die „ersten“ Tatverdächtigen. Rohwedder vorrangiges Ziel war es jedoch, die marode Wirtschaft der ehemaligen DDR zu sanieren und die Menschen in Arbeit zu halten. Ihm lag es fern, die dortigen Betriebe zu „verscherbeln“ und Spekulanten zu überlassen. Im Grunde überwogen also sozial-marktwirtschaftliche Aspekte, die sich nicht zwingend mit rein kapitalistischen Interessen deckten. Nutznießer der seit Rohwedders Tod konsequent verfolgten Privatiesierungsstrategie seiner Nachfolgerin Brigit Breuel waren insbesondere große Konzerne.

Die größten Profiteure der Wiedervereinigung waren westdeutsche (und teilweise) internationale Großkonzerne wie Volkswagen, Opel (damals GM), BMW, Siemens, RWE, E.ON, Vattenfall, Edeka, Aldi, Lidl, Rewe, Nestlé, Coca-Cola, Procter & Gamble, sowie Beratungsfirmen wie PwC, KPMG, Deloitte, McKinsey und Roland Berger, die schnell Marktanteile in Ostdeutschland sichern konnten – oft gestützt durch staatliche Subventionen, Privatisierungen und günstige Arbeitskosten, bzw. Verträgen zur Umstrukturierung und Strukturplanung der ostdeutschen Wirtschaft. Ostdeutsche Unternehmen hingegen verschwanden in diesem Zuge weitgehend – mit gravierenden Folgen für Beschäftigung und Vermögensverteilung.

Rohwedder hatte sich unter Ostdeutschen Respekt erarbeitet – vor allem, weil er die Privatisierung mit sozialem Augenmaß gestalten wollte. Er plante, wie bereits erwähnt, Betriebe nicht nur an Westinvestoren zu verkaufen, sondern teilweise auch Belegschaftsmodelle zu fördern. Viele Ostdeutsche trauten ihm mehr Gerechtigkeit zu als seiner Nachfolgerin. Nach dem Attentat wuchs das Misstrauen gegenüber der Treuhand. Rohwedders Nachfolgerin, Birgit Breuel, galt als wirtschaftsliberaler und marktorientierter. Die Treuhand wurde zunehmend als Instrument des Ausverkaufs wahrgenommen, nicht mehr als Garant für einen sozialverträglichen Umbau. Das Vertrauen in den Vereinigungsprozess litt – der Mord galt als Symbol für die Härte und Gewalt des Umbruchs.




Danke für die Musik, Rick Davies

Am 6.September 2025 ist der Gründer der legendären Band Supertramp im Alter von 81 Jahren in seinem Haus in Long Island verstorben. Eine ausführliche Biografie über Rick Davies und Supertramp möchte ich mir an dieser Stelle sparen, das Internet bietet hier reichhaltige Ressourcen. Rick Davies und seine Band Supertramp sind bis heute ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich möchte Dir hier erzählen, wie es dazu gekommen ist und einfach nur Danke sagen an einen Musiker, der mich seit frühester Jugend bis heute begleitet hat.

Mit Rick Davies ist leider endgültig ein Teil meiner Jugend abgeschlossen; ein immerwährender Wunsch auf eine Reunion meiner Lieblingsband mit dem ehemaligen Sänger, Gitarristen und Keyboarder Roger Hodgson ist und bleibt somit unerfüllt.

Supertramp ist seit 1980 eine meiner Lieblingsbands. Ihre Songs begleiten mich über 45 Jahre und helfen mir in so ziemlich jeder Lebenslage. Jedoch war es ein weiter Weg, den Supertramp bei mir hatten, um zur Lieblingsband zu werden.

Im Jahr 1979 bekamen wir einen neuen Mitschüler aus Düsseldorf in unsere Klasse – wir wurden schnell Freunde (und sind es bis heute noch!). In dieser Zeit war ich öfter bei ihm zu Hause und er hatte eine eigene Stereo-Anlage und sogar ein Tonbandgerät! Im Jahr 1980 holte er ein Doppel-Album hervor, dessen Cover eine knallbunte Zeichnung des Eiffel-Turms auf lila Hintergrund war und den schlichten Namen der betreffenden Stadt trug – Paris. Es war ein Live-Album einer Band, die ich bis dato nicht kannte. Es lief rauf und runter, von rechts nach links, von oben bis unten. Und ich konnte nichts damit anfangen! Im Innencover war die Band auf dem Weg zur Bühne abgebildet. Allesamt mit langen Haaren und mit Bärten. John Helliwell, der Saxophonist, trug ein buntes Jacket, das zwei Nummern zu groß war und an Peter Frankenfeld erinnerte. Roger Hodgson sah mit seinen weißen Klamotten aus wie ein Späthippie. Schlagzeuger Bob Siebenberg mit Zigarette sah aus, als ob er auf dem Weg in eine Kneipe war und Bassist Dougie Thompson erinnerte mich irgendwie an Poppeye, den Seemann ohne Furcht und Tadel. Rick Davies, mit weißem Hemd und schwarzer Jacke sah, bis auf die langen Haare, am normalsten aus.

Die Musik konnte ich anfangs nicht richtig einordnen. Ein merkwürdiges, hölzern klingendes elektrisches Klavier gab es da (das Wurlitzer A200-Piano). Die Gitarren, wenn vorhanden, spielten eher im Hintergund oder bisweilen ein Solo. Und da war noch John Helliwells Saxophon – war das jetzt Jazz? Richtige Ohrwürmer konnte ich auch nicht ausmachen und der Chorgesang klang zuweilen so kreischend wie die Beach Boys. Ich ließ das alles über Monate hinweg über mich ergehen. Mehr aus Höflichkeit nahm ich eine kopierte Kassette meines Freundes von Breakfast In America mit nach Hause.

Ein paar Wochen später, es war ein lauer Sommerabend, soweit ich mich erinnere, warf ich diese Kassette in den Rekorder und spielte sie ab. Der Sound war bei weitem nicht so roh, sondern viel „polierter“, wie viele Alben Ende der 70er Jahre. Schon der Eingangssong, Gone Hollywood, vorgetragen von Rick Davies ließ mich dann doch etwas staunen. Die Atmosphäre dieses Stückes ließ mich damals wirklich mitten in (einem bis dato imaginären) Hollywood stehen. So musste es sich anfühlen, wenn man den sagenumwobenen Sunset Boulevard herunterfährt (was sich knapp 25 Jahre bestätigen sollte). Das Album hatte mich gefangen. Es gab rockige Stücke, Balladen, ein wenig Jazz und mit Child Of Vision wohl eines der herausragendsten Piano-Solos der Rockgeschichte (den Gerüchten nach von Rick Davies in einem Take aufgenommen). Dieses Album stellte ich mir als junger Teenager als idealen Soundtrack zu eine imaginären Reise durch Kalifornien vor.

Da ich zu dieser Zeit anfing, Keyboard zu spielen, faszinierte mich zunächst der Einsatz dieser Instrumente bei Supertramp. Als ich mir ein paar Noten davon besorgte, stellte ich fest, wie komplex die Musik war, insbesondere die rhythmischen Pianofiguren sowohl auf dem Flügel als auch auf dem Wurlitzer A200 E-Piano. Auch die Harmonien waren sehr komplex, ich lernte Akkorde kennen, von denen ich gar nicht wußte, das sie existieren.

Anfang 1982 sparte ich mein gesamtes Taschengeld, um mir für sagenhafte DM 24,95 das Live-Album Paris zu kaufen. Es lief von nun an bei mir ebenfalls rauf und runter, von links nach rechts und von oben nach unten. Ich besitze es heute noch. Beeindruckend ist neben der Musik die immer noch herausragende Klangqualität, an die weder die CD noch High Quality Streaming heranreichen.

1983 erschien dann das für mich lang erwartete, neue Album Famous Last Words – ein merkwürdiger Titel. Es lief ebenfalls rauf und runter, von links nach rechts und von oben nach unten, wobei die Hit-Single It‘s Raining Again“ für mich das schwächste Stück des Albums war. Herausragend war für mich Rock Davies’ Abgesang auf die aktuelle Musik, Waiting So Long, mit einem epischen, an Pink Floyd erinnernden Gitarrensolo. Kurz nach Veröffentlichung des Albums wurde bekannt, dass Roger Hodgson die Band nach einer ausgedehnten Abschiedstournee verlassen wird. Eine Welt brach für mich zusammen, meine bis dato erste und einzige Lieblingsband sollte aufhören, in ihrer momentanen Form zu existieren, wenn gleich Rick Davies bekannt gab, dass es Supertramp weiterhin geben würde. Ich wäre liebend gerne am 17. Juni 1983 beim Abschiedskonzert in Köln dabei gewesen. An diesem Tag feierte meine Patentante jedoch ihren 60.Geburtstag – Family First!

Im Jahr 1984 wurde jedoch ein Konzert in München im ZDF ausgestrahlt – mit einem Kassettenrekorder und Überspielkabel konnte ich es für die Ewigkeit aufbewahren.

Supertramp in der klassischen Besetzung war immer der Gegensatz der beiden Songschreiber Rick Davies und Roger Hodgson. Hodgson schrieb die melodiöseren, charttauglicheren Stücke, Davies die insgesamt rockigeren Stücke mit einer Portion Rhythm `n Blues und Jazz-Einflüssen. Genial illuminiert wurden die Stücke von Saxophonist John Helliwell und rhythmisch leichtfüßig zusammen gehalten von Dougie Thompson am Bass und Bob Siebenberg an den Drums.

Im Gedächtnis vieler war und ist Roger Hodgson der prägende Kopf der Band, gehen doch die meisten Hits der Band auf sein Konto. Rick Davies hat die Band jedoch gegründet, geformt und entwickelt. Sein stakkatohaftes Spiel auf dem Wurlitzer E-Piano ist charakteristisch für den Sound der Band. Insbesondere die Alben nach 1983 und ohne Roger Hodgson zeigen die enorme stilistische Vielfalt von Rick Davies, auf den „Famous Last Words“ folgenden Alben gab es vom Prog-Rock über Pop im Stile der späten 80er Jahre bis hin zum Blues-Rock mit Jazz-Einflüssen so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Leider blieben Rick Davies und Supertramp der Erfolg der späten 70er und frühen 80er Jahre verwehrt.

Was ist im Laufe der Jahre aus meinem Freund und mir geworden? Wir sind immer noch befreundet, obwohl sich unser Leben unterschiedlich entwickelt hat; wir sehen uns nicht mehr so oft wie früher. Wenn heute einer von uns ein Supertramp-Song zitiert, weiß der andere automatisch ein weiters Zitat hinzuzufügen. Als ich ihm vom Tode Rick Davies berichtete, war er ebenso erschüttert wie ich. Die Songs, Melodien und Texte sind immer noch unser Kompass.

Yes, the good old days- but, there’s no more time, reminiscences are shattered by the roar of 8,000 voices, the lights are down, the blue curtain begins its move as Rick puts the harmonica to his lips – Bon Soir Paris !

Dave Margereson, Text zu Paris, 1980

Auf Wiedersehen, Rick Davies, „Goodbye Stranger“, ruhe in Frieden!

Goodbye Stranger, Paris, 1979



E-Bike -stylisches Mofa oder Alltagsbegleiter?

Du denkst, E-Bikes sind nur was für Rentner mit Trekkinghosen und ’ner schmierigen Basecap unter dem schlecht sitzenden Helm? Falsch! Das E-Bike ist mittlerweile das Chamäleon der Mobilität: mal Sportgerät, mal Auto-Substitut , mal Brötchen-Flitzer oder Kinder-Taxi. Hier sind die besten Gründe, warum du dir schleunigst einen elektrifizierten Drahtesel gönnen solltest – natürlich, wie auch sonst, mit einem Augenzwinkern.

Vor kurzem habe ich mir endlich ein E-Bike zulegen können, da durch meinen Arbeitgeber die Voraussetzungen geschaffen wurden, ein sog. Jobrad zu leasen. Zuvor hatte ich immer ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Art von Mobilität. Ich bin doch gut bei Kräften, ich hab ’ne 21-Gang Schaltung an meinem Rad und mir fehlt hier nix, so what! Zu mehr als ca. 40 km langen Radtouren hat es dann aber nie gereicht. Als meine bessere Hälfte letztes Jahr ein E-Bike bekam, hat sich das Blatt jedoch gewandelt. So etwas wollte ich auch haben. Endlich einmal nicht nur um den Kirchturm herum radeln. Und vielleicht auch mal das geliebte Auto morgens stehen lassen und mit dem Rad zur Arbeit fahren …

Und siehe da, zunächst habe ich mich sogar dabei ertappt, samstags Morgens aufs E-Bike zu steigen um Brötchen beim Bäcker zu holen. Ein Einkauf, den ich bis dato immer mit dem Auto erledigt hatte. Es hat Spaß gemacht, ich brauchte mich nicht überwinden, es hat kein CO2 rausgehauen, ich hatte sofort einen Parkplatz, ich habe die alten Knochen bewegt, es war kurz und schmerzlos und ich habe mich gar ein wenig fitter gefühlt. Das Mettbrötchen war sogar ein wenig leckerer als sonst.

Am folgenden Montag war es dann soweit – Autoschlüssel und Auto von der Seite angeguckt und „bis später“ gesagt – rauf aufs Bike und ab zur Arbeit. Knapp 17 Kilometer, knapp 45 Minuten Fahrt. Was soll ich sagen – ich bin noch nie so entspannt zur Arbeit gekommen wie an diesem Montag. Natürlich geht man im fortgeschrittenen Alter nie unvorbereitet in den Ring, will heißen, ich habe mir zuvor auf dem Mobiltelefon in der App fürs E-Bike eine Route „zusammengeklickt“. Das Telefon ist mit dem Bordcomputer des Fahrrads gekoppelt und dieser zeigt die Navigation auf dem Display an. Im Grunde ist das wie früher „Malen nach Zahlen“ – vollkommen idiotensicher, Radfahren für Dummies. So idiotensicher, dass ich ein paar mal falsch abgebogen bin, da die Navi-App wirklich extrem genau ist, fast bis auf den Meter.

Auf der Rückfahrt war die gespeicherte Strecke allerdings schon wieder Makulatur. Wenn ich gleich rechts abbiege, ist das vielleicht eine Abkürzung oder landschaftlich schöner? Gesagt, getan, die Navigation passt sich an und führt mich sicher nach Hause. Dort angekommen, habe ich die Strecke aus dem Verlauf des Bordcomputers als neue Strecke gespeichert. Mittlerweile habe ich ein halbes Dutzend Routen zur Arbeit und von dort wieder nach Hause. Man fährt Strecken, bei denen man nie auf die Idee kommen würde, diese mit dem Auto zu fahren. Wenn man dann noch kurz eine Besorgung machen muss, gibt es nichts einfacheres, als das Rad vor dem Laden abzustellen, einzukaufen und weiterzufahren. Kein Stress bei der Parkplatzssuche und kein Ärger darüber, dass Chantal-Sunrise mit ihrem steuerbefreiten E-SUV wieder gefühlte drei Parkplätze belegt. Das Auto habe ich in dieser Woche übrigens nur zum Einkaufen benutzt, da frisches Obst und Gemüse in den Satteltaschen des Fahrrades bei dem Zustand der hiesigen Radwege zu Hause vermutlich als Babybrei ankommen würde …

Hier noch einmal die Vorteile aus meine Sicht in Kürze:

Der innere Schweinehund hat keine Chance

Berg hoch? Kein Problem. Gegenwind? Lachhaft. Dein innerer Schweinehund wird beim E-Bike einfach abgehängt. Statt keuchend zu schieben, fährst du fröhlich pfeifend vorbei – so entspannt, dass du noch nebenbei überlegst, was du zum Abendessen kochst.

Brötchen holen als Sport

Sonntagmorgen, Augen noch halb zu, aber der Magen schreit nach frischen Brötchen. Mit dem E-Bike wird die Fahrt zum Bäcker zur alltäglichen Mission Impossible: einsteigen, Knopf drücken, ab geht die Post. Du bist schneller zurück, als der Nachbar seinen Kaffee-Vollautomat im Werte eines kleinen Bordellbesuches eingeschaltet hat.

Entfernungen schrumpfen

„30 Kilometer zum See? Viel zu weit…“ – sagst du ohne E-Bike. Mit E-Bike wird daraus: „Ach klar, machen wir eben noch „mit der Kapp“ vor dem Abendessen.“ Plötzlich fühlt sich jede Tour an wie ein kleiner Ausflug statt wie ein Überlebenstraining.

Sportlich, aber clever

Ja, du trittst noch. Nein, es ist nicht faul. Ein E-Bike ist wie ein Personal Trainer, der dich anschiebt, wenn’s anstrengend wird, und dir trotzdem das Gefühl gibt, was geleistet zu haben. Ergebnis: Bewegung ohne Schweißausbruch .

Gut fürs Klima

Kein Stau, kein Parkplatz-Stress, keine Abgase. Stattdessen: frische Luft, gute Laune und neidische Blicke von Autofahrern, die im Stau stehen. Und mal ehrlich: Ein stylisches E-Bike wirkt mindestens genauso cool wie ein 2-Tonnen E-SUV – nur viel smarter.

Fazit:

Das E-Bike ist dein persönlicher Turbo fürs Leben. Es bringt dich weiter, schneller und entspannter – und macht jede Fahrt zur kleinen Alltagsabenteuerreise.

Also: Akku laden, rauf aufs Rad, Spaß haben!

Gibt’s sonst noch was zu beachten? Jo! Stell Dir vor, es gibt nicht nur E-Bike Fahrer auf dieser Welt. Es gibt auch noch Radfahrer, die einfach nur treten oder gar mittellose Fußgänger. Die sind langsamer! Ein E-Bike hat zwar mehr Drehmoment als ein Golf I aus dem Jahr 1974 oder ein noch betagterer VW Käfer, aber hier gibt es nicht nur zwei Geschwindigkeiten: schnell und schneller! Man kann auch ganz einfach vorausschauend oder etwas langsamer fahren, wenn man oben genannte Gattung Verkehrsteilnehmer vorfindet. Du bist keine Elite, nur weil Du von einem etwas mehr als faustgroßen Motörchen beflügelt wirst. Sei umsichtig, gut sichtbar und nutze die Klingel, wenn Du unbedingt vorbei willst. Sei kein Arschloch auf Rädern!




Makrofotografie

Vor etwa fünf Jahren habe ich mir ein Makro-Objektiv zugelegt – ein Sigma 105 mm F2,8 EX Makro DG OS HSM. Leider fristet es immer noch ein Schattendasein in meiner Objektiv-Sammlung. Heute habe ich es auf Wunsch meiner besseren Hälfte mal wieder zum Einsatz gebracht und habe ein paar blühende Pflanzen in unserem schönen, kleinen Garten fotografiert. Ein paar Aufnahmen findest Du in der Galerie im Anschluß an diesen Beitrag.

Doch was ist das „Geheimnis“ der Makrofotografie und was ist das überhaupt? Es muss doch reichen, wenn ich mit der Kamera oder dem Smartphone nah genug an das Motiv herangehe? Hier eine kleine Einführung in die Makrofotografie.

Als Makrofotografie bezeichnet man die Fotografie kleiner Motive im Maßstab von 1:1 oder größer. Das bedeutet: Das Motiv wird in Lebensgröße oder noch stärker vergrößert auf dem Kamerasensor abgebildet. Dadurch lassen sich Details sichtbar machen, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben.

Die Makrofotografie eröffnet uns eine völlig neue Perspektive auf unsere Umgebung. Was mit bloßem Auge oft unscheinbar wirkt, entfaltet unter der Linse eines Makroobjektivs eine faszinierende Detailfülle: die feinen Strukturen einer Blüte, die facettenreichen Augen einer Fliege oder die filigranen Tropfen nach einem Sommerregen. Wer einmal in diese Welt eintaucht, erkennt, dass Schönheit oft im Verborgenen liegt.

Ausrüstung für Makrofotografie

Um beeindruckende Nahaufnahmen zu machen, braucht es nicht zwingend teure Spezialkameras – aber die richtige Ausrüstung hilft:

  • Makroobjektive: Speziell entwickelt, um scharf im Nahbereich zu fokussieren. Nahlinsen oder
  • Zwischenringe: Günstige Alternativen, die normale Objektive „makrofähig“ machen. Hier gelangt man jedoch nicht zu der Qualität, die Makroobjektive bieten; es ist für den Anfang jedoch eine kostengünstige Lösung.
  • Stativ: Unverzichtbar, um Verwacklungen bei langen Belichtungszeiten zu vermeiden.
  • Licht: Natürliches Licht ist oft schön, aber ein Ringlicht oder ein kleiner Aufsteckblitz bringt zusätzliche Möglichkeiten.

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Tipps für gelungene Makroaufnahmen

  • Ruhige Hand & Stabilität: Schon kleinste Bewegungen können das Bild unscharf machen. Ein Stativ oder Bildstabilisator hilft. Blende bewusst wählen: Eine offene Blende erzeugt weiche Hintergründe (Bokeh), eine geschlossene Blende erhöht die Schärfentiefe – wichtig, wenn du möglichst viel vom Motiv abbilden willst.
  • Geduld: Insekten oder kleine Tiere sind oft unberechenbar. Wer ruhig und vorsichtig vorgeht, wird mit einzigartigen Momenten belohnt.
  • Perspektive ändern: Gehe auf Augenhöhe mit deinem Motiv – so entsteht Nähe und Intensität im Bild.
  • Details entdecken: Manchmal liegt das Spannendste nicht im Ganzen, sondern in kleinen Strukturen, Mustern oder Farben.

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Schärfentiefe

Im Makrobereich ist die Schärfentiefe extrem gering. Selbst bei Blende f/11 oder f/16 ist oft nur ein winziger Bereich scharf. Lösung: Fokus-Stacking – mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten, die später in der Bildbearbeitung zu einem durchgängig scharfen Foto kombiniert werden.

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Fokus

Manuelles Fokussieren ist meist präziser als Autofokus, besonders mit Live-View und Fokuslupe. Fokus-Schlitten erlaubt millimetergenaues Verschieben der Kamera für präzise Einstellungen.

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Belichtung

Durch kleine Blenden und geringe Lichtmenge sind längere Belichtungszeiten oder höhere ISO-Werte nötig. Optimal ist die Kombination aus geschlossener Blende (f/8–f/16), niedriger ISO (100–400) und zusätzlichem Licht.

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Praktische Tipps für bessere Makroaufnahmen

  • Stabile Basis schaffen: Stativ oder stabiler Untergrund nutzen.
  • Licht optimieren: Lieber diffuses Licht als harte Sonne.
  • Reflektoren oder Diffusoren einsetzen.
  • Hintergrund beachten: Ein ruhiger Hintergrund lenkt nicht vom Motiv ab.
  • Motiv vorbereiten: Blüten von Staub befreien oder bei Insekten die frühen Morgenstunden nutzen, wenn sie noch träge sind.
  • Experimentieren: Unterschiedliche Perspektiven, Abbildungsmaßstäbe und Lichteffekte ausprobieren.

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Warum Makrofotografie so besonders ist

Makrofotografie ist mehr als nur eine Technik – sie ist ein Abenteuer. Sie lehrt uns, genau hinzusehen und die kleinen Wunder des Alltags zu schätzen. Eine unscheinbare Ameise wird zum imposanten Wesen, ein Tautropfen zum funkelnden Kristall.

Wer Makrofotografie betreibt, entdeckt die Welt neu – Schritt für Schritt, Zentimeter für Zentimeter.


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Campus Culture August 2025

Campus Culture auf dem Campus Fichtenhain ist weit mehr als nur ein Oldtimer-Treffen. Es ist inmer ein kleines Fest – historisch, ästhetisch, sozial. Hier begegnen sich automobile Leidenschaft, kreative Atmosphäre und kulturelles Miteinander in einem Rahmen, der alles andere als gewöhnlich ist.

Wer noch nie im Campus Fichtenhain war, sollte sich dort, auch abseits der Oldtimer-Events einmal umschauen. Mitten im beschaulichen Krefeld-Fichtenhain liegt die Campus Corporation, eine einzigartige Eventlocation, die verschiedene Abenteuer zugleich bietet: urbane Architektur trifft auf grüne Oasen, Industrie trifft auf Eleganz. Hier verbinden sich historische Bauten aus der Gründerzeit, moderne Loftflächen und ein weitläufiger Innenhof zu einem Ort voller Möglichkeiten.

Im Campus Courtyard – dem großzügigen Innenhof – findet regelmäßig das „Campus Culture“ Oldtimer-Treffen statt. Diese Veranstaltungen sind ein echter Magnet für Automobilenthusiast:innen aus der Region. Die Kombination aus rustikal-industrieller Kulisse und entspannter Atmosphäre bildet den perfekten Rahmen für Liebhaber klassischer Fahrzeuge.  Die Veranstaltung ist zwar nicht so. groß wie die Classic Days oder vergleichbare Events, sie hat jedoch ihren eigenen Charme.

Hier finden sich zudem Fahrzeuge, die weder bei den Classic Days oder dem Oldtimertreffen an der Krefelder Rennbahn anzutreffen sind.

In der Galerie unten findest Du ein paar Impressionen der Veranstaltung.


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