Orton-Effekt in Lightroom

Wie verleiht man den eigenen Aufnahmen einen glühenden, märchenhaften Look in Lightroom, ohne dabei auf externe Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ausweichen zu müssen?

Die Rede ist hier von dem sogenannten “Orton-Effekt”, benannt nach dessen Erfinder, dem Fotografen Michael Orton. In der analogen Welt handelt es sich hier um eine Aufnahmetechnik, in der ein scharfes Bild mit 2 Stufen Überbelichtung und ein unscharfes Bild mit 1 Stufe Überbelichtung aufgenommen und übereinandergelegt werden. Die Aufnahme ist in aller Regel nur mit einem Stativ möglich.

In einem Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop ist der Effekt relativ simpel über mehrere Ebenen und Weichzeichnungsfilter zu realisieren.
Doch in Lightroom haben wir diese Ebenen nicht zur Verfügung.Machbar ist dieser Effekt jedoch mit dem Verlaufsfilter in Lightroom. Das ganze läßt sich als Vorgabe speichern und so bequem auf jedes ausgewählte Bild übertragen.

Als erstes wählen wir das Lineare Verlaufswerkzeug aus. Dieses wird mit gehaltener Shift-Taste von ganz unten nach ganz oben gezogen und anschließend wird der Mittelpunkt ganz nach oben gezogen. Als Hilfestellung lassen wir uns der markierten Bereich anzeigen – dieser färbt das Bild nun komplett orange ein. Das bedeutet, dass sich der Maskierungseffekt nun auf das komplette Bild auswirkt. Wir haben somit den Verlauf etwas zweckentfremdet. Zur weiteren Bearbeitung nutzen wir folgende Einstellungen im Menu des Linearen Verlaufsfilters:

  • Klarheit: -100
  • Schärfe: -45

Die restlichen Parameter werden nicht verändert.

Anschließend setzen wir einen neuen Linearen Verlaufsfilter über das Bild, bei dem wir genau so vorgehen, wie im vorangegangenen Schritt. Die Einstellungen sind hier jedoch anders:

  • Belichtung: +0,15
  • Kontrast: +80
  • Klarheit: -9
  • Sättigung: +20

Zum Abschluss kann man dem Bild noch eine Vignette und etwas Bildrauschen hinzufügen, das machen wir im Reiter “Effekte” mit folgenden Einstellungen:

Abschließend kann man das Bild dann in allen Parametern feineinstellen.
So sieht das Ganze dann am Ende aus:

Orton OriginalOrton Vignette




Luminar

Das Fotoverwaltungs- und Bildbearbeitungstools Luminar der Firma Skylum (ehem. MacPhun) ist zur Zeit in aller Munde. Es soll dem Platzhirsch Adobe Lightroom den Rang ablaufen. Dazu rührt Skylum kräftig die Werbetrommel.
Das Programm wirbt mit Features wie künstliche Intelligenz bei der Bildbearbeitung, dem Einfügen von Sonnenstrahlen in das Foto und mit dem Austauschen des Himmels in Fotos.
Eine automatische Entwicklung bietet Lightroom ebenfalls, bei den anderen Features muss es passen und es erlaubt auch kein Arbeiten mit Ebenen. Das ist dem großen Bruder Photoshop vorbehalten.

Hauptargument von Skylum ist jedoch, dass man die Software kaufen kann und nicht mieten muss, wie das bei Adobe der Fall ist. Das ganze für einen Preis, der günstiger als das Lightroom Jahres-Abo ist (ca. €90,- Kaufpreis zu ca. €140,- Miet-Abo).
Das hört sich zunächst einmal gut an!

Vor einigen Jahren habe ich mir Luminar gegönnt, dann kam ein kostenloses Update auf Luminar 3, das schon eine gehörige Portion Features mit sich brachte. Die Ergenisse waren durchaus sehenswert, die Möglichkeit, LUT’s einzubinden grandios. Lediglich die Fotoverwaltung fehlte noch und wurde mit dem Update auf Luminar 4 angekündigt.

Ein paar Testläufe mit tiefgreifenden Bearbeitungen über mehrere Ebenen brachten jedoch selbst meinen iMac 3,3GHU, Intel Core i5 mit 16 MB so dermaßen zum Erlahmen, dass die Arbeit damit keinen Spaß machte. Lightroom ist hier um Lichtjahre schneller!

Irgendwann erschien dann Luminar 4 mit dem angekündigten Verwaltungsmodul für die Fotobibliothek. Freilich nur lokal, nicht in der Cloud so wie bei Adobe.
Da ich Luminar doch noch eine Chance geben wollte, beabsichtigte ich das Update auf Version 4 zu laden.
Mit großem erstaunen stellte ich dann fest, dass ich für dieses Update für €74,- kaufen sollte! Das entspricht dem Wert, den ich aufbringen muss, um Lightroom ein halbes Jahr zu mieten!

Es gibt genügend Software am Markt, die damit wirbt, dass man sie kaufen kann anstatt zu mieten. Der Haken daran ist nur, dass fast jedes Jahr ein neues, kostenpflichtiges Update mit “Mörder-Features” hinzukommt, die man einfach haben muss.
Bei Adobe bekommt man sie frei Haus geliefert. Letztendlich muss es jeder selbst entscheiden.

Was mich viel nachdenklicher stimmt ist die Tatsache, dass Skylum, vormals MacPhun es mit der Produktpflege meiner Ansicht nach nicht so ernst nimmt.
Das Unternehmen bot vor ein paar Jahren noch eine ganze Reihe anderer Produkte an, beispielsweise “Tonality”, ein hervorragend Tool, um schwarz-weiss Aufnahmen zu bearbeiten oder “Snapheal”, mit dem man äußerst wirkungsvoll bestimmte Bildelemente entfernen konnte.
Diese Produkte sind auf der Skylum-Webseite nicht mehr erhältlich, geschweige denn, dass es Updates gibt. Übrig geblieben ist nur “AuroraHDR”, ein Tool, um High-Dynamic-Range Fotos zu erstellen. Selbst zu diesem Produkt hat es seit 2018 keine Updates mehr gegeben.

Die Frage, die sich mir stellt ist, wie bei Luminar die Produktpflege aussehen soll. Nach allem, was man so sieht, ist es für mich keine Option. Ich bin nicht geneigt, auf ein Produkt umzusteigen, welches irgendwann nicht mehr aktualisiert wird oder das eingestellt wird.




Classic Days 2018

Wie gewohnt, gehen am ersten Augustwochenende des Jahres die Classic Days am Schloß Dyck als buntes Oldtimer- und Motorenfestival an den Start. Bereits der Freitag ist ein beliebter Tag; es findet der Check-In der Fahrzeuge statt und der Rennbetrieb ruht bis zum Samstag.
So bleibt genügend Gelegenheit, die ankommenden Fahrzeuge zu bestaunen und auch das ein oder andere Gespräch mit Ausstellern und Teilnehmern der Classic Days zu führen. Selbstredend natürlich auch ein großer Tag zum Fotografieren, da die Fahrzeuge teilweise durch das Check-In Procedere noch in Bewegung sind und es sich keine unerträglichen Menschenmassen herum bewegen.
Man bewegt sich durch verschiedenste Automobilschichten wie in einem vielfältigen zoologischen Garten. Einfach großartig!

Eine besondere Attraktion in diesem Jahr war das American La France Treffen 2018, bei dem man nicht nur sehen, sondern vor allen Dingen auch hören und riechen konnte, zu was Motoren in der Güte von 5,9 bis 14 Liter Hubraum in der Lage sind.
Am Samstag und Sonntag sind die traditionellen Renntage bei den Classic Days, in diesem Jahr unter anderem mit den Legenden Jochen Maas und Arturo Merzario. Hier kann man die “Racing Legends” im Einsatz bestaunen. In diesem Jahr waren es auf Grund des tollen Sommerwetters auch mit Abstand die heißesten Classic Days.

Der traurigste Gast war wohl der Brite Chris Williams, der mit seinem Packard-Bentley nicht auf die Rennstrecke durfte, da es sich bei dem Fahrzeug um einen “Feuerspucker” handelt. Zu groß war die Gefahr, das die zur Streckensicherung eingesetzten Strohballen Feuer fangen könnten und so die ausgetrockneten Rasenflächen auf dem Schloßgelände in Brand gesetzt hätten. Zudem waren auf dem Festivalgelände auf Grund der Witterung erstmals Rauchen und Grillen untersagt. Viele Hydranten wurden zudem als Trinkwasserspender umfunktioniert, um den Besuchern das Verweilen bei den Classic Days etwas erträglicher zu machen. Am Samstagnachmittag durfte Chris Williams dennoch mit seinem “Mavis” auf die Rennstrecke. Zum Abschluss und als Höhepunkt darf der Besuch der „Jewels in the Park“ nicht fehlen. Dort finden sich versunkene Marken wie Delhaye, exotische Modelle wie der DKW Monza oder Ferrari-Modelle im Millionen-Euro-Bereich. Anbei ein paar fotografische Eindrücke der diesjährigen Classic Days:

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