Vita

New MenHier findest Du meine persönliche Chronik - einfach ein paar Dinge, die mich persönlich im Laufe dieser Jahre begleitet haben.
Die 60er Jahre sind verständlicherweise nicht dabei, da die Erinnerungen daran doch schon stark verblasst sind … (oder liegt`s am Alter ???) So, ich hoffe, es gibt noch ein paar Leutchen unter Euch, die sich an Wassereis aus Tüten, Bonanzaräder, die Bravo unter dem Schultisch und die ersten House-Parties erinnern können.

Die 70er Jahre

Mit den siebziger Jahren fest verbunden sind Fernsehserien wie “Bonanza”, “Raumschiff Enterprise” und “Daktari”. Nie wieder gab es solche Kleinode im Fernsehen (vergesst so eine Scheisse wie “Big Brohter” …). Wenn Scotty sagte, die Maschien laufen nicht mehr, dann flog die Enterprise eben nicht mehr, und wenn Ben Cartwright ein Machtwort gesprochen hat, dann traute sich auch der dicke Hoss nicht zu widersprechen.

Um etwas aus meiner Existenz zu machen, schickten meine Eltern mich 1974 in eine katholische Grundschule. Das
Katholische wich im Laufe der Zeit der Befähigung der deutschen Sprache und der Grundrechenarten. Zu dieser Zeit hatte ich, wie die meisten Jungs in meinem Alter, den Wunsch, einmal Arzt oder Pilot zu werden.
Jedenfalls sollte es etwas nicht ganz alltägliches sein. Ich glaube, irgendwann wollte ich sogar mal Pastor werden, aber darauf soll hier nicht länger eingegangen werden …Nicht erspart blieb mir auch die “heilige Kommunion”. Kommunion beinhaltet irgendwo das Wort
Gemeinschaft …, doch war es damals wie heute ein Fest der Eitelkeiten. Wer hat den schönsten Anzug, wer das schönste Kleidchen.
Wer bekommt die meisten und teuersten Geschenke. Ich hab`damals einen Casettenrecorder von Grundig geschenkt bekommen und wie ein Weltmeister ABBA-Hits aus dem Radio aufgenommen (natürlich über das interne Mikrofon, denn das Überspielkabel gab es erst zur Firmung …).
Hand auf`s Herz, wer von Euch hat das damals nicht getan ??? Leider war nicht alles so lustig in diesem Jahrzehnt. Eine Terrorwelle ging durch dieses unser Land. Langhaarige waren doch sowieso RAF-Symphatisanten, oder ? Und `78 sind wir noch nicht mal Fussballweltmeister geworden. Eine traurige Zeit. Und dann tauchten noch diese Hirschkäfer auf, die gegen Atomkraftwerke
protestierten … wollen die uns in die Steinzeit zurück bringen ???
Auf in die 80er Jahre …

Die 80er Jahre

Meine wichtigste Errungenschaft der 80er Jahre war mit Sicherheit eine eigene Stereoanlage. Endlich brauchte ich kein Überspielkabel mehr, um die einschlägigen Gassenhauer über das Kofferradio meiner Eltern in meinen Cassettenrecorder zu überspielen. Ein Königreich …

Ein anderes Königreich folgte 1982, im Herbst. Helmut, der Erste wurde König von Deutschland. Der andere, der wahre Helmut, der nie ein König war, der von der Alster, musste abtreten. Ab diesem Zeitpunkt war in Deutschland “selbstgefällig-den Pansen-streicheln” angesagt - auf zur geistig-moralischen Wende. Eine geile Zeit, Flick schmiert den ganzen Laden und ein General muss gehen, weil er angeblich `ne Schwuchtel ist.
Das “C” strahlt über uns, riesengroß …, die Genossen finden keinen, der dem Dicken aus Oggersheim Paroli bieten kann. Es regiert die Selbstgefälligkeit.

Um noch mehr Sprachen und unsinnige Rechenarten zu lernen, besuchte ich von 1978 - 1987 das Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Neuss. Das einzige Fach, welches mich wirklich fasziniert hat, war Geschichte, und das habe ich eigentlich einzig und allein unserem damaligen Geschichtslehrer, Herrn Bongartz, genannt Bogie, zu verdanken.In der Retrospektive der einzige Lehrer, neben dem unvergessenen Herrn Konsek in Biologie, der diesen Titel wirklich verdient hat. Am wichtigsten war, dass er uns nicht nur Zahlen zu vermeindlich bedeutungsschwangeren Ereignissen beibrachte, sondern uns vor allen Dingen gelehrt hat, unseren Gehirnskasten anzustrengen und kritisch über ein paar Dinge nachzudenken. Thank you Bogie, … “the Germans were grey, and you were
blue”.

Der Rest war Schweigen, bis auf Musik, welches mein viertes Abiturfach war. Alles naturwissenschaftliche war ein Greuel, paradoxerweise interessiert mich heute PHP und MySQL-Programmierung.
But that`s the way the cookie crumbles …Mit dem Erhalt des Persilscheines namens “Abitur” war meine Schullaufbahn beendet.

1985 war dann endlich der lang herbei gesehnte 18. Geburtstag. Meine Oma weinte an diesem Tag. Heute weine ich, wenn ich an diesen Tag denke, denn einer, mit dem ich in diesen Tag feierte, ist heute nicht mehr bei mir. Farewell, Tom, ich werde immer an Dich denken, an unsere Zeit in der Schule, … wie wir nachts durch die Wälder gezogen sind und unseren Herzdamen Maibäume geschlagen haben. Warum bist Du so einfach
gegangen ? Warum … ???

Von 1987 - 1988 widmete ich mich dann der Landesverteidigung. Eingentlich war “der Bund” gar nicht so übel, immerhin wussten wir damals noch, dass der Feind aus dem Osten kam. “Sometimes I saw myself winding up in the military” - um ein Haar hätte ich für zwölf Jahre unterschrieben. Was mich dazu bewogen hat, weiss ich heute leider nicht mehr so genau, vielleicht war es die Kohle. Für einen Abiturienten hat ein Zeitsoldat damals gnadenlos viel Geld verdient. Und ich hätte meinen Job im Stabsdienst, den ich während meiner Wehrpflicht inne hatte, an den Nagel hängen können. Da habe ich ein gut geheiztes Büro der Einzelkämpferausbildung vorgezogen.

Um meinen weiteren Lebensunterhalt selbst finanzieren zu können, begann ich 1988 eine Lehre als Speditionskaufmann. Das sind die Leute, die LKW`s um die halbe Welt jagen, für die Staus auf unseren Autobahnen zuständig sind und die letztendlich dafür sorgen, daß in jedem noch so entlegenen Nest unseres Landes morgens die BLÖD-Zeitung gelesen werden kann.Mein Ausbildungsbetrieb war die alteingesessene “Koch-Spedition” in Neuss, so etwas wie der Platzhirsch im Speditionsgewerbe in unserer Region. Immerhin wurde solch ein illusterer Kundenkreis wie Mercedes-Benz und Porsche bedient.Anyway, diese Ausbildung gehört zu den besten Zeiten meines Lebens. Im Vergleich zu anderen Lehrlingen haben wir dort wirklich etwas gelernt und durften richtig arbeiten, anstatt Kaffee zu kochen oder den Aktenkeller zu vermessen.
Ausnahmslos alle Lehrlinge hatten das Gefühl, ernst genommen zu werden und für den Betrieb wertvoll zu sein.Was jedoch noch wichtiger war, dass alle Lehrlinge untereinander ein freundschaftliches Verhältnis zueinander hatten und das es wirklich eine richtige Kameradschaft war.
Nach Ende der Lehre (ich weiss, heute heisst`s Ausbildung) sind fast alle Lehrlinge, so auch ich, übernommen worden. Leider ist der Laden von der LOG-SPED GmbH runtergewirtschaftet worden und wurde an ein Panoptikum aus WM Logistik und Viktoria verhökert. Eine Schande.

“Say goodbye to the old times ..
Mit voller Kraft in die 90er …

Die 90er Jahre

Endlich wurden wir wieder Fussballweltmeister ! Der dicke König aus Oggersheim hatte einen Regenten neben sich, den Kaiser Franz. Und er Jahreswechsel in dieses neue Jahrzehnt wurde wieder von allen Deutschen am
Brandenburger Tor gemeinsam gefeiert …

1992 habe ich dann einmal zuviel “Ja” gesagt, nämliche vor einer Standesbeamtin in einem zugegebenermassen stilvollen Ambiente des Grevenbroicher Standesamtes (Grevenbroicher Schloss). Es began der Versuch, mich mittels eines Eheringes zu domestizieren. Nicht das mich jetzt jemand falsch versteht, das ist kein Abgesang auf die Ehe als solches, nur aufmeine persönliche …Abends nach Hause kommen, im Garten Unkraut schuffeln und in einem kleinen 1.200-Seelen Nest zu wohnen sind doch nicht so ganz mein Ding. Einmal ganz von der Tatsache abgesehen, dass ein paar alte Freundschaften fast den Bach runtergegangen wären.
…Hätte ich es mal gelassen, aber hinterher ist man(n) immer schlauer.

Anyway, … 1996 hatte ein Scheidungsrichter ein Erbarmen mit mir und entliess mich wieder in die freie Wildbahn. Eine Entscheidung, die ich bis jetzt nicht bereut habe. 1996 wechselte ich dann berufsmäßig ans “andere Ufer”. Ich verriet alle Spediteurs-Kollegen und strandete in der “verladenden Wirtschaft”. Das ist der Wirtschaftszweig, der die Spediteure knebelt, die wiederum ihre Fahrer knebeln.
1998 war es dann an der Zeit, in die Online-Welt mittels eines PC einzutauchen. Natürlich mit “Frontpage-Express-Stützrädern” - es wird einem Newbie quasi aufgedrängt. Wie damals in den 80er Jahren
“Modern Talking” …

1998 war dann die Regentschaft von König Helmut endgültig beendet. Tja, Gerhard, man muss nur lange genug am Zaun des Kanzleramtes rütteln, dann kommt man auch herein. Mit einem ehemaligen Taxifahrer als Aussenminister und einem Terroristenanwalt als Innenminister. Die Zeiten ändern sich eben, Gott sei Dank. Denn im Taxi fährt der Aussenminister nicht mehr selber und Terroristen gibt`s in Deutschland auch keine mehr. Wirklich nicht ? Doch ! Leider! Sie haben keine langen Haare mehr und vergreifen sich nicht am Staat. Sie haben Glatzen und greifen die Wehrlosen, die Minderheiten an. Bestraft sich nicht mit Knast, das wäre rausgeschmissenes Geld.
Schickt sie für ein Jahr in einen Kibbuz oder nach Anatolien, da lernen sie alle einmal, was es heisst, in der “Fremde” zu leben.

Das Millenium

Im Juni 2000 habe ich meine neue Wohnung in Neuss bezogen. Eigentlich ist es viel mehr, es ist ein eigener, kleiner Bungalow mitten im Garten des Hauses, in dem auch meine Eltern wohnen. Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich in einen wunderschönen, kleinen Garten, in dem Forsythien und Tulpen die erste Frühlingssonne geniessen. Ein kleines Paradies …
Und während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich in ein ebenfalls wunderschönes Foto; das Foto meiner Freundin, meine Querida. “Querida” heisst “Liebling” und ist spanisch, was bedeutet, dass ich mich zukünftig dieser wunderschönen Sprache widmen werde. Wenn Du mitlernen möchtest, dann sei Dir hier ein Zungenbrecher ans Herz gelegt, mit dem Du in jedem Spanisch-Kurs alle auf Deiner Seite hast:
“Tres tristes tigres trigo comieron en un trigal”
Die anderen werden vor Neid erblassen …!

Das Jahr 2001 hat uns aber auch gezeigt, wie angreifbar wir (die freie Welt) für den Terror geworden sind. Die einstürzenden Twin Towers des World Trade Center in New York geben ein schreckliches Zeugnis davon.
Nur alleine mit Waffen wird man diesen “Krieg gegen den Terror” nicht beenden können.

Im Jahr 2002 war es an der Zeit, in die neue Welt aufzubrechen. Claudia und ich haben einen Trip nach Costa
Rica und México unternommen. Für Claudia war es “back to the roots”, sie hat ihre Jugend dort verbracht; für mich war es eine gänzlich neue Erfahrung. Costa Rica mit seiner vielfältigen und unberührten Natur und México mit dem Gegensatz von Tradition und Moderne sind ein einmaliges Erlebnis - ein großes Paradies.

Im Februar 2003, kurz nach unserer langen Mittelamerika-Reise, ist Claudia auch das erste Mal mit in den Skiurlaub nach Livigno gefahren und hat dort Skifahren gelernt. Es ist ein wenig wie “Und täglich grüßt das Murmeltier” - wir fahren mit ein paar Freunden schon seit 1998 dorthin.
Jedes Jahr das Gleiche, aber immer wieder unvergleichlich.

In den Jahren 2003 und 2004 hatten wir von unseren Freunden aus Costa Rica jeweils den mittleren und den ältesten Sohn bei uns, bzw. bei Freunden zu Gast. Für die beiden Jungs war es das erste Mal, daß sie alleine verreisen durften, … und dann noch ins “alte Europa”. Besonders beigeistert waren sie von unserer Indoor-Skihalle in Neuss. Schließlich
war es das erste Mal in ihrem Leben, daß sie Schnee gesehen haben.

Im Sommer 2004 wurde mir schlagartig bewußt, daß ich mich nun im gesetzteren Alter befinde: Im August bin ich Patenonkel geworden. Ich hoffe, daß ich immer für die kleine Janina da sein kann …
Eine große Reise wie in 2002 hat`s bis jetzt nicht mehr gegeben, aber ein paar kleinere Trips, auf denen wir “Good old Europe” nicht verlassen haben aber trotzdem einige interessante Leute getroffen haben. Besonders erwähnen möchte ich die schöne Reise im November 2004 nach Berlin, die ich von Claudia zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen habe.

Weiterhin habe ich gegen Ende des Jahres 2004 endlich wieder angefangen, ein wenig Musik zu machen. Keine Angst, nur für den Hausgebrauch, weil mich vieles in der heutigen Musik langweilt.
Wer mal ein Ohr riskieren möchte, der klickt hier.

Über das Jahr 2005 gibt es zur Zeit leider noch nichts Erwähnenswertes zu berichten, ich bin wohl ein wenig in Lethargie verfallen. Aber auch das wird sich ändern, so daß es hier bald mehr zu berichten gibt.
Für das Ende des Jahres 2005 haben wir unsere nächste große Reise geplant, auf die wir uns sehr freuen und die uns nach Kalifornien führen soll. Claudias Eltern werden in Ventura im Kreise der Familie ihre goldene Hochzeit feiern. < align="left">Diese Reise nach Kalifornien war ein echtes Erlebnis. Wir haben so viele nette
und freundliche Menschen wiedergesehen und kennengelenrt und sehr viel erlebt.San Francisco im Nebel, Venice Beach bei strahlendem Sonnenschein, Hollywood im Lichterglanz und eine einwöchige Tour mit dem Wohnmobil nach San Diego und durch den Anza Borrego Desert State Park sowie durch den Joshua Tree
National Park. Nach drei Wochen haben wir nicht “lebwohl”, sondern “auf Wiedersehen”
gesagt.

Das Jahr 2006 brachte uns einen Jahrhundert-Sommer und eine ebne solche Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land. Schließlich waren WIR die Weltmeister der Herzen.

Leider wurde das Jahr durch eine schwere Krankheit meines Vaters überschatte. Im Oktober diagnostizierten die Ärzte bei ihm einen Klatskin-Tumor. Hierbei handelt es sich um ein Karzinom im Gallengang. Eine kurative Behandlung, sprich Operation oder Chemotherapie waren nicht mehr möglich. Zum Abfluss der Gallenflüssigkeit wurde ihm ein Gallenganstent gesetzt.
Einer ziemlich beschwerlichen Phase mit Fieberanfällen folgte zu Anfang des Jahres 2007 eine stabile Phase.
Nach Pfingsten bekam er wieder Beschwerden und die Ärzte wechselten den Stent. Von diesem endoskopischen Eingriff konnte sich mein Vater leider nicht mehr erholen. Eine Lungenentzündung und Wasser in der Lunge verschlechterten seinen Zustand dramatisch. Am 6.Juni 2007 ist mein Vater an den Folgen seiner schweren Krankheit verstorben.
Sein unbändiger Lebenswillen wird mir ewig ein Vorbild sein.